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Eintracht Frankfurt Eine gewagte Personalpolitik

Eintracht Frankfurt setzt auch auf Neuzugänge, die vielleicht erst in der Zukunft zu Verstärkungen werden. Hilfe könnte aus Holland kommen. MIttelfeldmann Tony Vilenha soll im Fokus der Verantwortlichen stehen.

Eintracht Frankfurt - Bayern München
Harte Landung: Mijat Gacinovic und Eintracht Frankfurt müssen sich schnellstens berappeln. Foto: dpa

Mit Samthandschuhen ist Eintracht Frankfurt nach der blamablen Vorstellung gegen den FC Bayern München nicht gerade angefasst worden, dazu war die Klatsche, 0:5 vor 51 500 Zuschauern in der heimischen Arena und zig Millionen an den Bildschirmen in rund 200 Ländern, einfach zu deftig, die offenbarten Defizite zu groß. Die FR rief sogar Alarmstufe Rot aus, was der eine oder andere Frankfurter Würdenträger ein wenig, nun ja, überzogen fand.

Genauso wie den Tipp von OFC-Präsident Helmut Spahn, der ein Ergebnis von 0:6 orakelt hatte und sich hinterher damit brüstete, ja nicht so falsch gelegen zu haben. Das wiederum rief Eintracht-Vorstand Axel Hellmann auf den Plan, der die vermeintliche Häme von der anderen Mainseite pfiffig konterte: „Bei so viel Fußball-Sachverstand kann der Aufstieg der Kickers ja gar nicht schiefgehen.“ Die Offenbacher rangieren in der Regionalliga Südwest derzeit nach einem kapitalen Fehlstart auf einem Abstiegsplatz.

Ansonsten wissen die hohen Herren aber, dass noch verdammt viel Arbeit vor ihnen liegt. Das gilt in erster Linie für den neuen Trainer Adi Hütter, der auf dem Platz eine Linie finden und seiner Mannschaft eine Struktur verpassen muss. Beides vermisste man im Supercup. Der Österreicher ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden, er muss derzeit den Mangel verwalten. Sein aktuelles Ensemble ist momentan ganz sicher schwächer als die beiden Frankfurter Teams in den vergangenen beiden Spielzeiten.

Besonders pikant: Von den sechs neuen Feldspielern hatte es gegen die Bayern nur einer ins Aufgebot geschafft. Die Personalpolitik der Sportlichen Leitung um Vorstand Fredi Bobic, Manager Bruno Hübner und Kaderplaner Ben Manga, der nun auch offiziell zur Sportführung zählt, ist gewagt – das war sie in den vorherigen Spielzeiten ebenso, doch da funktionierte es, da war der Aderlass an Stammkräften aber auch nicht so groß.

Aufhorchen lässt nun eine Aussage von Bobic im „Kicker“, der betonte: „Wir haben in die Zukunft investiert, nicht in die Breite. Es kann auch sein, dass ein Spieler erst nächste Saison richtig einschlägt, und es wird auch vorkommen, dass einer gar nicht funktioniert.“ Zeit, das weiß ein alter Hase wie der frühere Nationalspieler nur zu gut, gewährt die Bundesliga jedoch nicht im Überfluss. Spieler zu holen, die nicht als Sofortverstärkungen gedacht sind, ist gewiss riskant, zumindest dann, wenn es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern eher die Regel ist.

Fraglich ist, ob Hütter maßgeblichen Einfluss auf die Zusammenstellung des Aufgebots hatte. Die Zugänge sind schon seit längerer Zeit gescoutet worden und in der Pipeline – der eine oder andere soll dabei von Ex-Trainer Niko Kovac übrigens für nicht gut genug befunden worden sein.

Klar ist, und das ist grundsätzlich vernünftig, dass die Kaderplanung der Sportlichen Leitung obliegt, natürlich kann der Trainer ein gewichtiges Wörtchen mitreden und Wünsche äußern, doch die Leitlinie, die generelle Richtung sollte von übergeordneter Stelle vorgegeben werden. Problematisch wird es nur, wenn die Ideen zu unterschiedlich und nicht kompatibel sind.

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