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Andersson Ordonez Guter Fang

Andersson Ordonez könnte der Frankfurter Abwehr gegen die Dortmunder Offensivkraft eine Hilfe sein.

Andersson Ordonez
Vielversprechend: Andersson Ordonez. Foto: Imago

Im letzten Vierteljahrhundert, das nur mal zur Einstimmung auf die Partie am Ostersamstag gegen Borussia Dortmund, hat Eintracht Frankfurt zweimal in der imposanten Dortmunder Arena gewonnen, das letzte Mal im Februar 2010 mit 3:2, Benny Köhler, Alex Meier und Sebastian Jung, der nach seinem Kreuzbandriss vor 14 Monaten erstmals am vergangenen Wochenende 45 Minuten beim VfL Wolfsburg spielte, hatten für die faustdicke Überraschung gesorgt. Und dann noch einmal im April 1991, 3:0, als Yeboah, Möller, Bein und Co. den Fußball 2000 zelebrierten. Ansonsten ist noch der Ausspruch des Präsidenten Peter Fischer in Erinnerung, der im Mai 2011, nach einer 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln und angesichts des fast sicheren Abstiegs, den aufgebrachten Fans zurief: „Dann schlagen wir eben den Scheiß-BVB.“ Hat nicht ganz geklappt.

Erstaunlicherweise äußerte sich der eine oder andere Frankfurter Spieler nach dem 2:2 gegen Werder Bremen und dem neunten Spiel ohne Sieg überaus zuversichtlich. „Auch in Dortmund können wir was holen. Die haben eine gute Mannschaft – wir aber auch. Das Hinspiel haben wir ja gewonnen“, sagte Stürmer Branimir Hrgota, auch Mijat Gacinovic hieb in eine ähnliche Kerbe. Man wolle in Dortmund so spielen wie gegen Bayern, nur „wollen wir dort Tore machen“. Es ist erstaunlich, mit welchem Selbstvertrauen manche Spieler, zumindest verbal, gesegnet sind. Was so ein Remis doch für Kräfte freizusetzen scheint!

Dass Borussia Dortmund, im Rennen um einen Champions-League-Platz etwas ins Hintertreffen geraten, in der Bundesliga jeden Punkt benötigt, macht die Aufgabe für die Frankfurter nicht leichter. Dass das Punktspiel am Samstag zwischen den beiden Champions-League-Auftritten der Westfalen gegen AS Monaco liegt, könnte wiederum ein Vorteil sein, aber diesen hatten die Hessen in früheren Begegnungen oftmals schon nicht nutzen können. Ohnehin sollte sich die Eintracht auf sich konzentrieren statt auf vermeintliche Schwächen des Gegners, auch Borussia Mönchengladbach oder der 1. FC Köln waren alles andere als in Bestform, zu Siegen hat es nicht gereicht.

Immerhin, so hat es den Anschein, hat Trainer Niko Kovac, der dem Team bis Dienstag freigegeben hat, trotz des langfristigen Ausfalls von Makoto Hasebe in der Abwehr eine Option mehr. Der Auftritt des Winter-Neuzugangs Andersson Ordonez, für eine Million Euro von Barcelona SC Guayaquil geholt, war vielversprechend. Der Ecuadorianer hatte bis zu seiner Auswechslung in der 68. Minute wegen Krämpfen ein mehr als ordentliches Spiel abgeliefert. „Mit ihm haben wir einen guten Fang gemacht. Er ist bissig und steht seinen Mann“, lobte Kovac, schränkte aber ein: „Natürlich hat er noch körperliche Defizite, das kann man auch nicht anders erwarten. Er kam aus einer Saison heraus zu uns und hat sich gleich verletzt.“ Nach wenigen Trainingstagen hatte sich der Neuzugang eine langwierige Außenbanddehnung im Knie zugezogen und fiel fast drei Monate aus. Beim Spiel in Köln kam er als Joker zu seinem ersten Einsatz.

Schüchterner Hüne

Gegen Bremen hat der Hüne 75 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen und 89 Prozent seiner Pässe an den Mann gebracht. Mit ihm könnte die Fünferabwehrkette stabiler stehen, dann hätten die Außen Timothy Chandler und Bastian Oczipka Raum für Vorstöße. Allerdings agierte der 23-Jährige, den Kovac als „sehr ruhigen, sehr introvertierten Menschen“ charakterisierte, sehr unauffällig, er war sichtlich bemüht, keinen Fehler zu machen. Der Ecuadorianer braucht Zeit, sich an den Frankfurter Stil und das Leben in der für ihn fremden Welt zu gewöhnen. Einfach ist das nicht, die Lebensgefährtin und das einige Monate alte Baby leben noch in Ecuador. „So langsam taut er aber auf – trotz der Kälte in Deutschland“, erzählte Kovac. Dennoch trug Ordonez am Freitagabend bei Plustemperaturen im zweistelligen Bereich Handschuhe.

In Dortmund wird die Eintracht wahrscheinlich wieder auf Jesus Vallejo zurückgreifen können, der wegen eines Hämatoms die Partie gegen Bremen verpasste. Die Verletzung hat er sich am Dienstag in Köln zugezogen, zwei Schläge an die Wade habe er abbekommen. Im Nachhinein, sagte Kovac, wäre es „besser gewesen, er hätte in Köln die Gelbe Karte gesehen“. So droht dem Spanier die nächste Zwangspause, wenn er womöglich in Dortmund die fünfte Verwarnungskarte sieht.

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