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Eintracht Frankfurt Eintracht bestätigt Trennung von Thomas Schaaf

Eintracht Frankfurt und ihr 54-jähriger Trainer Thomas Schaaf trennen sich nach nur einem Jahr. Eintracht Frankfurt bestätigt den Rücktritt des Trainers in einer Mitteilung, auch Thomas Schaaf gibt eine Erklärung ab.

Ende der Dienstzeit: Thomas Schaaf. Foto: dpa

Paukenschlag bei Eintracht Frankfurt: Thomas Schaaf kehrt dem Fußball-Bundesligisten nach nur einem Jahr den Rücken. Der 54-Jährige und der Traditionsverein einigten sich auf eine sofortige Vertragsauflösung des bis 2016 laufenden Kontrakts. Die Demission kommt nur vordergründig überraschend. Schon seit einigen Wochen stand eine Trennung im Raum.

Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen wird heute um 13:30 Uhr der Presse gegenüber eine Erklärung zum Rücktritt von Thomas Schaaf abgeben.

Vor der Partie gegen die TSG Hoffenheim am 9. Mai nahm die Diskussion um den 54-Jährigen Fahrt auf. Seinerzeit nahmen die Medienberichte zu, die von atmosphärischen Störungen im Verhältnis zwischen Thomas Schaaf und großen Teilen der Mannschaft berichteten.  Die Eintracht hatte sich daraufhin nur äußerst halbherzig zu den vorhandenen Spannungen geäußert. Sportdirektor Bruno Hübner lobte nur das Verhältnis zwischen Schaaf und dem Verein. Kein Wort zur Zusammenarbeit zwischen dem Coach und dem Team.

Und einen Tag vor dem Spiel saß Kapitän Kevin Trapp auf dem Podium neben Thomas Schaaf und gab eine lange Erklärung ab. Mit keinem einzigen Satz erwähnte er in seinem zehnminütigen Monolog den Namen Thomas Schaaf. Auch Heribert Bruchhagen vermied es lange Zeit, ein Bekenntnis für Schaaf abzugeben, er mache diese Spielchen nicht mit, sagte er nur und verwies lapidar darauf, dass Eintracht Frankfurt bestehende Verträge einzuhalten pflege. Auch der Aufsichtsrat konnte sich allenfalls  zu einer wachsweichen Presseerklärung durchringen. Keiner gab dem umstrittenen Coach eine Garantie, auch in der neuen Saison 2015/2016 Trainer bei Eintracht Frankfurt zu sein. Auf klare Bekenntnisse für den Fußball-Lehrer wurde verzichtet. Für Schaaf war dies ein Schlag ins Gesicht, er hat sich anschließend im Grunde innerlich verabschiedet. Ihm wurde schlagartig bewusst, ziemlich alleine zu stehen.

Die Zweifel an Schaaf waren intern schon lange vorhanden, weil die Spieler, und zwar wichtige Stammkräfte, nicht die Reservisten, sich über den Umgang des Trainerroutiniers beschwerten, sie warfen ihm mangelnde Kommunikation und fehlende Empathie vor. Die Sportliche Leitung und auch der Vorstand wussten von diesen Dissonanzen. Zudem gab es auch Zweifel an den fußballspezifischen Fähigkeiten des früheren Bremer Coaches, der der Mannschaft nie ein wirkliches System geben und Stabilität verleihen konnte. Zwischen Eintracht Frankfurt und Thomas Schaaf, das muss man so sagen, hat es nie wirklich gefunkt, es hat nicht so richtig gepasst.

Dass Schaaf nun den Bettel hinwarf, hat nicht wirklich etwas damit zu tun, dass Spitzenfunktionäre hinter dem Rücken von Thomas Schaaf und Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit dem früheren Leverkusener Trainer Sascha Lewandowski verhandelt hätten. Dies ist nach FR-Informationen nicht der Fall.  Über Lewandowski wurde intern aber nachgedacht. Alles andere wäre aber auch fahrlässig.

Es ist schon mehr als erstaunlich, wenn ein hoch dekorierter, erfahrener und bestens entlohnter Bundesligatrainer als Grund für seine Demission die Berichterstattung in den Medien heranzieht.

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