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Eintracht Frankfurt Chico Geraldes - der kleine Junge

Chico Geraldes soll künftig im Eintracht-Spiel Regie führen.

Chico Geraldes
Willkommene Abkühlung: Chico Geraldes badet in einem See unweit des Trainingsplatzes. Foto: Jan Huebner

Was er meint, ist klar: Fabian und Salcedo gelten schon seit geraumer Zeit als die Stimmungskanonen im Team. Zudem kannte Geraldes auch Paciencia persönlich, mit ihm spielte er einst in portugiesischen Jugendnationalmannschaften zusammen. „Für mich ist es ein neues Land und eine neuen Sprache. Das ist natürlich schwierig“, sagt Geraldes.Mit erst 23 Jahren ist der in Lissabon geborene und bei Sporting fußballerisch ausgebildete Mittelfeldspieler in seiner Heimat doch schon ein bisschen rumgekommen. 2016 kickte er auf Leihbasis beim Mittelklasseklub FC Moreirense, in der vergangenen Spielzeit beim kaum besseren FC Rio Ave. Auch die Eintracht, die bereits vor einem Jahr Interesse am offensiven Mittelfeldspieler bekundete, ein Gespräch zwischen Spieler und Klub aber nicht stattgefunden hatte, sicherte sich die Dienste der neuen Nummer 18 nun lediglich für eine Saison. Ein Kauf war an der zu hohen Ausstiegsklausel (45 Millionen Euro) gescheitert. Einer Kaufoption für kommenden Sommer stimmte Sporting nicht zu.

Unauffälliger Start

In den wenigen Trainingseinheiten in Südtirol ist es Geraldes bisher noch nicht gelungen, bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es ist zu spüren, dass der nur 1,75 Meter kleine und vor allem ziemlich schmächtige Mann mit dem Kinnbart zwar technisch gute Anlagen besitzt, sich aber an das andere Tempo, die neue Spielweise mit mehr Körpereinsatz in einer Bundesligamannschaft gewöhnen muss. „Chico Geraldes ist laufstark, auch hat er bei Sporting eine gute Ausbildung genossen. Er ist ein Spieler mit viel Entwicklungspotenzial“, hatte Eintracht-Trainer Adi Hütter nach dem Geraldes-Deal der FR gesagt. Der Spieler selbst sieht sich vor allem als Zuarbeiter für seine stürmenden Kollegen. „Ich will viele Tore vorbereiten.“ In 49 Spielen in der ersten Liga Portugals gelang ihm das zehnmal, vier weitere Treffer erzielte er selbst.

Im Training hatte Geraldes, der privat gerne historische oder philosophische Bücher liest, seine bisher auffälligsten Aktionen bei einer Extraschicht. Da legte sich der mit beiden Füßen ziemlich gut fußballspielende, aber mit dem rechten noch etwas stärkere Offensivmann mehrere Freistöße rund 20 Meter vor dem Kasten parat. Nicht alle, aber doch ziemlich viele versenkte er über die Mauer aus Plastikmännchen hinweg im Netz. Ein Freistoßspezialist also? „Ich duelliere mich da mit Johnny de Guzman“, antwortet Geraldes. Eine Stärke des Portugiesen ist der ruhende Ball allemal.

Die Frankfurter haben den 23-Jährigen darüber hinaus vor allem in der Hoffnung verpflichtet, dass Geraldes künftig Regie im Eintracht-Spiel führen wird. Er soll der Gestalter werden, der mit seinen schnellen, wendigen Schritten die entscheidenden Situationen initiiert. „Ich lerne die Ideen des Trainers jetzt langsam kennen“, sagt Geraldes angesprochen auf seine Rolle. Es sei sein erstes Jahr in der Bundesliga, „da hoffe ich, dass ich viel spielen werde und der Mannschaft dabei helfen kann, die Ziele zu erreichen.“

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