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Apollon Limassol Flutschfingers wichtige Rolle

Nach dem Patzer im Hinspiel kommt auf Limassol-Torhüter Bruno Vale die nächste schwere Aufgabe zu - mit den Kollegen endlich zu siegen.

Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
Gemeinsam im Netz: der Ball und Torhüter Bruno Vale. Foto: Imago

Nach 13 Minuten wäre ein Mann gerne im Boden versunken. Hätte sich am liebsten mit beiden Händen durch den Rasen nach unten gewühlt, bis er im Tiefparterre, dem Parkhaus der Frankfurter Arena ankommt und dort unbeobachtet von dannen ziehen kann. Bruno Vale, 35 Jahre alt, Torhüter von Beruf, angestellt auf Zypern bei Apollon Limassol, hatte beim Hinspiel in der Europa League gegen die Eintracht derart tollpatschig daneben gegriffen, dass er es selbst kaum fassen konnte. Den harmlosen Schuss von Filip Kostic ließ der erfahrene Torwart aus Portugal erst durch die Hände und dann durch die Beine flutschen. Beide, Ball und Torwart, landeten im Netz. Der Türöffner für den 2:0-Heimerfolg der Frankfurter, dumm gelaufen für Bruno Vale. 

Schnelles Tor hilft der Eintracht

„Das schnelle Tor hat der Eintracht natürlich extrem geholfen. Meine Spieler haben danach aber ihr Bestes getan“, sagte Sofronis Avgousti auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Und seinem Keeper könne er natürlich nicht böse sein. Schließlich hatte Vale es ohnehin schwer genug an diesem Abend des 25. Oktobers. Denn die Frankfurter Fans, sie waren gnadenlos. Sie schütteten Hohn und Spott über dem beim FC Porto ausgebildeten Torhüter aus. Bei jedem Ballkontakt Vales hallte ein Raunen durchs Stadionrund, gefolgt von Pfiffen, die den 1,93-Meter-Mann nervös machen sollten.

Es gelang nicht, Vale machte trotz Patzer insgesamt eine gute Partie, vereitelte vor allem im zweiten Abschnitt weitere Gegentore und wirkte mental voll auf der Höhe. Auch heute, im zweiten Gruppenduell gegen die Hessen, wird er wieder den Kasten seines Klubs hüten. Und auf den erfahrensten Limassol-Profi (249 Einsätze für Apollon) wird erneut eine wichtige Rolle zukommen. Nicht nur, dass der einstige portugiesische Nationalspieler - Vale durfte 2003 unter Trainer Luiz Felipe Scolari acht Minuten gegen Kasachstan ran - sich wohl wieder vieler Schüsse der Frankfurter erwehren muss, auch seine Qualitäten mit dem Ball am Fuß werden gefragt sein.

Denn Limassol ist eine Mannschaft, die trotz ihres begrenzten Talents nach spielerischen Lösungen sucht, die ungern den Ball nur nach vorne drischt, sondern lieber versucht zu kombinieren. Das kann mitunter durchaus manierlich aussehen und auch dazu führen, dass es der Torhüter wie gegen Frankfurt auf 56 Ballkontakte bringt. Einerseits. Andererseits birgt das auch ein großes Risiko. Das von vermeidbaren Abspielfehlern, die in der Nähe des eigenen Kastens natürlich sofort gefährlich werden können. 

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