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Eintracht Frankfurt Das Phantom und sein Kompagnon

Alex Meier bleibt die Lebensversicherung, erhascht ein Sonderlob von Marco Fabian und hätte die Eintracht fast verlassen.

Marco Fabian brachte die Wende und weiß schon jetzt, wo er den Ball hinspielen muss: immer schön zu Alex Meier. Foto: dpa

Das Phänomen Alexander Meier hat Marco Fabian recht früh aufgespürt. „Vom ersten Tag habe ich gemerkt, was das für ein Spieler ist“, sagte der Neuzugang der Frankfurter Eintracht. „Er ist ein sehr intelligenter, ein fantastischer Spieler.“ Und Fabian hat, na klar, auch schon recht früh gespürt, was zu tun ist, um in seinem neuen Verein erfolgreich zu sein. „Du musst ihm die Bälle geben, dann schießt er die Tore.“ So einfach kann Fußball im vereinten Meier-Land sein.

Hinterher mussten die beiden Hauptdarsteller zu einem Interviewmarathon antreten, beide hatten das Spiel geprägt und ihm ihren Stempel aufgedrückt. Alexander Meier ist das gewohnt. Er schießt seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit eine wahre Unzahl an Toren. Bei dem mittlerweile 33 Jahre alten Meier ist es wie mit altem Wein: Je älter, desto besser. Wertvoller sowieso.

Nachdem der Mittelfeldstürmer die Eintracht mit seinem Dreierpack zu diesem eminent wichtigen 3:2-Erfolg gegen Wolfsburg geschossen hatte, wurde wieder allseits das Phantom Meier besungen. Durchaus mit feinem Humor. Marc Stendera, der Schlawiner, witzelte frech: „Wir sind alle fassungslos über Meier. Er macht ja sonst nicht allzu viel. Aber vorne ist er dann da. Das ist dann Weltklasse.“

Diese drei Tore waren typisch für den bescheidenen Spieler mit dem ausgeprägten Torriecher. Sie waren Zeugnis seiner großen individuellen Klasse, seines herausragenden Könnens, gerade im Abschluss. Vor allen Dingen das Ausgleichstor war ein erstklassiger Treffer, eine Symbiose seiner überragenden Technik mit seiner ebenso überragenden Abschlussstärke. „Entweder man hat diese Qualität vor dem Tor oder man hat sie nicht – ich habe sie nicht“, räumte Stefan Aigner ein.

Und dieses Spiel gegen Wolfsburg war auch Ausdruck der ewigen Diskussion rund um Alex Meier. Denn bis zum 1:1 in der 66. Minute fragte sich manch Zuschauer oben auf der Tribüne sehr wohl, ob die Eintracht ihren besten Torschützen gar nicht aufgeboten hätte. 13 Ballkontakte hatte der Lange in mehr als einer Stunde Spielzeit – so viele hat Bayern-Star Xabi Alsonso in den ersten drei Minuten. Mit seinem 14. Ballkontakt machte der dienstälteste Frankfurter Profi dann den Ausgleich.

Und so werden ihn bis zum Ende seiner Karriere zwei Leitsätze verfolgen. „Meier gut, Eintracht gut“, heißt der eine. Und der andere: „Wenn er keine Tore schießt, spielt er nicht.“ Meier kann darüber nur noch lächeln.

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Es ist kein Zufall, dass der Norddeutsche, längst in Frankfurt assimiliert, regelmäßig zweistellig trifft, mal 17, 16 oder, wie letztes Jahr, 19 Treffer macht und sich damit die Torjägerkanone holt. Das ist gar nicht hoch genug zu bewerten, weil Meier in einer Mittelklassemannschaft spielt, die in den letzten Jahren die meiste Zeit gegen den Abstieg gekämpft hat.

Ihm werden die Bälle nicht perfekt aufgelegt, er spielt nicht mit den besten Mitspielern zusammen. Nein, Alex Meier muss aus den wenigen Gelegenheiten das Beste machen – und das macht er. Meier ist und bleibt die Frankfurter Lebensversicherung.

Ein unmoralisches Angebot

Und er hat sich gerade jetzt für die Rückrunde viel vorgenommen, will vorneweg gehen, weil er die neue Verantwortung als Kapitän spürt. Der stellt er sich. In erster Linie, indem er sein Kapital, seinen Körper, pflegt. „Er hat mir erzählt, dass er im Urlaub besonders viel gemacht hat und in guter Verfassung ist“, sagte Torwart Lukas Hradecky. „Jetzt profitieren wir davon.“

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