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Eintracht Frankfurt Eintracht Frankfurt und das Glück der späten Tore

Die Eintracht beweist erneut langen Atem und freut sich über treffsichere Angreifer.

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt
Mit einem Sieg im Rücken lässt es sich gut diskutieren: Marius Wolf, Marco Russ und Jetro Willems (von links). Foto: Imago

Hinterher ist der Frankfurter Trainer Niko Kovac natürlich zu den späten Toren befragt worden, ob es denn ein spezielles Geheimnis dafür gebe, ob die Eintracht womöglich den Rat von Psychologen hinzugezogen hätte, wegen der Nervenstärke. Hatte sie nicht, sagte der Coach grinsend, und „späte Tore kann man auch nicht trainieren“. Auffällig ist aber doch, dass die Frankfurter jetzt schon zum zweiten Mal nacheinander durch Treffer in den letzten Sekunden eines Spiels den Sieg davon tragen. Ohne die Last-Minute-Treffer hätten die Hessen glatt vier Punkte weniger auf dem Konto, und vier Punkte mehr oder weniger sind schon eine Menge in diesem engen Klassement. Dazu kam, dass die Tore, vor Wochenfrist gegen den VfB Stuttgart durch Sebastien Haller (90 + 4) und jetzt in Hannover durch Ante Rebic (90.), ausgesprochen schöne Treffer waren, technisch anspruchsvoll, einfach „traumhafte“, wie Vorstand Fredi Bobic, selbst einst Stürmer, feststellte.

Immerhin zeigt die späte Treffsicherheit, dass „meine Mannschaft körperlich topfit ist“, findet Kovac. Sie kann offenbar mittlerweile bis zum Schluss marschieren, selbst Haller, der zu Saisonbeginn (wie viele Neue aus der Mannschaft) in der Schlussphase seine liebe Mühe und Not gehabt hatte. Auch deswegen hatten die Hessen in den ersten Spielen gerade in den zweiten 45 Minuten so ihre speziellen Probleme. Die haben sie offenkundig abgestellt. Oder ist das schlicht Zufall?

Immerhin kann die Eintracht im zweiten Abschnitt mittlerweile nachlegen, vor allem personell. Zweimal, sowohl gegen Stuttgart als auch jetzt gegen Hannover, kam Linksfuß Jetro Willems ins Spiel, zweimal bewirkte der Niederländer mit Wurzeln aus Curacao einen Umschwung. Er entpuppte sich als belebendes Element, trickreich und ballsicher mit Drang nach vorne. „Das war das zweite Mal, dass ich reingekommen bin und das zweite Mal, dass wir gewonnen haben. Vielleicht ist das meine Rolle. Ich habe jetzt eine Menge Spitznamen: Joker, Maschine. Ich weiß nicht, welcher jetzt der richtige ist“, sagte der Mann mit dem Ziegenbärtchen bei der Analyse. Dass er nicht von Anfang an spielt, liegt an seiner Schwäche in der Defensive. „Willems hat viel Ruhe reingebracht“, lobte Kovac.

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