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Danny Blum Seidener Faden nicht gerissen

Linksaußen Danny Blum wechselt auf Leihbasis doch noch auf die Kanaren.

Danny Blum
Neues Stadion, neues Trikot: Danny Blum bei seiner Vorstellung in Las Palmas. Foto: prd

Irgendwann am Vormittag, graue Wolken hatten sich über die Ferieninsel Gran Canaria gelegt, hielt Danny Blum dann ein quietschgelbes Trikot in den Händen, er lächelte etwas gequält, aber letztlich war der 27 Jahre alte Flügelspieler doch heilfroh, dass sein Wechsel von Eintracht Frankfurt zu UD Las Palmas doch noch über die Bühne ging. Daran hatte es noch am Vortag ein paar Zweifel gegeben, weil der spanische Zweitligist nach dem obligatorischen Medizincheck Zweifel an Blums Unversehrtheit hatte. Zumindest sah der Verein ein für sich selbst wohl nur schwer zu kalkulierendes Risiko. Man muss wissen: Blums Knie ist vorgeschädigt.

Am Donnerstag aber wurde das Leihgeschäft samt Kaufoption doch noch abgeschlossen. „Ich komme, um 100 Prozent zu geben“, sagte der Linksaußen bei seiner Präsentation. „Ich brauche nicht viele Worte, um mich vorzustellen, ich ziehe es vor, es auf dem Platz zu zeigen.“

Blum erzählte, dass er sich mit Omar Mascarell oft über Las Palmas unterhalten habe, und auch Kevin-Prince Boateng, der vor einem Jahr von den Kanaren zur Eintracht gekommen war, hätte nur Gutes berichtet. „Prince ist ein guter Freund von mir, er schwärmte vom Verein.“ Erst kürzlich standen beide noch in Kontakt: „Er sagte mir, dass wir unbedingt zurück in die Primera Division müssten.“ Das habe der Klub einfach verdient. Las Palmas ist erst in der letzten Saison abgestiegen.

Dabei hing der Transfer am seidenen Faden. Spanischen Medienberichten zufolge forderte Las Palmas von der Eintracht ein unterschriebenes Dokument, das für den Fall eines Wiederauftauchens der Verletzung eine Vertragsauflösung in Kraft tritt.

Blum wechselte von Nürnberg nach Frankfurt

Man muss wissen: Im August 2014 wurde bei Blum ein Knorpelschaden diagnostiziert, ein größerer sogar. Der Augsburger Kniespezialist Ulrich Boenisch taxierte die Chancen auf die Fortsetzung der Laufbahn damals auf gerade mal 50 Prozent. Blum kam aber wieder auf die Beine, kämpfte sich zurück. „Meine Verletzung war vor viereinhalb Jahren, nach der Operation hatte ich keine Probleme mehr“, sagte er gestern in Spanien. Der Frankenthaler räumte aber ein: „Mein Knie ist nicht wie bei einem Teenager, aber es ist in Ordnung. “

In Frankfurt musste er dennoch einige Rückschläge hinnehmen. Bei der Eintracht wurde er etwa zweimal von einem Innenbandriss gestoppt, war oft verletzt oder krank.

Blum, der insgesamt nur 24 Pflichtspiele für den Pokalsieger bestritt, hat den Durchbruch nie geschafft, zuletzt kam er aber in allen drei Pflichtspielen zu Kurzeinsätzen. Trainer Adi Hütter hatte es sich eigentlich zum Ziel gesetzt, den Außenbahnspieler in den Spur zu bekommen. Doch dieses Ansinnen ist nun perdu.

Der schnelle Flügelmann kam 2016 aus Nürnberg nach Frankfurt, doch so richtig zündete er nie, obwohl er über viele Anlagen verfügt: Tempo, Dynamik, guter Schuss – das können nicht viele von sich behaupten. Doch der Flitzer konnte sein Potenzial nie so richtig auf den Platz bringen. Meistens verzettelte er sich, wenn er mal seine Chance bekam.

Die Eintracht-Verantwortlichen glaubten lange an Blum, erst im Trainingslager in Spanien im Januar dieses Jahres ließ Sportdirektor Bruno Hübner mit der Aussage aufhorchen, wonach man das Muskelpaket auch deshalb nicht abgeben wolle, weil Blum die Qualität habe, den Unterschied zu machen: „Und selbst wenn wir es schaffen, ihn für 20 Minuten hinzubekommen und ihn zum besten Einwechselspieler der Liga zu machen, haben wir einiges erreicht“, sagte der Manager. Nun hat ein Umdenken eingesetzt. Blum nimmt einen neuen Anlauf unter kanarischer Sonne.

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