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Bundesliga Eintracht Frankfurt muss gegen Leipzig nachlegen

Eintracht Frankfurt erhofft sich von dem unerwarteten Erfolg auf europäischer Ebene eine Initialzündung für die Liga.

Eintracht Frankfurt
Hexenkessel à la française. Die Eintracht-Entourage freut sich über das 2:1 – nur zwei nicht, womöglich Vertreter von Olympique. Foto: Jan Hübner

Der Frankfurter Außenbahnläufer Danny da Costa hat sich auf seiner rechten Flanke nicht nur zu einem echten Leistungsträger entwickelt, der auf seiner Position zwar keine Konkurrenz hat, aber auch keine zu fürchten brauchte. Nein, der 25-Jährige fungiert auch als eine Art Klassensprecher oder, präziser gesagt, als Außenminister.

Da Costa, ein kluger Kopf, wird gerne gefragt, weil er etwas zu sagen hat, weil er sich auszudrücken und Situationen und Momente richtig zu bewerten weiß. Nach dem unerwarteten, aber nicht mal unverdienten Eintracht-Sieg zum Auftakt der Europa League in Marseille ordnete er das Erlebte treffend ein. „Für die Moral und den Kopf war das überragend“, sagte er. „Für die Seele war der Sieg richtig gut. Das wird uns einen Schub geben.“

Eintracht Frankfurt trotzt den Widerständen

Es waren gerade die weichen Faktoren, die nach dem 2:1 in Südfrankreich bemüht wurden, völlig zu Recht. Vorstand Axel Hellmann strahlte wie ein Honigkuchenpferd, zum einen, weil die Eintracht-Fans zwar trotz des irrsinnigen Stadtverbotes an den Alten Hafen zu Marseille gekommen waren und auch ausgelassen, aber eben friedlich feierten. Zum anderen erfüllte ihn die Leistung der Mannschaft mit Stolz. Und beruhigte ihn auch ein Stück weit, denn die Eintracht hat ja in der Liga und im Pokal bislang keine Bäume ausgerissen. „Das war ein sportlicher Glanzpunkt“, urteilte der 47-Jährige. „Ein unglaublicher Sieg für die Moral.“

Zumal Olympique Marseille fürwahr keine Laufkundschaft ist und international eine „unglaubliche Heimbilanz“ vorzuweisen hatte. Die hat nun ein paar Tupfer bekommen. Für Hellmann hat dieser Erfolg, der erste europäische nach rund fünf Jahren, Signalwirkung. „Es ist ja so ein bisschen nach sportlicher Orientierung gesucht worden“, befand der Marketingvorstand. „Wenn dir das keinen Rückenwind gibt, dann ziehst du aus gar nichts mehr Kraft.“

Es war beeindruckend, wie die Mannschaft den Widerständen trotzte, sich nicht ins Bockshorn jagen ließ und sich gegen jedwedes Unheil auflehnte. 0:1 nach nur 126 Sekunden, Gelb-Rote Karte für Jetro Willems nach einer knappen Stunde – und trotzdem steckte das Team nicht auf und nicht zurück, machte einfach immer weiter, glaubte an sich und seine Chance. Luka Jovic war schließlich der Held des Abends, der den 2:1-Siegtreffer per Spannstoß eine Minute vor Schluss sicherte, nachdem Lucas Torro mit einem perfekten Kopfball ausgeglichen hatte (52.).

„Das zeigt den Charakter der Mannschaft“, analysierte der starke Torwart Kevin Trapp. Dass sich die Mannschaft erstmals für den wieder einmal gewaltigen Aufwand belohnt hatte, „tut einfach nur gut“. Und ist auch von entscheidender Bedeutung: Wer viel investiert und trotzdem nichts herausbekommt, verliert irgendwann den Glauben an sein Tun. Im Sport ist das fatal. Im Umkehrschluss kann ein solches positives Erlebnis sehr wohl Kräfte freisetzen und als Bestätigung für alle Mühen dienen.

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