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Ante Rebic Unsterblich gemacht

Draufgänger Ante Rebic zeigt das Spiel seines Lebens und erlegt die Bayern fast im Alleingang.

Bayern München - Eintracht Frankfurt
Ante Rebic lässt sich feiern. Foto: dpa

Irgendwann verspürte der nicht eben als stromlinienförmig und handzahm bekannte Profifußballer Ante Rebic einfach keine Lust mehr, und wenn er keine Lust hat, der Ante Rebic, dann sagt er das auch so. Oder so ähnlich. Hier ein Interview, dort ein Statement - das ist nicht seine Welt, das mag der kantige Offensivspieler der Eintracht nicht so wirklich, also beschied er dem freundlich um ein paar O-Töne fragenden Kollegen im Weggehen kurz und knapp: „Nächstes Mal.“

Ein nächstes Mal wird es erst einmal nicht geben, das große Finale gegen die nur scheinbar übermächtigen Bayern, dieser magische Pokalsieg in einer magischen Nacht, war die letzte Partie in dieser Saison, ein mächtiger Schlussakkord – und Ante Rebic war es, der für diesen gewaltigen Paukenschlag sorgte. Der Kroate, 24 Jahre alt, im dalmatinischen Split geboren, hat am Samstag in Berlin etwas Außergewöhnliches  geschafft, er hat sich selbst und seine Mannschaft gekrönt, Ante Rebic hat nicht weniger als das Spiel seines Lebens gemacht. Als er ausgewechselt wurde kurz vor Schluss, erhoben sich die Menschen von ihren Sitzen und brachten ihm Ovationen entgegen.  Ante Rebic, dem Olymp ganz nahe.

Auch am Tag danach wurde er von Tausenden Menschen auf dem Römerberg frenetisch abgefeiert. Kevin-Prince Boateng nannte ihn ehrfurchtsvoll „die Maschine“, und der Anführer gab einen kurzen Einblick in die Erfolgsformel von Berlin. Rebic, rief Boateng,  habe ihm vor dem Spiel nur gesagt: „Bruder, schlag den Ball lang.“ Boateng  antwortete: „Bruder, ich schlag den Ball lang.“ So funktioniert der Fußball in der Welt von Ante Rebic wahrscheinlich wirklich.

Die Leistung des Nationalspielers in Worte zu fassen, fällt schwer, ohne Superlative zu verwenden. Seine Vorstellung im Olympiastadion zu Berlin war phänomenal, furios und grandios. Das Dargebotene war von internationalem Format, schlichtweg Weltklasse, und das ist nicht mal im Ansatz übertrieben. Dass er zum Mann des Spiels gewählt wurde – geschenkt. Wer denn sonst?

Ante Rebic hat die Bayern beim 3:1-Erfolg mit seinen beiden Toren nicht nur weichgeklopft und letztlich höchstselbst erlegt, er war der Unterschiedsspieler, das Zünglein an der Waage, er hat den Pokalsieg fast im Alleingang nach Frankfurt geholt. Ohne den Kroaten, da muss man kein Prophet sein, hätte sich die Eintracht nicht zu einer solchen Energieleistung aufraffen können, ohne ihn hätte sie wohl nur eine Hand an den Pott legen können. Er war derjenige, der sich auf dem breiten Fundament der anderen austoben konnte, er war der, der das Pendel zugunsten der Hessen ausschlagen ließ. Die Dynamik und Power, das Schonungslose und Brachiale in seinem Spiel ist ein hohes Gut, es sucht seinesgleichen.

Rebic ist ein Spieler, der einem Gegner wehtun kann, der ihn piekst und sticht und beschäftigt, der ihn nie in Ruhe lässt. Er kann die Kontrahenten einschüchtern und schrecken, weil er schnell ist und aggressiv, robust und fast schon rücksichtslos in seiner Lesart des Spiels. Und weil der Gegner nie weiß, was auf ihn zukommt, wenn Ante Rebic den Ball hat oder auch nur in der Nähe ist. Er ist unberechenbar, schwer zu stoppen, fast unmöglich zu verteidigen. Es war kein Zufall, dass Ante Rebic nach feinem Pass von Kevin-Prince Boateng den Führungstreffer erzielte, es war genauso wenig ein Zufall,  dass er es war, der den Ball im Mittelfeld überhaupt erst erkämpfte.

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