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Eintracht Frankfurt Die Wüste ruft

Mit drei Neuen und verbesserten Alten plant Eintracht Frankfurt den Neustart in die Rückrunde der Bundesliga.

Die Neuen im Fokus (v.l.): Kaan Ayhan, Szabolcs Huszti, Marco Fabian mit Manager Hübner. Foto: dpa

Es war eine Punktlandung. Erst eine Stunde vor der offiziellen Vorstellung im Bauch der Frankfurter Arena war die Tinte unter dem Ausleihvertrag trocken, der Kaan Ayhan bis zum Sommer diesen Jahres an Eintracht Frankfurt bindet. Schon seit Tagen war klar, dass die Hessen den gebürtigen Gelsenkirchener verpflichten würden, doch Vollzug konnte nicht gemeldet werden. Es ist der erste Vereinswechsel des 21 Jahre alten Innenverteidigers, der knapp 17 Jahre für den FC Schalke 04 gespielt hat, aber in der Hinserie nur eine Minute zum Einsatz gekommen war. Zu wenig für den türkischen U21-Nationalspieler, deshalb wollte er unbedingt zur Eintracht, auch wenn ihm der Abschied aus seiner Heimatstadt nicht leicht gefallen sei.

Der junge Mann formulierte am Sonntag gleich selbstbewusst seinen Anspruch: „Ich bin nicht gekommen, um die gleiche Rolle zu spielen wie auf Schalke.“ Sein Ziel sei es, „den nächsten Schritt in meiner Karriere zu gehen“ und so viele Spiele wie möglich zu machen. „Von 17 am liebsten 17. Ich habe mir viel vorgenommen.“ Eintracht Frankfurt hat sich für Kaan Ayhan, der 30 Bundesligaspiele absolviert und auch schon in Champions League und Europa League Erfahrung gesammelt hat, eine Kaufoption gesichert.

Vorerst keine weiteren Neuzugänge geplant

Ayhan war aber nur einer der drei Winter-Neuzugänge, die die Hessen einen Tag vor der Abreise ins Trainingscamp in Abu Dhabi (4. bis 13. Januar) offiziell vorstellten. Auch Mittelfeldspieler Scabolcs Huszti (32, Changchun Yatai, etwa 250 000 Euro Ablöse, Vertrag bis 2017) und Stürmer Marco Fabian (26, Deportivo Guadalajara, 3,5 Millionen Euro, Vertrag bis 2019) waren rechtzeitig zum Trainingsstart beim obligatorischen Laktattest in Frankfurt erschienen. Stefan Reinartz fehlte wegen Leistenproblemen, er wird nicht mit nach Abu Dhabi reisen. Für ihn fährt Nico Rinderknecht mit. Alle drei Neuen sowie 19 Feldspieler, darunter auch Sonny Kittel und vier Torhüter, sollen am persischen Golf für den Abstiegskampf fit gemacht werden.

Mit den drei Neuverpflichtungen haben sich die Aktivitäten der Eintracht auf dem Transfermarkt erledigt. Auch Verkäufe, etwa von Carlos Zambrano, schloss Sportdirektor Bruno Hübner gestern aus. Die Neuen wurden übrigens aus dem laufenden 37-Millionen-Euro-Etat finanziert. Durch die Verkäufe von Takashi Inui und Vaclav Kadlec (zwei Millionen Euro), deren eingespartes Gehalt sowie das bei den Rekonvaleszenten Johannes Flum, Bamba Anderson, Luc Castaignos (da springt die Berufsgenossenschaft ein) seien finanzielle Mittel frei gewesen, sagte Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, der „optimistisch“ einer „spannenden Rückrunde“ entgegensieht, in der „wir eine gute Rolle spielen wollen“.

Das Ziel sei, relativ schnell mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben, sagte Hübner. „Dann hätten wir eine gute Rückserie gespielt.“ Dessen ungeachtet, hätte die Eintracht wegen der drei Langzeitverletzten den Kader auch aufgefüllt, „wenn wir Achter gewesen wären“ (Hübner).

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Die nächsten drei Vorbereitungswochen bis zum Rückrundenstart muss Trainer Armin Veh nun nutzen, wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Er hat seine drei Wunschspieler rechtzeitig zum Trainingsstart erhalten. „Uns war wichtig, dass wir die Neuverpflichtungen mit ins Trainingslager nehmen können, um uns optimal vorbereiten zu können. Wir haben auf die Problemzonen in der Hinserie reagiert“, sagte Hübner. Der Marco Fabian, der den Wechsel nach Europa „als Traum“ bezeichnete, soll die Vakanz auf dem linken Flügel füllen. Huszti, der in den nächsten Tagen zum zweiten Mal Vater wird, soll mit klugen Pässen der Mannschaft helfen. Er ist als Back-up gedacht, sollten Marc Stendera oder Alex Meier ausfallen.

Zwei Testspiele

Die Konkurrenzsituation ist mit den drei Neuen – endlich – deutlich härter geworden, dazu ist die Eintracht nun in der Lage, flexibler zu reagieren. Zudem hat Trainer Veh inzwischen auch taktisch mehr Möglichkeiten. Nach wie vor ist die sportliche Führung vom aktuellen Kader überzeugt. „Wenn wir alle zum Laufen bringen, haben wir eine ordentliche Bundesliga-Mannschaft“, sagt Hübner. Entscheidend wird aber sein, die zuletzt schwächelnden Leistungsträger wie Bastian Oczipka, Makoto Hasebe, Stefan Reinartz, Stefan Aigner wieder in Normalform zu bringen. In der Hinrunde habe man zu selten ein eingespieltes Team auf den Rasen schicken können, auch seien viele Spieler immer wieder aus Verletzungen zurückgekommen, seien also nicht topfit gewesen.

Auf das Trainingscamp in den Emiraten, wo die Eintracht zwei Testspiele bestreiten wird, eines gegen den SC Al-Ahli Dschidda aus Saudi Arabien, setzen die Frankfurter ihre Hoffnungen. In der Wüste soll bei perfekten Bedingungen das verschüttete Leistungsvermögen freigeschaufelt werden, sollen und müssen die Grundlagen gelegt werden. Viel Zeit bleibt nicht, am 24. Januar (zu Hause gegen den VfL Wolfsburg) beginnt der „Behauptungskampf“ (Bruchhagen). Abu Dhabi, so Hübner, sei aber ein gutes Omen, „nach Abu Dhabi haben wir stets eine gute Rückrunde gespielt.“

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