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Danny Blum Windmacher mit Waffenschein

Eintracht Frankfurts Stürmer Danny Blum macht bei seinem Einsatz gegen Leipzig Werbung in eigener Sache.

Danny Blum
Losgelöst: Danny Blum nach seinem ersten Bundesligator. Foto: Heiko Rhode

Dnny Blum hat sich 33 Spieltage und 90 Minuten Zeit gelassen, um sein erstes Bundesligator zu erzielen. Er hätte sich keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können, kurz vor Ultimo bedeutete sein Volltreffer nicht nur der 2:2-Ausgleich gegen RB Leipzig, sondern er war der emotionale Höhepunkt einer intensiven Schlussphase. Dank seines Treffers geht Eintracht Frankfurt mit einem deutlich besseren, leichteren Gefühl das Berliner Abenteuer an, als wenn er über das Tor geschossen hätte. Und nebenbei hat der Mann mit dem starken Schuss Werbung in eigener Sache gemacht.

Es war ein typisches Danny Blum-Tor, wie er es im Training schon oft gezeigt hat. Er hat den Ball mit Urgewalt und volles Rohr dem Leipziger Torwart Peter Gulacsi um die Ohren gedroschen, wie ein Strich zischte die Kugel ins Netz. Das ist ja die große Stärke des in diesem Sommer vom 1. FC Nürnberg zur Eintracht gewechselten Linksfußes: seine prima Schusstechnik. „Ich hatte das Gefühl“, so beschrieb er hinterher sein Tor, „dass der Torwart darauf spekuliert, dass ich den Ball querlege.“ Also habe er „instinktiv“ draufgehalten. Eine vergleichbare Situation hatte sich ihm übrigens auch vor Wochen schon einmal geboten, im Spiel gegen den Hamburger SV kam er in ähnlicher Position ebenfalls Sekunden vor dem Ende frei zum Schuss, da hatte er einen mitgelaufenen Mitspieler anspielen wollen, doch Torhüter René Adler griff den Querpass ab. Die Partie endete torlos.

Danny Blum hat in der knappen Viertelstunde, in der er am Samstag auf dem Platz stand, für mächtig Wind auf dem linken Flügel gesorgt. Auch beim Anschlusstreffer von Jesus Vallejo hatte der schnelle Mann seine Füße im Spiel, dazu kam ein Solo an zwei Leipzigern vorbei.

„Er kann eine richtige Waffe werden“, sagte Linksverteidiger Bastian Oczipka. Vor allem dank seines explosionsartigen Antritts ist der gebürtige Frankenthaler kaum zu halten. Allerdings hat er den zuletzt viel zu selten gezeigt oder zeigen dürfen. Blum ist trotz ordentlicher Ansätze bislang noch nicht über den Status eines Jokers hinausgekommen. Nur in drei Pflichtspielen stand er die kompletten 90 Minuten auf dem Rasen, darunter im DFB-Viertelfinale gegen Arminia Bielefeld, dort schoss er auch das siegbringende 1:0.

Medojevic ist zurück

„Das ist es, was ich von ihm erwarte“, lobte Trainer Niko Kovac. Vor allem die Gradlinigkeit Blums hat dem Fußballlehrer gefallen, zuletzt hat er im Zusammenhang mit Konkurrent Ante Rebic von zu viel „Rumgeeier“ vor dem Tor gesprochen. 14 Einsätze hat Blum in der Bundesliga bestritten, ein Tor und eine Vorlage sind seine Bilanz. Aber mit dieser starken Viertelstunde dürfte sich der 26-Jährige, der zuvor in Nürnberg, Sandhausen und Karlsruhe gespielt hat, zumindest in den Kader für das Pokalfinale gespielt haben. „Wenn ich so ein Ding nächste Woche noch einmal mache, geht die Runde auf mich“, sagt Blum. Ohnehin lebt er momentan seinen Traum: „Ich bin dankbar für jede Minute in der Bundesliga.“


Überraschend zum Kader zählte dieses Mal auch Slobodan Medojevic. Der gelernte defensive Mittelfeldspieler war ja monatelang wegen Achillessehnen- und Knieproblemen ausgefallen, er stand, vor der Partie gegen Leipzig, überhaupt nur zweimal im Kader, zu Beginn der Runde. Letztmals kam er im März 2016 zum Einsatz. Auch ins Mannschaftstraining ist der Serbe erst vor ein paar Tagen wieder eingestiegen. Und schon könnte Medojevic, dessen Vertrag im Juni ausläuft und der den Verein verlässt, noch einmal eine kleine Rolle spielen für die Hessen. „So viele defensive Mittelfeldspieler haben wir ja nicht“, sagt Kovac.

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