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Eintracht - Bayern Ein ungleiches Duo mit viel Verantwortung

Die Offensivbemühungen stehen und fallen vor allem mit Ante Rebic und Kevin-Prince Boateng.

Eintracht Frankfurt - FC Bayern München
Wieder nix: Ante Rebic (rechts) wird von Bayern-Verteidiger Jérôme Boateng abgeblockt. Foto: Eberhard Krieger

Fast 60 Prozent Ballbesitz im zweiten Abschnitt, 12:5 Torschüsse, eine Passquote von 84 Prozent (81 die des Gegners) – all das sind statistische Werte, die für Eintracht Frankfurt bemerkenswert sind, gerade wenn man den Kontrahenten heranzieht, Abomeister Bayern München. 

Selten hat eine Eintracht-Mannschaft ein derartiges Übergewicht gegen eine Auswahl aus dem Freistaat gehabt, und doch stand am Ende eine 0:1-Niederlage, weil es nicht unbedingt so war, dass ein Tor für die Hessen in der Luft lag. Dazu waren die Bayern zu abgezockt und verteidigten viel zu geschickt. Das muss man anerkennen. 

Keine richtige Torchance

Was man der Eintracht vielleicht vorwerfen muss, ist, dass sie nicht entschlossen genug auf einen Treffer spielte, was sich zugegebenermaßen gegen den Serientitelträger hinterher leichterdings analysieren lässt. „Der letzte Pass, der letzte Zentimeter hat gefehlt“, urteilte Kevin-Prince Boateng. Eigentlich kamen die Frankfurter zu keiner wirklichen Torchance, im ersten Abschnitt scheiterte Ante Rebic mit zwei Schüssen an Torwart Tom Starke – Schüsse freilich, die der Keeper halten muss. Im zweiten Durchgang gab es einige Schusschancen oder letztlich abgeblockte Hereingaben von außen. Alarmstufe rot herrschte im Bayern-Strafraum selten. „Das Quäntchen Glück und die Sauberkeit im Abschluss haben gefehlt“, befand Sportvorstand Fredi Bobic. 

Man kann nicht erwarten, dass die Eintracht die Bayern von einer Verlegenheit in die nächste stürzt, wenn sie sich gegen weitaus minderbemitteltere Kontrahenten schon schwer tut, ein Spiel zu gestalten und Möglichkeiten zu kreieren. Aus den Offensivbemühungen der Eintracht lassen sich wenig Rückschlüsse für den „normalen“ Bundesligaalltag ableiten. Positiv ist zu vermerken, dass die Frankfurter zeitweise versucht haben, Fußball zu spielen – was gegen die Bayern aber unter Umständen auch leichter fallen kann als gegen destruktive Opponenten. Und doch bleibt es dabei: Trainer Niko Kovac muss die Balance zwischen einer massiven Verteidigungslinie und fußballerischen Struktur finden, einer Leitidee. Kovacs Hauptaugenmerk liegt auf der Defensive, das ist richtig so. Diese Stabilität unterscheidet die Eintracht von den Teams, die als heiße Abstiegskandidaten gelten. Und es gibt keinen Trainer, der nicht die Kampfeskraft, Willensstärke und Organisation der Eintracht lobt. Als Lieblingsgegner taugen die giftigen Frankfurter nur bedingt. 

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