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Auswärtsspiel Zum falschen Zeitpunkt

Eintracht Frankfurt reist mit Respekt, aber auch Zuversicht in den Kraichgau - vor allem Sportdirektor Bruno Hübner ist entspannt.

David Abraham
Ein brisantes Duell: David Abraham (rechts) hält sich den polarisierenden Angreifer Sandro Wagner vom Leib. Foto: imago

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Hause Hübner, dass eine Woche vor dem sportlichen Treffen zwischen Vater Bruno (Eintracht Frankfurt) und Filius Benjamin (TSG Hoffenheim) absolute Funkstille herrscht. „In den Tagen davor sprechen wir nicht miteinander“, sagt Bruno, zumindest nicht darüber, mit welcher Taktik oder welchem Personal die beiden Klubs anzutreten gedenken. In dieser Woche schaut Bruno Hübner dem Familien-Duell gegen Hoffenheim am nächsten Samstag deutlich entspannter entgegen als früher, weil der Sohnemann wegen Problemen mit den Sehnen im Oberschenkel ohnehin nicht spielen kann. „Das ist die gute Nachricht - für Eintracht Frankfurt“, lacht der Sportdirektor der Hessen.

Zum einen hat sich der 28-Jährige zu einem sehr soliden, zweikampfstarken Verteidiger gemausert, der sicher seinen Mann steht, zum zweiten kann er nicht wieder, wie beim letzten Auftritt, im April dieses Jahres per Kopfball das Siegtor für die Kraichgauer in der letzten Minute erzielen. Das hat den Vater seinerzeit ziemlich gewurmt. Der Frankfurter Stopper Marco Russ, der für die morgige Partie gegen wegen Achillessehnen-Problemen ausfällt, hatte den Luftkampf mit dem langen Junior verloren.

Frankfurt verfüg derzeit über die drittbeste Liga-Abwehr

Darüber hinaus sieht der Frankfurter Sportdirektor der Partie im Kraichgau durchaus zuversichtlich entgegen. Die TSG sei ein Team, das Fußball spielen will und damit Räume bietet. In diese könne die Eintracht hineinstoßen, sie sei nicht gezwungen, aktiv das Spiel zu machen, was den Hessen schwer fällt. Freilich dürfte Trainer Niko Kovac gut beraten sein, seinerseits den Spielaufbau der TSG frühzeitig zu stören und somit zu verhindern, dass die Gastgeber „in die zweite Spielhälfte gelangen“. Aber Hübner verweist gerne auf die Stärken der Frankfurter. „Wir spielen stabil.“ Dazu verfügt Eintracht Frankfurt derzeit über die drittbeste Abwehr der Liga. „Gegen uns ist es nicht einfach, ein Tor zu erzielen“, sagt Hübner. Dazu sind bis auf die Rekonvaleszenten Chandler, Meier, Fabian, Mascarell und de Guzman, der seine Operation an der Schulter in Offenbach gut überstanden hat, alle Mann an Bord, auch die Nationalspieler sind wohl behalten zurückgekehrt.

 

Auf der anderen Seite weiß der 56-Jährige sehr genau, dass die nächsten Aufgaben der Frankfurter bis Weihnachten gewaltig sind. Vor allem, weil sich die kommenden Gegner der Eintracht - vornehmlich Hoffenheim, Leverkusen, Bayern, Schalke – allesamt gefangen haben. Zu Beginn der Runde waren gerade diese Klubs noch auf der Suche nach der Form, sie schwächelten offensichtlich, und in Leverkusen etwa stand Trainer Heiko Herrlich nach anfänglichen Misserfolgen auch schon ein bisschen auf der Kippe. „Jetzt haben sich diese Teams gefunden, und wir kriegen sie zum falschen Zeitpunkt. Das erschwert natürlich unsere Situation.“

Gerade auch die TSG Hoffenheim habe anfangs häufig Führungen noch vertändelt und viele Punkte verspielt. „Wenn sie die über die Zeit gebracht hätten, wären sie Tabellenführer“, so Hübner.

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