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BVB-Eintracht Kein Versteckspiel in Dortmund

Eintracht Frankfurt will in Dortmund Akzente setzen – das wird nicht leicht.

Simon Falette
Könnte links hinten aushelfen: Simon Falette, erst degradiert, jetzt eine ernsthafte Alternative. Foto: imago

Die Bundesligaspiele in Dortmund waren in den vergangenen Jahren für Eintracht Frankfurt nicht unbedingt von übermäßigem Erfolg geprägt. Okay, das ist zugegebenermaßen noch ein wenig geschönt: Die Auftritte in der jüngeren Vergangenheit im gewaltigen westfälischen Fußballtempel waren aus hessischer Sicht allesamt Reinfälle: 2:3, 1:3, 1:4, 0:2, 0:4, 0:3, 1:3 – das sind die nackten Zahlen. Sieben Spiele, sieben Niederlagen, 5:22 Tore – eine niederschmetternde Bilanz. Einmal, 2011, stieg die Eintracht in Dortmund sogar ab. Grund dafür war aber nicht die letzte Partie beim BVB, sondern die Rückrunde der Schande. Lange her.

Trainer Adi Hütter hat mit der Vergangenheit natürlich nichts zu tun, er möchte sie aber gerne so bewältigen, dass sie in eine günstige Zukunftsprognose umschlägt. Der Österreicher bemüht daher den Vergleich zum Saisonstart in Freiburg, wo die Eintracht auch seit fast zehn Jahren nicht mehr gewonnen – aber auch nicht immer verloren – hatte. „Hoffentlich geht jede Serie mal zu Ende“, sagt der 48-Jährige also. „Auch wenn in Dortmund die Trauben etwas höher hängen.“ Das kann man so sagen.

Die Niederlage ist abgehakt

Am ehesten waren die Frankfurter im März dieses Jahres an einem Punktgewinn bei der Borussia dran, den sie auch verdient gehabt hätten, weil das Team große Moral und eine noch größere Mentalität an den Tag gelegt hatte. Es war fürwahr imponierend, wie sich die Eintracht nach zweimaligem Rückstand zurückgekämpft hatte, durch den spritzigen und frischen Danny Blum in der Nachspielzeit zum Ausgleich kam, nur um dann aber kurze Zeit später doch noch final auf die Bretter geschickt zu werden. Abgehakt.

Den aktuellen Frankfurter Coach plagen andere Sorgen, wer links hinten verteidigt etwa. Der Israeli Taleb Tawatha ist nach dem Länderspiel in Nordirland angeschlagen, der Rücken bereitet Probleme. Sollte der 26-Jährige passen müssen, wird sich der Fußballlehrer entscheiden müssen, ob er dem jungen Deji Beyreuther, 19, das Vertrauen schenkt oder doch eher dem vormals ausgemusterten Simon Falette. Oder sogar Neuzugang Evan Ndicka, eigentlich ein klassischer Innenverteidiger, mit der Aufgabe betraut? Vielleicht setzt Hütter aber auch auf eine Dreierkette, dann müssten die Außenbahnspieler aber eher offensiv ausgerichtet sein, was klar für den Nachwuchsmann Beyreuther sprechen würde.

Generell sieht der Coach aber auch ein Spiel im Dortmunder Hexenkessel vor 80.000 Zuschauern als Chance. „Wenn ich jung bin und vor dem Fernseher sitze, dann träume ich doch davon, da mal spielen zu dürfen“, befindet er. „Und da ist es auch egal, ob da 60.000, 70.000 oder 80.000 Menschen sind.“ Und überhaupt: „Ich traue es jedem Spieler von Eintracht Frankfurt zu.“ 

So oder so: Der Trainer gibt schon mal die Marschroute vor, die per se vernünftig ist: agieren, nicht nur reagieren – so lautet das Motto: „Ich möchte nicht, dass wir uns verstecken.“ In der Theorie ein sehr löblicher Ansatz, doch wird seine Mannschaft das auch auf dem Feld umsetzen können?

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