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Aufstieg Eintracht Frankfurt ist zurück in der 1. Liga

Ein Jahr nach dem traumatischen Abstieg aus der Bundesliga besiegelt Eintracht Frankfurt durch ein 3:0 in Aachen die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse. Danach wird kräftig gefeiert: Frankfurter Fans stürmen den Platz - es bleibt aber friedlich.

23.04.2012 22:13
Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein
Eintracht Frankfurt ist wieder erstklassig. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Als alles vorüber und der direkte Wiederaufstieg besiegelt war, gab es kein Halten mehr. Die Spieler hatten schon kurz vor dem Abpfiff eine Kette gebildete, packten sich an den Schultern, warteten auf den heiß ersehnten Abpfiff. Als Schiedsrichter Michael Weiner dann kurz nach zehn ein letztes Mal in die Pfeife blies, brachen alle Dämme.

Sportdirektor Bruno Hübner fiel Trainer Armin Veh um den Hals, lange, lange Sekunden lagen sie sich in den Armen, die Spieler herzten und umarmten sich, fielen sich um den Hals. Die Fans kletterten über die Zäune, wurden von einer Polizeikette zurückgehalten, doch einige Eintracht-Profis schlugen sich durch, um das Bad in der Menge zu genießen.

Wiederaufstieg perfekt

Nicht mal ein Jahr nach dem „Abstieg der Schande“ (Präsident Peter Fischer) hat sich Eintracht Frankfurt zurückgemeldet, mit einem 3:0 in Aachen machten die Hessen zwei Spieltage vor Schluss den Wiederaufstieg perfekt.

„Das war eine schwierige, lange Saison“, erklärte Torwart-Oldie Oka Nikolov, ehe er in einer Traube von Fans davongespült wurde. „Große Erleichterung“ verspürte Mittelfeldspieler Alexander Meier: „Das war auch viel Wiedergutmachung. Damit sollte die vergangene Saison endlich vergessen sein.“

Auch der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen erlaubte sich einen kurzen Blick zurück: „Der Abstieg war eine Katastrophe. Danach haben wir alles mobilisiert, auch finanziell. Jetzt haben wir unser Ziel erreicht.“ Bruchhagen freut sich nun auf „ein tolles Fest“ am nächsten Sonntag, wenn in der heimischen Arena 1860 München gastiert.

Natürlich hatte die Eintracht alles vorbereitet für den süßen Moment. Das Organisationsteam hatte eine ordentliche Ladung Bier an Bord des Busses geladen, Sekt wurde herangekarrt und auch Schampus. Die komplette Frankfurter Entourage war angereist, selbst der dritte Torwart, Aykut Özer, war am Spieltag mit dem Presseteam der Eintracht nach Aachen gekarrt worden. Den großen Moment sollte niemand verpassen, alle sollten dabei sein.

Fans feiern Veh

Spätestens, als Mohamadou Idrissou nach 48 Minuten mit links humorlos ins Netz der Aachener getroffen hatte, war klar, dass sich die Eintracht auf dem Weg zum großen und erklärten Ziel nicht mehr aufhalten lassen würde. Idrissous satter Schuss aus spitzem Winkel war das 2:0 am Tivoli, die Vorentscheidung – und der Vorgeschmack zu einer Frankfurter Aufstiegssause, die sich gewaschen hatte.

Die 5000 Eintracht-Fans sangen sich die Stimmbänder heiser, sorgten für Gänsehaut-Atmosphäre. Und sie skandierten auch – zum ersten Mal in dieser Spielzeit – lautstark den Namen von Trainer Armin Veh. Zu diesem Zeitpunkt schlichen die Spieler, die es nicht in den Kader geschafft hatten, schon nach unten und machten sich bereit für den anstehenden Feiermarathon.

Die erste Hälfte hatten sie sich noch brav oben auf der Pressetribüne angesehen. Und kamen da kurz vor der Halbzeitpause mächtig in Wallung. Idrissou hatte, Sekunden vor dem Pausenpfiff, das 1:0 erzielt. Nach einer Ecke von Benjamin Köhler hüpfte er höher als der Aachener Torwart Boy Waterman und drückte die Kugel dann mit dem Fuß über die Linie.

Die Gastgeber reklamierten Foulspiel, doch der Stürmer war außerhalb des Fünfmeterraums einfach höher gesprungen als der Schlussmann.

Schmeichelhafte Führung

Es war eine Führung, die schmeichelhaft war, denn die Alemannia hatte die Partie im ersten Abschnitt dominiert gegen merkwürdig verhaltene Frankfurter.

Die Eintracht brachte im ersten Abschnitt nichts zustande. Es schien, als lähmte der Gedanke an den möglichen Aufstieg die Beine. Nur einmal wurde es vor Waterman gefährlich, als David Odonkor eine Direktabnahme von Alexander Meier nach Flanke von Sonny Kittel vor der Linie schlug (25.).

Veh muss Farbe bekennen

Es war letztlich die individuelle Klasse, die mal wieder den Unterschied ausmachte. Die Eintracht, das zeigte sich auch in Aachen am Montagabend, ist der zweiten Klasse entwachsen. Gerade, wenn die Frankfurter Räume zum Kontern bekommen, sind sie kaum zu stoppen. Dann haben sie in der Zweiten Bundesliga die Fähigkeit, ihren Gegner auseinanderzunehmen.

Das 3:0 für die Hessen war die logische Folge. Benjamin Köhler passte in den Lauf von Heiko Butscher, dessen Hereingabe verwertete dankenswerterweise der Aachener Seyi Olajengbesi zum 3:0 (72.). Spätestens da stand der Aufstieg fest.

Und nun? Armin Veh, der sich bislang nicht zur weiteren Zusammenarbeit äußerte, muss Farbe bekennen. „Jetzt steht das Ergebnis fest, und er wird sich erklären“, sagte Heribert Bruchhagen. „Er hat einen Riesenanteil am Aufstieg, weil er immer gnadenlos seine Linie durchgezogen hat“, erklärte Alexander Meier. Diese Geradlinigkeit erwarten die Profis auch jetzt.

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