Lade Inhalte...

Danny Blum "Und dann geht die Post ab"

Eintracht-Neuzugang Danny Blum nutzt seine Chance gegen die Hertha auf der linken Außenbahn.

Brachte Schwung von links: Danny Blum. Foto: Stefan Krieger

Hinterher hat Danny Blum den Eindruck erwecken wollen, es sei ein ganz normales Fußballspiel für ihn gewesen, wie so viele in seiner Karriere zuvor auch. Er ist ja schon 25 Jahre alt, kein unbedarftes Greenhorn mehr, er hat schon in Nürnberg gespielt, in Karlsruhe und Sandhausen. Und jetzt „halt auf dem höchsten deutschen Niveau“. Ein bisschen cool sollte das klingen, aber das war es natürlich nicht. Blum, in dieser Saison neu vom 1. FC Nürnberg gekommen, hatte schon „Gänsehaut pur“, als er diese einzigartige Atmosphäre im Stadion erlebte. „Ich kannte das schon aus der Relegation“, räumte er ein, da spielte er noch auf der anderen Seite.

In seinem zweiten Spiel für Eintracht Frankfurt, seinem ersten von Anfang an, rechtfertigte der schnelle Linksfuß mit dem harten Schuss bald schon seine Aufstellung. Natürlich war es das Kontertor zum 1:1, das die Zuschauer verzückte und an dem Danny Blum maßgeblichen Anteil hatte. Weniger als 14 Sekunden hat es nur gedauert zwischen der Faustabwehr von Lukas Hradecky und dem Schuss von Marco Fabian ins Berliner Tor. Es war ein Konter, wie aus einem DFB-Lehrfilm entlehnt, perfekt umgeschaltet, über Szablocs Huszti kommt der Ball am linken Flügel zu Blum, „und dann geht die Post ab“, wie er erzählte, ein Trick, ein zwei Schritte noch, dann eine perfekt gezirkelte Flanke genau in den Lauf von Fabian und es steht 1:1. „Das haben wir im Training genau so trainiert“, sagte Blum.

Tatsächlich hat der junge Mann aus Frankenthal, der im Sommer 2014 zum Islam konvertiert ist, ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Er war es, dem sich eine der ganz wenigen Chancen aus dem Spiel heraus geboten hatte, nach vier Minuten musste sich der Berliner Torwart Rune Jarstein nach seinem Schuss ins kurze Ecke strecken. Auch ansonsten suchte Blum immer das Dribbling und den direkten Weg zum Tor, er probierte einiges, traute sich was zu. Er hatte 63 Ballkontakte, war also richtig gut drin im Spiel, flankte von allen Eintracht-Profis am häufigsten vor das Tor, siebenmal. „So einen Einstand wünscht man sich“, sagte er zufrieden. Und er habe das Vertrauen, das ihm der Trainer entgegen gebracht habe, zurückzahlen wollen. Das hat ganz gut geklappt.

Trainer Niko Kovac begründete die Nominierung Blums mit seiner Trainingsleistung: „Er hat es sich verdient.“ Ante Rebic musste zunächst genauso auf der Ersatzbank Platz nehmen wie Mijat Gacinovic. Shani Tarashaj stand nicht einmal im Kader. Danny Blum hat derzeit erst einmal die Nase vorn.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen