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Eintracht Frankfurt Eintracht Frankfurt befindet sich auf Allzeithoch

Eintracht Frankfurt will sich mit personeller Kontinuität weiterentwickeln, doch vor dem Bundesligisten liegen riesengroße Herausforderungen.

Eintracht Frankfurt
Der Pokal thront über allem: Eintracht-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Steubing (links) und Sportvorstand Fredi Bobic Foto: Jan Hübner

Erfolg macht sexy, Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Im echten Leben und, natürlich, auch in der nur ganz minimal verdrehten Fußballwelt. Also sagte Wolfgang Steubing, der Aufsichtsratschef des potenten Fußballunternehmens Eintracht Frankfurt, über seine beiden hochangesehenen Vorstände Fredi Bobic und Axel Hellmann: „Sie sind in der Bundesliga anerkannt und geschätzt.“ Und weiter: „Sie standen bei etlichen Vereinen auf dem Wunschzettel. Aber es ist nicht immer Weihnachten. Die anderen Vereine haben ihr Ziel nicht erreicht, unsere Leute abzuwerben.“ Wolfgang Steubing, ein alter Hase und mit allerlei Wasser gewaschen, grinste schelmisch und sah rundweg zufrieden aus, weil es ihm gelungen war, Bobic und Hellmann, die Architekten der neuen Eintracht, bis 2023 an den Verein zu binden. „Ich bin stolz darauf.“

Gerade die fünfjährige Laufzeit der Verträge ist in der heutigen Zeit sehr wohl ungewöhnlich. „Es ist ein klares Signal, dass wir langfristig denken“, betonte Steubing. Und es sei ein „sehr klares Statement und Bekenntnis“ der beiden Vorstände, dass sie die Eintracht in die Zukunft führen und stetig weiterentwickeln wollen.

Viele Projekte bei Eintracht Frankfurt in der Pipeline

Dass sie das können, haben sie bewiesen. In der jüngeren Vergangenheit seien die „Herren sehr erfolgreich“ gewesen, führte der Boss des Kontrollgremiums aus. Auch Oliver Frankenbach, der Dritte im Bunde und Herr über alle Zahlen, wird dem Klub noch lange erhalten bleiben, alle drei sind übrigens gleichberechtigt.

Das ist Bruno Hübner nicht, aber auch der Vertrag des Sportdirektors wurde verlängert, bis 2021. Hübner ist nach dem letzten Abstieg 2011 verpflichtet worden und sei „ein wichtiger Pfeiler“, wie Sportvorstand Bobic bekundete. „Bruno macht einen sehr guten Job, wir ergänzen uns fantastisch.“ Hübner selbst befand nicht zu Unrecht: „Wir haben den Verein in den vergangenen Jahren auf ein neues Level gehoben.“ Kontinuität ist Trumpf bei der Eintracht.

Das ist notwendig, denn es gibt viel zu tun in den kommenden Jahren, verdammt viel. Mehr als je zuvor in der Geschichte des Klubs. „Wir werden ganz, ganz dicke Bretter bohren“, sagte Steubing. „Es sind richtige Platten.“ Der Neubau der Geschäftsstelle, der geplante Ausbau des Stadions, die Betreibersituation rund um die Arena, die Digitalisierungsoffensive – es sind viele Projekte in der Pipeline, Projekte, die zig Millionen Euro schwer sind. „So etwas gab es in der Geschichte von Eintracht Frankfurt noch nie“, verdeutlichte Marketingvorstand Hellmann.

Gerade deshalb, findet er, sei das Zeichen, das von der langfristigen Zusammenarbeit ausgehe, so eminent wichtig: „Es ist eine Stärkung des Vorstands in allen Verhandlungsrunden. Es ist ein Signal an alle, mit denen wir zusammenarbeiten.“ Gemeint sind nicht nur, aber auch die Politiker im Römer.

Hellmann betonte mehrfach, dass die Eintracht ihrem Namen alle Ehre mache, alle zögen an einem Strang, gerade die Sportliche Leitung und die Funktionäre auf administrativer Ebene. „Wir bilden eine Einheit. Das Schiff segelt in eine Richtung, das gibt uns eine Menge Rückenwind“, sagte Hellmann. Das war nicht immer so.

Unter Heribert Bruchhagen herrschte gegen Ende ziemliche Flaute, gerade Hellmann fühlte sich mit seinen Ideen oft genug ausgebremst. Der Stillstand regierte. Diese bleierne Zeit ist längst vorüber, die Eintracht ist mobil und dynamisch, sie wächst, und sie eilt von Rekord zu Rekord. „Eine solche Wachstumsentwicklung haben wir in dieser Form noch nie erlebt“, sagte Steubing. Die Eintracht befindet sich auf allen Ebenen auf einem historischen Allzeithoch.

Und doch wird sich der Bundesligist strecken müssen, um seine Position zu halten. „Wenn wir die Chance haben wollen, unter den Top Ten der Bundesliga zu bleiben“, werde man alle auf den Weg gebrachten Projekte durchziehen und stets modern und innovativ bleiben müssen, glaubt Axel Hellmann. Ein Verein wie die Eintracht dürfe zu keiner Zeit nachlassen oder nur noch den Status quo verwalten. Denn der Wettbewerb habe sich verschärft, es gebe Klubs (Leverkusen, Wolfsburg, Leipzig, Hoffenheim) mit „externer Finanzierung“ und eben solche, die regelmäßig zu Gast in der Champions League sind. Beides ist bei der Eintracht nicht der Fall. Deshalb sei eine Steigerung des Umsatzes von 150 auf 200 Millionen Euro in naher Zukunft kaum zu erwarten.

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