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Bundesligaauftakt Ruhe im Karton

Eintracht Frankfurt kann nach einem unerwarteten Auftakterfolg fürs Erste durchatmen.

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt
Dauen hoch: Eintracht-Trainer empfindet den ersten Saisonsieg als Genugtuung. Foto: dpa

Hinterher, als der nicht erwartete 2:0 (1:0)-Auswärtssieg beim SC Freiburg Realität war, hat man förmlich die Steine hören können, die von vielen Frankfurter Herzen geplumpst waren. Mit einem Auftakterfolg im Breisgau hatte im Hessenland kaum einer gerechnet, selbst die größten Optimisten nicht. Dazu waren die Vorstellungen in den beiden vorigen Partien gegen die Bayern (0:5) im Supercup und beim peinlichen Pokal-Aus in Ulm (1:2) schlicht zu niederschmetternd. Und dann raffte sich das Team zu einer solch engagierten Leistung auf! Nicolai Müller, Schütze des ersten Tores nach zehn Minuten und einer der erfahrenen Spielern von Eintracht Frankfurt, hatte es später auf einen einfachen Nenner gebracht: „Bundesliga ist anders.“ Trotzdem wusste vorher niemand, was die Wundertüte Eintracht Frankfurt so alles bieten würde.

Die Erleichterung darüber, einen kompletten Fehlstart verhindert zu haben, war auch dem Frankfurter Trainer Adi Hütter anzumerken. Die beiden jüngsten Schlappen zuletzt waren den Hessen arg aufs Gemüt geschlagen, umso größer sei nun „die Genugtuung“, in Freiburg gewonnen zu haben, sagte der 48 Jahre alte Fußballlehrer. „Als Österreicher im ersten Spiel in der deutschen Bundesliga nach all der Kritik, die berechtigt war, einen Sieg zu landen, tut gut“, sagte Hütter erleichtert. Es sei „Balsam auf die Wunden“. In dieser Woche hatte er noch gehofft, aus dem Gegenwind er letzten Wochen Rückenwind zu schaffen, das ist ihm erst einmal gelungen. 

Diese drei Punkte zum Bundesligaauftakt haben den Frankfurtern fürs erste von den ärgsten Sorgen und Nöten befreit. „Es gibt nichts Schöneres, als mit einem Dreier auswärts zu starten“, fasste Rechtsaußen Müller die ersten 90 Minuten zusammen. Der Sieg, sagte auch der dieses Mal als Kapitän fungierende Gelson Fernandes, „hat ein bisschen Ruhe gebracht“. Die Frankfurter können durchatmen, der Auftakt in eine Saison, die Eintracht-Vorstand Fredi Bobic neuerdings als „eine schwere“ einschätzt, ist gelungen. Der Erfolg im Schwarzwald, zwar mit einer Prise Fortune, aber nicht unverdient errungen, hat die in Frankfurt zuletzt aufkommende Kritik - auch von der FR – zunächst verstummen lassen. 

Sebastien Haller, der nach einem monatelangen Formtief ein sehr starkes Spiel machte, das 1:0 per Hacke vorbereitet und das 2:0 (82.) selbst erzielt hatte, war es, der noch am Abend über den Tellerrand hinaus blickte. „Dieser Sieg“, sagte er bei der Analyse, „ist mehr wert als die drei Punkte.“ Er gebe der Mannschaft das nötige Selbstvertrauen, das zuletzt so gefehlt habe. „Nach den zwei Niederlagen war klar, dass wir mehr machen müssen, dass wir als Team zusammenstehen müssen.“ Das sei zum Auftakt immerhin prima gelungen.

Zumal Adi Hütter ein Team nominiert hatte, das in dieser Form noch nie zusammengespielt hat. Auf die Ausfälle von David Abraham (Pferdekuss) und Makoto Hasebe (Grippe) reagierte er, in dem er eine Viererkette nominierte und mutig den blutjungen Evan Ndicka (und nicht den routinierten Marco Russ) brachte, dazu blieben Jonathan de Guzman und Neuzugang Filip Kostic auf der Bank, stattdessen spielte Hinterbänkler Taleb Tawatha Linksaußen. Die taktische Marschroute, Ergebnis „knallharter Analyse“, ging auf, die Mannschaft habe von der ersten bis zur letzten Minute bravourös gefightet. Die Eintracht war drei Kilometer (124,8 Kilometer) mehr als die Gastgeber gelaufen, sie sprintete öfter und legte mehr intensive Läufe hin. Dazu überzeugten gerade die zuletzt doch sehr wackeligen Neuzugänge, Torwart Frederik Rönnow oder Lucas Torro. 

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