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Eintracht Frankfurt Die linke Lösung

Eintracht Frankfurt hofft, durch die Neuzugänge die Baustelle am linken Flügel geschlossen zu haben. Ein dickes Lob gibt es für Marc Stendera.

Zwei aus der Kreativabteilung der Eintracht: Marc Stendera (links) und Neuzugang Marco Fabian. Foto: Heiko Rhode

Eines der zentralen Probleme bei Eintracht Frankfurt in der zurückliegenden Rückrunde war die Besetzung des linken Flügels. Seit dem Weggang von Takashi Inui nach Spanien haben die Hessen dort eine Vakanz. Sie war größer als gedacht, noch nie wurden dem kleinen Japaner so viele Tränen nachgeweint wie in den zurückliegenden Monaten. Wobei man leicht den Eindruck gewinnen konnte, dass Inui mit jeder Woche, die er weg war, besser geworden war. Trainer Armin Veh hat eine Menge probiert auf links, sogar Bastian Oczipka hat sich dor versucht, auch Constant Djapka oder der junge, unbedarfte Mijat Gacinovic. Von Erfolg waren die Experimente nie gekrönt.

In seiner Not hat der Fußballlehrer selbst Marc Stendera auf die Außenbahn gerückt. Aber da war der feine Techniker völlig verschenkt, in der Zentrale fühlt sich der 20-Jährige ohnehin sehr viel wohler.

Jetzt, nach einer guten Trainingswoche im Wüstenquartier in Abu Dhabi, hat sich der Coach entspannt zurückgelehnt. Eine zentrale Baustelle bei Eintracht Frankfurt, so sein momentaner Eindruck, konnte geschlossen worden sein. „Die linke Seite kriegen wir besetzt“, sagt Veh. Es sind die beiden Neuerwerbungen Szabolcs Huszti und Marco Fabian, die den Trainer derart zufrieden dreinblicken lassen. Beide können die linke Seite beackern, der Mexikaner Fabian ist derzeit erster Anwärter auf die Position des Linksaußens. Und auch der sehr variable einsetzbare Ungar Huszti ist einer, der links marschieren kann. Beide haben die Erwartungen des Trainers in den bisherigen Übungseinheiten erfüllt, endlich kann auch wieder über links gespielt werden. Veh ist sich ziemlich sicher, diese Vakanz geschlossen zu haben. „Mit diesen kleinen Veränderungen haben wir uns verbessert.“

Die linke Seite ist insofern ein elementarer Baustein im System des Armin Veh, weil er mit der Eintracht in einer 4-2-3-1-Formation spielen will. Diese Variante, offensiv und mit Risiko behaftet, hält er für die erfolgversprechendste. „Das steht uns besser zu Gesicht. Das wollen wir auch gegen vermeintlich stärke Gegner praktizieren“, sagt der Coach. Mit dieser taktischen Konzeption fühlt sich die Mannschaft am wohlsten, damit sei sie am ehesten in der Lage, entsprechende Torgefahr zu entwickeln und Chancen zu kreieren. „Ohne linke Seite aber geht das ganze Gebilde kaputt“, sagt Veh.

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In der Offensivabteilung stehen ihm derzeit sechs Mann zur Verfügung, neben Huszti und Fabian, dessen Integrationsprozess Fortschritte macht und der laut Veh schon erste Sätze auf deutsch formuliert, sind das Stefan Aigner, Alexander Meier, Marc Stendera und Haris Seferovic. Nimmt man Makoto Hasebe als defensiven Sechser hinzu, hat der Trainer genau einen Offensiven zu viel. Im Moment ist das Haris Seferovic, der Stürmer, der wegen Achillessehnenbeschwerden kürzertreten muss und wahrscheinlich am Donnerstag, dann wieder in Frankfurt, ins Mannschaftstraining einsteigen wird.

An Seferovic, der auch heute im letzten Testspiel in Dubai gegen Borussia Dortmund (16.35 Uhr/live in Sport 1) fehlen wird, freilich führt kein Weg vorbei, wenn er einigermaßen fit ist, ist er vorne als Spitze gesetzt.

Aigner wird Rechtsaußen spielen, Meier auf der Zehn, Stendera neben Hasebe aus der zweiten Reihe kommen. Im Grunde geht es darum, ob Fabian oder Huszti von Anfang an spielen werden. Einer von beiden wird den linken Flügel beackern. Immerhin: Veh hat personell wieder eine Wahl, ist somit deutlich flexibler.

Ein richtig guter Spieler

Der Trainer ist froh, Marc Stendera im zentralen Mittelfeld einsetzen zu können. Die Aushilfe auf links waren nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Ohnehin hält der 54-Jährige große Stücke auf Stendera, in Abu Dhabi rutschte ihm gar ein Vergleich mit dem großen italienischen Star Andrea Pirlo heraus, der derzeit seine Karriere in den USA beim FC New York City ausklingen lässt. Pirlo sei ebenfalls nie der Schnellste gewesen. „So weit wie Pirlo ist Stender noch nicht“, schränkt Veh ein.

Ihm imponiert aber, dass der gebürtige Kasselaner seine Defizite in puncto Schnelligkeit durch ein sehr cleveres Verhalten Mann gegen Mann kompensiert. Aus einem Nachteil habe er einen Vorteil gemacht. „Er hat ein unheimlich gutes Zweikampfverhalten entwickelt, weil er kein Pfeil ist“, lobt Veh, der dem 20-Jährigen einst prophezeite, in zwei Jahren diese Mannschaft zu führen. Jetzt sagt er: „Er braucht keine zwei Jahre mehr.“

Der Coach traut dem Mittelfeldspieler, der noch Vertrag bis 2017 (plus Option) hat und gerne bleiben möchte, eine internationale Karriere zu. Veh: „Wenn seine Entwicklung so weiter geht und er bei uns bleibt, kann er ein richtig guter Spieler werden.“

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