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Eintracht Frankfurt Adi Hütter kommt ohne das Double

Der neue Trainer von Eintracht Frankfurt verliert überraschend mit Young Boys Bern im Pokalfinale gegen FC Zürich.

Adi Hütter
Geht mit Kusshand und einem weinenden Auge: Adi Hütter, kein Doublesieger. Foto: afp

Adi Hütter, ab Sommer der neue Trainer der Frankfurter Eintracht, hat in seiner Laufbahn als Spieler (SV Austria Salzburg, Grazer AK) und Trainer (SV Grödig, RB Salzburg, Young Boys Bern) ja durchaus nicht ganz erfolglos gespielt und gearbeitet. Dreimal war er österreichischer Meister (1994, 1995 und 1997), dazu gewann er viermal der Supercup in Felix Austria.

Als Coach wurde er in Österreich Meister und Pokalsieger, jeweils 2015 mit Salzburg, zuletzt, das ist bekannt, mit Young Boy Bern auch Schweizer Meister. Die Jungs aus der Hauptstadt deklassierten den Abonnementsmeister FC Basel mit 15 Punkten und holten erstmals seit 32 Jahren den Titel nach Bern. „Ich bin gierig auf Titel! Deshalb brauche ich mich nicht zusätzlich heiß zu machen. Ich bin grundsätzlich schon heiß. Ich werde die Mannschaft dementsprechend einstellen und so motivieren, dass sie gut ins Spiel geht“, hatte der 48 Jahre alte Coach im Vorfeld des Cupfinales an diesem Sonntag dem „Blick“ gesagt.

Mit einem Double freilich wird Adi Hütter nicht zum Pokalsieger nach Frankfurt kommen: Überraschend unterlag der Meister im eigenen Stade de Suisse in Bern auf Kunstrasen trotz Überzahl dem Tabellenvierten FC Zürich mit 1:2 (0:1). Zürich lag im Klassement sage und schreibe 35 Punkte hinter Young Boys. Dabei hatte Adi Hütter vor dem Endspiel noch gewarnt und auf das Beispiel seines neuen Klubs verwiesen: Auch Bayern München sei im deutschen Pokalfinale gegen die Eintracht turmhoher Favorit gewesen und habe verloren: „Das alleine ist Warnung genug! Der Sieg der Eintracht ist ein Paradebeispiel, wie ein David gegen einen Goliath gewinnt, wenn der nicht hundert Prozent Leistung bringt. Wenn man Favorit ist, heißt das noch lange nicht, dass man ein Spiel gewinnt.“ Genutzt hat der erhobene Zeigefinger ganz offensichtlich nichts.

Der FC Zürich, trainiert vom früheren Bundesligaprofi (Werder Bremen, VfB Stuttgart) Ludovic Magnin, war vor 30 000 Zuschauern früh (11. Minute) in Führung gegangen. Michael Frey hatte getroffen, jener Michael Frey, der zuletzt nicht mehr gut genug war für die Berner und im vergangenen Jahr nach Zürich gewechselt war. Frey konnte es sich auch nicht verkneifen, nach seinem Tor jubelnd an Trainer Hütter vorbei zu laufen. In der zweiten Halbzeit erhöhte der Schweizer Meister den Druck, ohnehin hatte der Favorit deutlich mehr vom Spiel. Dann sah der nach der Pause eingewechselte Zürcher Sangone Sarr die Gelb-Rote Karte (67.), doch erstaunlicherweise nutzte Antonio Marchesano in der 75. Minute seine Möglichkeit und erhöhte auf 2:0 für den Außenseiter. Miralem Sulejmani (80.) konnte mit seinem Anschlusstreffer nur noch kurzfristig für Spannung sorgen. Mit Fortune und Geschick schaukelte der FC Zürich das Finale über die Zeit. Somit haben es die Young Boys um Manager Christoph Spycher, dem langjährigen ehemaligen Linksverteidiger der Eintracht, verpasst, ihre überragende Saison mit dem Double zu krönen.

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