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Eintracht Frankfurt Baustelle im Sturm

Eintracht Frankfurt sucht nach einem treffsicheren Angreifer. Gute Chancen hat der Verein beim Freiburger Johannes Flum, keine bei Daniel Caligiuri

Bald im gleichen Trikot? Carlos Zambrano (l.), Johannes Flum (M.) und Pirmin Schwegler (verdeckt). Foto: afp

Eintracht Frankfurt sucht nach einem treffsicheren Angreifer. Gute Chancen hat der Verein beim Freiburger Johannes Flum, keine bei Daniel Caligiuri

Natürlich wird in Frankfurt auch Tage später noch über diese fast schon groteske Szene diskutiert, als Srdjan Lakic ausgerechnet im Spiel gegen Bayern München diese Riesenchance ausließ und den Ball aus zwei, drei Metern Entfernung nicht im Tor unterbrachte, sondern in Manuel Neuer seinen Meister fand. Friedhelm Funkel, der Frankfurter Ex-Trainer, hat in der Sendung „Heimspiel“ des HR am Montagabend so klar wie kaum einer sonst Stellung bezogen: „Der muss einfach rein, da gibt es keine Entschuldigung. Ein Torjäger muss den Ball reinmachen, egal, wer da im Tor steht.“

Lakic schaut nach vorne

Nun ist es so, dass ein solch kapitaler Fehlschuss auch sehr viel mit Selbstvertrauen und Glauben in die eigene Stärke zu tun hat, da lässt sich sehr schön ablesen, welch bedeutende Rolle die mentale Verfassung der Fußballer spielt. Um Lakic’ Selbstbewusstsein ist es nicht sonderlich gut bestellt, der 29-Jährige hängt nach seinem Traumeinstand (zwei Tore in Hamburg) durch, war verletzt, pendelt seitdem zwischen Ersatzbank und Spielfeld. Gegen die Bayern wurde er zur allgemeinen Überraschung nicht für die Startelf nominiert, an seiner statt irrlichterte Karim Matmour völlig desorientiert übers Feld. „Ich war enttäuscht, ich bin gut drauf seit zwei, drei Wochen“, sagte Lakic, der die Entscheidung des Trainers aber natürlich respektiert. „Ich schaue nach vorne.“ Lakic ist der festen Überzeugung, dass die „Tore irgendwann alle auf einmal kommen werden, so ist das im Sport.“ Wichtig sei, sich die Chancen herauszuarbeiten. „Das ist entscheidend.“ Das ist korrekt, man kann annehmen, dass Matmour nicht dort gestanden hätte, wo Lakic lauerte, aber was nutzt es, wenn der Ball nicht reingeht? Das Ergebnis ist so ziemlich das gleiche.

Der wieder zu erlangenden Treffsicherheit von Lakic könnte noch entscheidende Bedeutung zukommen, denn im Grunde ist er der einzig verbliebene Stürmer, der halbwegs ernst zu nehmen ist, zumal dann, wenn der an einem Muskelfaserriss laborierende Alexander Meier noch weiter ausfallen sollte. Sein Einsatz im Schlüsselspiel am Sonntag in Augsburg ist weiter ungewiss.

Der Angriff ist die größte Baustelle, auch im Hinblick auf die neue Saison. Lakic ist bis 2014 aus Wolfsburg ausgeliehen, konnte bisher aber Trainer Armin Veh nicht wirklich überzeugen. Matmour ist und wird kein Stürmer. Und Olivier Occean ist schon seit mehreren Spielen nicht mehr im Kader. Das 1,3-Millionen-Euro-Missverständnis ist in Ungnade gefallen. Dass ihn Veh nicht mal mehr ins Aufgebot beruft, ist auch als Signal an den Kanadier zu verstehen, dass er bei der Eintracht definitiv keine Zukunft mehr haben und keine Rolle mehr spielen wird. Occean wird den Klub verlassen. Für ihn gibt es einige Interessenten, die Frage wird sein, wie viel ihrer Ablösesumme die Eintracht wird einspielen können.

Koch auf keiner Liste

Mindestens zwei Stürmer werden also noch kommen, das ist die kniffligste, weil wichtigste und auch teuerste Position. Ein Angreifer wie Kevin Volland aus Hoffenheim ist für die Eintracht nur schwer zu finanzieren, da die halbe Bundesliga mitbietet. Ein richtig guter Stürmer kostet viel Geld.

Auf Sportdirektor Bruno Hübner wartet noch eine Menge Arbeit, er steht erst am Anfang. Hübner scheint in einer Personalie relativ weit zu sein. Der geplante Deal mit dem Freiburger Johannes Flum soll relativ weit fortgeschritten sein, da sieht die Eintracht gute Chancen, den 25-jährigen Defensivallrounder zu bekommen. Um einem anderen Breisgauer Spieler haben sich die Hessen allerdings vergebens bemüht. Daniel Caligiuri wird sich dem Champions-League-Aspiranten Bayer Leverkusen anschließen. Und der von der Bild-Zeitung ins Spiel gebrachte Julian Koch aus Duisburg steht zumindest momentan nicht auf einer Liste der potenziellen Neuzugänge drauf.

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