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Eintracht Frankfurt De Bruyne verdirbt das Happyend

Eintracht Frankfurt kassiert erst 120 Sekunden vor dem Ende gegen den VfL Wolfsburg den Ausgleich zum 1:1. Heribert Bruchhagen zeigt sich zufrieden: „Das war eine sehr ordentliche Leistung.“

Der Nackenschlag in den Schlussminuten: Kevin de Bruyne trifft zum 1:1-Ausgleich. Foto: Jan Huebner

So richtig wusste der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hinterher nicht, ob er sich über den einen Punkt freuen oder wegen der zwei verlorenen Zähler trauern sollte. Vor dem Spiel wären die Frankfurter sicherlich mit einem Remis gegen den VfL Wolfsburg zufrieden gewesen. Doch der Ausgleichstreffer zum 1:1 rund 120 Sekunden vor dem Ende trübte die Freude. „Um Wolfsburg schlagen zu können, muss schon viel zusammen kommen“, sagte der Klubchef. Dennoch war er mit der Leistung seines Teams zufrieden: „Das war eine sehr ordentliche Leistung.“

Vor allem kämpferisch überzeugten die Gastgeber. „Wir haben heute alle gut gearbeitet“, fand auch Alexander Meier, der am Dienstagabend vor 34 400 Zuschauern nur ein einziges Mal gefährlich zum Abschluss kam: „Das war auf jeden Fall eine Steigerung gegenüber dem Freiburg-Spiel. Und es war nicht nur eine Halbzeit gut. Schade, dass wir nur einen Punkt mitnehmen.“ Ähnlich sah es auch Eintracht-Trainer Thomas Schaaf: „Wir ärgern uns ein bisschen über das späte Tor.“ Doch er war angetan von der Reaktion, die seine Mannschaft gezeigt hat: „Wir haben uns Wolfsburg entgegen gestemmt.“

Kinsombi verteidigt

Und wieder hatten die Frankfurter die ganz große Gelegenheit verpasst, den Sack gegen den VfL Wolfsburg vorzeitig zuzumachen. Zwischen der 62. und 64. Minute vergaben Takashi Inui und Marco Russ zwei glasklare Tormöglichkeiten. Ob die Wolfsburger dann noch einmal zurückgekommen wären?

Die knifflige Frage, wer auf der rechten Abwehrseite spielen würde, hatte Thomas Schaaf überraschend gelöst: David Kinsombi sollte für den gelb-gesperrten Timothy Chandler verteidigen, bislang ist der junge Mann nicht besonders aufgefallen. Gegen Hannover 96, in seinem ersten Bundesligaspiel, hatte er große Probleme gehabt. Zuletzt im Testspiel im Trainingslager in Abu Dhabi gegen Al Ain FC ist er von seinem Gegenspieler Miroslav Stoch regelrecht vorgeführt worden.

Gegen den VfL Wolfsburg hatte er es abwechselnd mir Ivan Perisic und Kevin de Bruyne zu tun. Und Kinsombi machte seine Sache ordentlich. Große Impulse nach vorne konnte er nicht setzen, aber er hielt seine Seite – mit Ausnahme der 88. Minute – dicht. Dazu kehrte Carlos Zambrano nach viermonatiger Verletzungspause ins Team zurück, er bildete mit Marco Russ die Innenverteidigung. Bamba Anderson, etatmäßiger Stopper, musste auf die Ersatzbank. Zambrano tat der Hintermannschaft lange Zeit richtig gut. Er fegte wie gewohnt dazwischen, sorgte für Ordnung in der Hintermannschaft.

Und Eintracht Frankfurt fing vor der Minuskulisse nicht schlecht an. Von Verunsicherung wegen der 1:4-Blamage von Freiburg oder Respekt vor dem VfL Wolfsburg war nicht viel zu spüren. Die Hessen versuchten, ihr Spiel durchzuziehen.

Zeitweise sah das ganz hübsch aus, etwa nach 28 Minuten, als Makoto Hasebe, ohnehin der stärkste Frankfurter Feldspieler, einen feinen Pass auf Alex Meier spielte. Doch der Lange, ein bisschen zu weit abgedrängt, scheiterte mit seinem Schuss an Torwart Diego Benaglio. Insgesamt aber standen die Frankfurter deutlich kompakter, deutlicher stabiler vielleicht auch deshalb, weil sich Meier ein wenig mehr ins Mittelfeld fallen ließ. Zudem legten die Frankfurter einen erstaunlichen kämpferischen Einsatz an den Tag, sie beharkten und beackerten die Gäste, wo es nur ging. „Ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft zusammengearbeitet hat. Wir waren diszipliniert, engagiert und standen sehr kompakt“, hob Trainer Thomas Schaaf zufrieden den Daumen.

Trotzdem kamen die selbstbewussten Wolfsburger, von 200 mitgereisten Fans unterstützt, dank ihres Tempos und ihre spielerischen Fähigkeiten fast leichtfüßig zu Möglichkeiten. Die größte verhinderte Zambrano (24.), als er in letzter Sekunde einen Schuss von Ivan Perisic abblockte. Doch insgesamt konnten oder wollten die Wolfsburger, die ohne ihren Millionen-Mann aus London, André Schürrle, nach Frankfurt gereist waren, nicht an ihre überragende Leistung aus dem Spiel gegen den FC Bayern München anknüpfen. Und hätte Takashi Inui nach etwas mehr als einer halben Stunde sein Herz in die Hand genommen und geschossen, statt noch einmal quer auf Stefan Aigner spielen zu wollen, wer weiß, womöglich wäre die Eintracht mit einer Führung in die Pause gegangen.

Tolles Solo

„Die Eintracht hat es uns schwer gemacht“, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking nach der Partie. Vor allem, nachdem sie in Führung gegangen war: Es war Takashi Inui, der den Treffer mit einem tollen Solo und einem ebensolchen Pass vorbereitete. Es war Stefan Aigner, der platziert ins lange Eck schob (58.). Ausgerechnet Aigner, der noch in Freiburg der große Unglücksrabe war. Allein an seinem Torjubel sah man, wie viele Steine ihm da von der Schulter gefallen waren.

In den nächsten vier Minuten hätten die Gastgeber eigentlich den Sack zubinden können. Erst vergab Inui (62.) eine perfekte Vorarbeit von Aigner und schoss überhastet über das Tor.

Dann kratzte Ricardo Rodriguez einen Heber von Marco Russ gerade noch von der Torlinie. Vorangegangen war eine prima Kombination zwischen Haris Seferovic und dem Verteidiger.

Doch weil das 2:0 nicht gefallen war, musste die Eintracht in der 88. Minute den Ausgleich hinnehmen. Einen Querpass des eingewechselten Marcel Schäfer schob de Bruyne aus kurzer Distanz ins Tor. Und sorgte bei den Frankfurtern für lange Gesichter.

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