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Branimir Hrgota Signale vom Edeljoker

Branimir Hrgota zeigt sich formverbessert und will sich in Frankfurt durchsetzen - lässt aber ein Hintertürchen offen.

Eintracht Frankfurt
Nimmt den Kampf mutig an: Stürmer Branimir Hrgota. Foto: Jan Huebner

Das Trainingslager im Südosten Spaniens hat Branimir Hrgota sicherlich nicht auf ein gänzlich anderes Level gehievt oder an die Spitze der Stürmer-Rangliste katapultiert. So schnell geht das nicht, und für eine wahre Leistungsexplosion, die es ja bei dem einen oder anderen Profi aus unerfindlichen Gründen geben kann, ist der eher zurückhaltende und phlegmatisch wirkende Angreifer der Frankfurter Eintracht nicht der Typ. Aber: Die am Freitag 25 Jahre alt werdende Offensivkraft hat zumindest auf sich aufmerksam gemacht, ein Signal gesendet, er hat ein paar Spuren hinterlassen. Das ist nicht selbstverständlich.

Im Testspiel am Samstag gegen den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue (3:1) hat der Schwede mit bosnisch-kroatischen Wurzeln nicht nur das Tor zum 2:0 erzielt, sondern auch eine sehr ansprechende Leistung gezeigt. Er, und nicht etwa Luka Jovic, der ihm zwischenzeitlich den Rang abgelaufen hatte, war die erste Einwechseloption für den etwas schlaffen und mit Trainingsrückstand behafteten Ante Rebic.

Hrgota war sofort drin im Spiel, bot sich an, rochierte, hielt die Bälle und verteilte sie. Er war, das war vielleicht die größte Auffälligkeit, mit einer anderen Körpersprache am Start, war aggressiv, lief die Räume zu, ging auch die Meter, die vielen Fußballern (selbst auf diesem Niveau) oft sinnlos erscheinen, die für den Mannschaftserfolg aber unerlässlich und entscheidend sind. Hrgota, der Wackelkandidat, hat eine vielversprechende Darbietung abgeliefert.

Lob von Kovac

Trainer Niko Kovac freut sich über die Formverbesserung des Edeljokers. „Brane hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagt der Coach. „Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung.“ Hrgota, und das ist kein unerhebliches Kriterium für ein Spiel mit mehr Ballbesitz, zeigte sich „sehr gut zwischen den Linien“, was so viel bedeutet, dass er sich immer wieder mal fallen lässt, Anspielstationen und Räume schafft, in die andere hineinstoßen können.

 Hrgotas Problem in der vergangenen Saison war seine fehlende Treffsicherheit. In dieser Saison ist es die größere Konkurrenz, bisher hat er sich nicht mal im Ansatz durchsetzen können. Und immer, wenn er mal spielen durfte, machte er das doch ziemlich bescheiden. Er hat sich niemals wirklich empfehlen können. „Er war auch in der Hinrunde nie so weit von der Mannschaft weg“, rekapituliert Trainer Kovac. Aber die Spiele seien eng und umkämpft gewesen, ein beruhigender Vorsprung sei nie herausgeschossen worden, um Hrgota mal reinzuwerfen. Denn natürlich ist der sensible und feingliedrige Akteur nicht unbedingt der Profi, auf dessen Schultern ein Trainer wie Kovac sein Konzept und seine Philosophie aufbaut, da sind andere Typen gefragt, harte und unerbittliche Arbeiter, Sprinter oder Malocher.

Die WM ist das große Ziel

Hrgota aber gibt sich Mühe, er hat verstanden. „Ich weiß, was ich an ihm habe“, sagt Kovac. „Er will es schaffen, er will sich für die WM empfehlen. Ich will ihm dabei helfen.“ Doch der entscheidende Part komme natürlich dem Spieler selbst zu. Er muss mehr zeigen, darf sich nicht hängen lassen und muss eine gewisse Arbeitermentalität in sein Spiel bringen. Sonst wird er es weiterhin schwer haben. Kovac stellt dennoch klar: „Ich lasse ihn nicht gehen, außer es kommt ein Monsterangebot.“ Davon ist eher nicht auszugehen.

Hrgota selbst will die Flinte nicht ins Korn werfen, zumindest nicht so schnell. „Ich freue mich, dass der Trainer mich halten will und Vertrauen in mich hat.“ Er wolle alles versuchen, sich in Frankfurt durchzusetzen. Aber klar ist auch, dass die WM in Russland vor der Tür steht und er alles Menschenmögliche in Bewegung setzen wird, um auf diesen Zug mit aufzuspringen. „Es ist mein erstes Ziel, hier bei der Eintracht zu spielen.“ Im Fußball gehe allerdings alles schnell, in die eine und in die andere Richtung. „Wenn ich nicht spiele, bin ich unzufrieden“, befindet er. Das ist normal.

Und doch: Bis 31. Januar ist das Transferfenster geöffnet. „Ich werde hier alles geben“, sagt er und lässt ein Hintertürchen offen: „Dann werden wir sehen, was passiert.“ Auf die Bank will sich der dreifache Nationalspieler jedenfalls nicht noch einmal für ein halbes Jahr setzen.

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