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Eintracht Frankfurt Ein Keulenschlag und viel Zaster

Eintracht-Verkaufskandidat Mijat Gacinovic hat an der WM-Ausbootung schwer zu knabbern, sein Verein blüht hingegen auf und schwimmt im Geld wie nie zuvor.

DFB Cup Final - Bayern Munich vs Eintracht Frankfurt
Da war die Welt noch in Ordnung: Mijat Gacinovic nach seinem Treffer im DFB-Pokalfinale. Foto: rtr

In Berlin sprintete Mijat Gacinovic in die Geschichtsbücher, an seinen Lauf für die Ewigkeit werden sich die Menschen in Frankfurt, die es mit der Eintracht halten, noch sehr, sehr lange erinnern. Der Pokaltriumph über die Goliath-Bayern, den der 23-Jährige mit seinem langen Spurt samt Schuss ins Glück abrundete, war der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. Zwei Wochen später folgte die vielleicht größte Enttäuschung seiner Laufbahn: Die Ausbootung für die in zehn Tagen beginnende Weltmeisterschaft in Russland.

Der serbische Nationaltrainer Mladen Krstajic strich den Mittelfeldspieler aus dem endgültigen Aufgebot. Eine Entscheidung, die auch in der Heimat mit einiger Überraschung aufgenommen wurde. Alle Experten rechneten mit einer Nominierung des Eintracht-Profis, schließlich stand er im vergangenen Jahr fast immer im Kader Serbiens, Gacinovic absolvierte sieben Spiele und machte zwei Tore. Und dann brachte er sich im Pokalfinale mit seinem umjubelten Sololauf noch mal nachhaltig in Erinnerung. Der Weg nach Russland schien geebnet. Als er kürzlich ins vorläufige Aufgebot berufen wurde, sagte er: „Ich habe den Anruf erwartet und damit gerechnet. Ich denke, ich habe es verdient. Ich bin glücklich darüber, in der Qualifikation gut gespielt und der Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM geholfen zu haben.“ Ein paar Tage später dann der Keulenschlag. Gacinovic, hört man aus seinem Umfeld, ist am Boden zerstört. 

Keine optimale Rückrunde

„Es tut mir leid für die Jungs, die es getroffen hat“, sagte Nationalcoach Krstajic. „Aber es hatte keine persönlichen Gründe.“ Gegen Gacinovic habe einfach das Spielsystem gesprochen. Er, der frühere Bundesligaprofi, sei als Spieler 2000 und 2010 in einer ähnlichen Situation gewesen. „Ich hätte jetzt auch lieber 35 Spieler nominiert, aber das geht nicht. Wir sind eine Nationalmannschaft und kein Verein.“ 

Nüchtern betrachtet muss man einfach einräumen, dass Gacinovics Leistungen gerade in der Rückrunde nicht so waren, dass er von einer Berufung fest ausgehen konnte. Seine Vorstellungen im Eintracht-Dress im vergangenen halben Jahr waren teilweise indiskutabel, er hatte nicht nur seinen Stammplatz, sondern auch seine Form verloren. In dem Maße, in dem sein Selbstvertrauen sank, nahmen die Selbstzweifel zu. Ein Teufelskreis für den sensiblen Burschen aus Novi Sad. Das furiose Finale im Finale hätte eine Art Befreiungsschlag werden sollen.

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