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Eintracht Frankfurt Adi Hütters Spielidee

Eintracht-Trainer Adi Hütter arbeitet an Feinheiten, um seine neue Mannschaft im großen Ganzen voranzubringen.

Eintracht Frankfurt
Will seine Idee vom Pressing den Eintracht-Profis möglichst schnell einimpfen: Trainer Adi Hütter. Foto: Imago

Ein quadratisches Feld, etwa acht mal acht Meter klein, vier Spieler an den Ecken und zwei in der Mitte, die dem Ball hinterherjagen und ihn ergattern müssen. Vom Kreisligakicker bis zum Bundesligaprofi – fast jeder Fußballer kennt dieses Aufwärmprogramm, das meist ohne große Intensität, dafür aber mit reichlich Kabinettstückchen vollführt wird. Hier ein Tunnel für den Teamkollegen, dort ein Hackentrick für die Galerie. Kurzum: eine Übung zum Spaßhaben, zum leichten Anschwitzen, bevor es anschließend richtig losgeht.

Bei Adi Hütter, dem neuen Chef der Frankfurter Eintracht, sieht das sonst so lockere Überzahl-Unterzahl-Spielchen völlig anders aus. Für den Trainer ist es ein Baustein, um seine Idee vom Fußball zu vermitteln. „Vier gegen zwei, sechs gegen drei – das sind Basisübungen für das Spiel gegen den Ball. Wenn die Jungs in der Mitte es gut machen, im richtigen Moment attackieren, dann können sie aus einer Unterzahl schnell eine Überzahl schaffen“, sagte Hütter.

Schon als der Österreicher vor knapp drei Wochen bei seiner Vorstellung im Bauch der Arena nach seiner Spielidee gefragt wurde, machte er deutlich, wo die Reise der Hütter’schen Eintracht künftig hingehen soll: Viel weiter in die gegnerische Hälfte, früheres Attackieren, Pressing weit weg vom eigenen Tor. „Man kann seinen Gegenspieler stellen und abwarten“, sagte Hütter, „aber das bringt nicht viel.“ Es sei wichtig, voll durchzuziehen, auch den letzten Schritt zu gehen, „dann hat der Gegner keine Zeit mehr“. In Wahrheit sei Pressing kein Mittel zu Verteidigung des eigenen Kastens, sondern vielmehr eines, um selbst zum Erfolg zu kommen. „Bei einer Balleroberung schaut man direkt auf das gegnerische Tor“, erläuterte Hütter den größten Vorteil.

So weit die Theorie, in der Praxis bedeutet das für den Trainer der Hessen noch viel Arbeit. In der gestrigen Vormittagseinheit, am Nachmittag folgte noch eine zweite, teilte er seine Mannschaft auf. Die ersten zehn auf dem Rasen, die anderen im Kraftraum. Eine Stunde später tauschten die Kicker die Rollen. Es sei für diese Übungsform, vier gegen zwei, von Vorteil, mit einer kleineren Anzahl an Spielern zu arbeiten. „Dann kann ich besser auf jeden Einzelnen eingehen. Ich möchte das selbst in die Hand nehmen“, sagte Hütter, der seine Schützlinge abwechselnd lobte, auf Fehler hinwies, und vor allem lautstark anfeuerte. „Auf Zehenspitzen, lockerer in den Beinen, dann bist du schneller“, bekam Danny Blum vom 48-jährigen Coach mit auf den Weg. „Zieh durch, bis zum Ende“, lautete die Anweisung an Jetro Willems. 

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