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Danny da Costa Ruhig Blut mit Köpfchen

Danny da Costa erzielt sein erstes Tor und vertraut zu Recht auf den Videoassistenten.

03.03.18: Eintracht Frankfurt - Hannover 96 1:0
Unerfahren beim Torjubel: Danny da Costa. Foto: Stefan Krieger

Als der Ball dann endlich im Tor lag, hat Danny da Costa im ersten Moment gar nicht gewusst „wohin mit mir“. Da Costa ist ja nicht so erfahren darin, wie es ist, ein Tor zu erzielen und wie man sich danach verhält. Eigentlich hatte er gleich zu Jonathan de Guzman eilen wollen, der die Ecke getreten hatte, aber dann wurde er auf dem Weg dahin von den anderen Teamkollegen eingefangen. Zuletzt, so erzählte er, sei er von seinen Freunden aufgezogen worden, „dass ich Chancen eher kläglich vergebe“. 124 Pflichtspiele hat der 24-Jährige mittlerweile für Bayer Leverkusen, FC Ingolstadt und Eintracht Frankfurt auf dem Buckel, Erst- und Zweitligaspiele, Pokalspiele, Europa-League-Spiele, auch in der Champions League und in der Regionalliga Bayern hat er gekickt, und nie, nicht ein einziges Mal, ist Danny da Costa gelungen, was ihm am Samstag in Frankfurt gelungen war: ein Tor zu erzielen. „Glück pur“, empfand er, als es endlich soweit war.

Ein wichtiger Treffer

Und es war ein Treffer, der enorm wichtig war, weil er der einzige bleiben sollte an diesem Samstag in diesem eher unansehnlichen Spiel. Ein Zufall war das Tor nicht, die Eckballvariante war einstudiert, schon ein paar Minuten zuvor hätte er in nahezu identischer Situation treffen können, ebenfalls per Kopf, ebenfalls nach einer Ecke von de Guzman. „Das ist ein schöner Lohn für die Arbeit Tag für Tag“, sagte der Sohn einer Kongolesin und eines Angolaners, der in Neuss geboren und 13 Jahre zur Schule gegangen ist. Es war auch ein Treffer, der der von Trainer Niko Kovac überraschend im Mittelfeld durcheinander gewirbelten Mannschaft die erforderliche Sicherheit gegeben hat.
 

Auch da Costa gab das Tor frischen Schwung, auch er hatte die Partie eher durchwachsen begonnen, ein wenig fahrig. Doch er steigerte sich, fand gerade in der zweiten Hälfte wieder verstärkt zu seinen dynamischen Läufen am Flügel zurück. „Wir wurden vom Trainer darauf getrimmt, uns zuerst auf die Basics zu besinnen; also kämpfen, laufen und sich in jeden Zweikampf reinhängen. Das haben wir gemacht.“ Gerade auch da Costa, der sich in der Rückrunde zu einem Stammspieler hinten rechts gemausert hat, seit fünf Wochen spielt er konstant. Trainer Kovac hält durchaus große Stücke auf seinen Rechtsverteidiger. „Er hat das sehr gut gemacht“, lobte er, zudem gebe da Costa im Training „immer Gas.“

Video sei dank

Dennoch wäre Danny da Costa um ein Haar zum großen Pechvogel geworden – wenn es  keinen Videoassistenten gegeben hätte. Denn nach einer guten Stunde pfiff Schiedsrichter Marco Fritz nach einem Zweikampf zwischen dem Frankfurter und Miiko Albornoz plötzlich Elfmeter. „Ich war da relativ ruhig, weil ich wusste, dass es einen Videoassistenten gibt und ich ihn nicht berührt habe. Er fällt schon, bevor er in meine Nähe kommt“, sagte da Costa. Dazu hatte der Hannoveraner noch versucht, beim Sturz einzufädeln. „Da war ich dankbar, dass wir den Assistenten hatten.“

Glück hatte da Costa im Grunde auch bei seinem Tor: Denn es hätte gar keine Ecke geben dürfen, schließlich war es Marius Wolf, der den Ball als Letzter berührt hatte. Dass es kein Signal aus Köln gegeben hatte, war allerdings regelkonform: Der Videoassistent darf nur bei den vier spielrelevanten Situationen – Toren, Elfmetern, Roten Karten oder Spielerverwechslungen - eingreifen. Ein falscher Eckball gehört nicht dazu. Sehr zur Freude von Danny da Costa.

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