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Eintracht Frankfurt Adi Hütter reizt

Der Eintracht-Coach kann nach dem Niederlagendoppel nur an Kleinigkeiten feilen. Bei der Wahl zum Trainer des Jahres landet er auf Platz zwei.

Credit Suisse Sports Awards 2018
Adi Hütter, Cheftrainer von Eintracht Frankfurt, kommt zu den Credit Suisse Sports Awards 2018. Foto: dpa

Der Adi und der Christian, sie hatten sich ordentlich herausgeputzt. Lackschuhe, dunkle Anzüge, Fliegen, der ganz feine Zwirn. Sie hatten dazu richtig gute Sitzplätze, weit vorne, nah an der Bühne, sie wurden von den TV-Kameras fixiert, ihr breites Lächeln für die heimischen Sofasitzer eingefangen. Adi und Christian, das sind die beiden Österreicher Hütter und Peintinger, gute Freunde, einst WG-Partner, heute Trainerkollegen bei Eintracht Frankfurt in der Fußball-Bundesliga. Chef Hütter und Assistent Peintinger, sie waren am Sonntag für einen Abend zu Gast in der Schweiz, bei den Sport Awards in Zürich. Gekürt wurden neben dem Sportler und der Sportlerin des Jahres auch die beste Mannschaft und der beste Trainer des Landes in 2018.

Adi Hütter, vergangene Saison noch Fußballlehrer bei Young Boys, wurde mit dem Klub aus Bern erstmals seit 32 Jahren wieder Schweizer Meister. Das brachte seiner Mannschaft als auch ihm Nominierungen in den entsprechenden Kategorien ein.

Eintracht: erstes kleines Tief

Letztlich reichte es zwar nur für zweite Plätze – jeweils hinter der Schweizer Eishockeynationalmannschaft, beziehungsweise deren Trainer, ein bisschen Abwechslung vom Alltag war der Ausflug in den Norden der Alpenrepublik aber gewiss.

Der Alltag, der ist dieser Tage für Adi Hütter und Christian Peintinger ein anstrengender. Dazu ist er sicher nicht dramatisch schlimm, aber doch ein bisschen ärgerlich. Die Jungs von Adi und Christian, die Berufskicker der Eintracht, sie stecken in ihrem ersten kleinen Tief der Saison. Zwei Niederlagen nacheinander, gegen Wolfsburg und in Berlin, das hatte Anfang Dezember wohl kaum jemand erwartet. Zumal die beiden Pleiten auf eine mehr als unnötige Weise zustande kamen. Die Frankfurter waren weder gegen Wolfsburg noch gegen Hertha die schlechtere Mannschaft, sie machten nur hinten ein paar Fehler zu viel und vorne ein paar Tore zu wenig.

Darauf angesprochen, was denn nun zu tun sei, ob das Team nach der Erfolgsserie und den damit verbundenen Lobeshymnen - wohlgemerkt selten vom Trainer selbst vorgetragen - nach dem Niederlagendoppel nun ein paar deutliche Worte zu hören bekomme. Ob vielleicht sogar mal eine lautere Ansprache nötig sei, um die zurzeit so ein bisschen schludrigen Profis wieder in die Spur zu setzten, überlegte Hütter einen Moment. Er schaute kurz zu Boden, richtete seinen Blick wieder auf, lächelte und sagte: „Ich bin noch nicht da, wo ich die Mannschaft haben will.“ Sollte wohl so etwas heißen wie: Das wird die Mannschaft rechtzeitig erfahren, die Öffentlichkeit aber nicht.

Es waren Worte, die der 48-Jährige schon während der vergangenen Monate ab und an gewählt hatte. Denn auch damals in Zeiten des Dauerhochs hatte der Frankfurter Trainer ein paar Tiefen im Spiel seiner Elf ausgemacht. Etwa die mitunter fehlenden fußballerischen Elemente im zentralen Mittelfeld, auch die Schwächen bei gegnerischen Standardsituationen.

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