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DFB-Pokal-Aus Eintracht Frankfurt blamiert sich bis auf die Knochen

Titelverteidiger Eintracht Frankfurt scheidet im Pokal in Ulm sensationell aus – doch die Verantwortlichen sehen es erstaunlich locker.

Luka Jovic
Luka Jovic reagiert auf eine verpasste Chance im Spiel gegen Ulm. Foto: rtr

Ihre mit Abstand besten Szenen hatten die ganz in schwarz gewandeten Frankfurter Spieler, als die zweite Niederlage im zweiten Pflichtspiel besiegelt war und der große Titelverteidiger beim kleinen Underdog die Segel gestrichen hatte. Eintracht-Profi Mijat Gacinovic, im Gesicht weiß wie die Wand, scheute sich nach dem sensationellen Pokal-Aus beim Viertligisten SSV Ulm nicht, Klartext zu sprechen. „Wir müssen schnell zusehen, auf unseren alten Weg zu kommen“, sagte der Serbe nach dem 1:2 (0:0). Er sah schon jetzt, bereits vor dem Bundesligastart am kommenden Samstag in Freiburg, Redebedarf. Dringenden Redebedarf. Die Mannschaft müsse sich zusammensetzen und sich die Meinung geigen. „Wir müssen ehrlich miteinander umgehen, denn so geht es nicht weiter.“

Zwei Minuten später hieb Makoto Hasebe, noch einer der Besseren in einer blassen und tumben Mannschaft, in dieselbe Kerbe: „Wir haben keinen Zweikampf gewonnen, die zweiten Bälle verloren, so kannst du kein Fußallspiel gewinnen.“ Und Danny da Costa sah derart bedröppelt aus, dass man ihn am liebsten in den Arm genommen und getröstet hätte. „Mir reicht es jetzt mit den Nackenschlägen“, sagte der Verteidiger. In Freiburg müsse man schnell all die Tugenden zeigen, die das Team einst stark gemacht hatten: „Wir müssen über 90 Minuten erst mal wieder Entschlossenheit, Konsequenz, Kampf- und Laufbereitschaft zeigen. Vielleicht hat uns in Ulm auch ein bisschen das Herz gefehlt. Wir haben noch ein bisschen Kredit, aber wir müssen aufpassen, dass wir den letzten Kredit nicht auch noch verspielen.“

Eintracht Frankfurt, im Mai noch so ziemlich auf dem Gipfel ihrer jüngeren Vergangenheit und nach dem Pokaltriumph nach allen Regeln der Kunst abgefeiert, ist endgültig auf dem Boden der Tatsachen angelangt und hat sich eine erste kleine Krise genommen  - vor dem ersten Bundesligaspieltag. Das blamable Ausscheiden des Titelverteidigers ist natürlich die erste und größte Sensation der noch jungen Pokalsaison. Und doch muss man konstatieren: Das Ausscheiden kam nicht aus heiterem Himmel, nicht aus dem Nichts, nein, es hatte sich angedeutet. Die Leistungen in der Vorbereitung und der Partie im Supercup gegen die Bayern (0:5) waren zu dürftig. Das Schlimme daran: Die Sorgen sollten sich als begründet herausstellen.

Die Niederlage gegen den Regionalligisten, die Steffen Kienle (48.) und Vitalij Lux (75.) bei einem Gegentor des eingewechselten Goncalo Paciencia (90.) besiegelten, zeigte einmal mehr, dass die Hessen in dieser Verfassung in der Bundesliga nicht konkurrenzfähig sind. Die Mannschaft ist  - Stand jetzt – deutlich schwächer als die letztjährige. Wer das nicht sieht oder wahrhaben will, verschließt die Augen vor der Realität. Eines ist klar: Die Eintracht wird personell noch mal nachlegen. Das ist auch dringend nötig.

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