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Alex Meier Schadet ja nicht

Alex Meier, der Fußballgott, muss gehen. Das gefällt nicht allen Eintracht-Fans. Deshalb rufen sie zu einer Kundgebung gegen die Entscheidung auf. Kann man machen. Ein Kommentar.

FC Bayern München vs SG Eintracht Frankfurt DFB Pokalfinale 19 05 2018 Kapitaen Alexander Meier E
Alex Meier darf nicht mehr für die Eintracht kicken. Foto: imago

Alex Meier, der Alex Meier im Trikot, ist bei Eintracht Frankfurt nunmehr Geschichte. Die sportliche Leitung des Bundesligisten hat entschieden dem Frankfurter Urgestein, das 14 lange Jahre dem Verein die Treue gehalten hatte, keinen neuen Vertrag für eine weitere Spielzeit anzubieten. Natürlich „einvernehmlich“ mit dem Spieler, wie es in einer am 28. Mai veröffentlichten Mitteilung des Clubs hieß.

Für eine solche Entscheidung mag es durchaus Gründe geben, nicht nur sportliche, und sie war schon lange vor dem letzten Saisonspiel gefallen. Auch wenn der Spieler selbst bis zum letzten Moment darauf gehofft hatte, noch eine weiteres Jahr bei den Hessen kicken zu dürfen. So ganz einvernehmlich war die Trennung ganz sicher nicht, aber sie wurde nun mal vollzogen. Von einer Seite gewollt, von der anderen zähneknirschend zur Kenntnis genommen.

Durchaus möglich, dass der von den Anhängern schon vor einigen Jahren zum Fußballgott ernannte Kicker die inzwischen genehmigte „Demonstration für den Verbleib von Alex Meier bei der SGE“ am kommenden Sonntag vor dem Stadion im Stadtwald mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen wird. Meier selbst liebt solchen Rummel für gewöhnlich zwar nicht,  aber die Anerkennung der Fans war ihm immer wichtig. Nicht zuletzt deshalb blieb er dem Klub so lange erhalten. Nach dem Abschluss seiner aktiven Karriere soll er im Verein eine Beschäftigung erhalten, wie es heißt. Ein Anschlussvertrag, der schon vor der letzten Vertragsverlängerung ausgemacht war. Mit anderen als den jetzt handelnden Personen. Die Entscheidung, in welcher Funktion das sein wird, trifft übrigens Alex Meier. So ist es vereinbart, und dies hat der Verein auch bestätigt. So ganz weg ist er also nicht.

Eine schöne Geste

Die Demonstration der Anhänger für einen Verbleib von Alex Meier als Spieler der Eintracht ist eine schöne, wenn auch vielleicht nicht ganz bierernst gemeinte Geste. Aber natürlich, und das wissen die Veranstalter sicher, wird sie die Entscheidung der Verantwortlichen nicht rückgängig machen.

Diese weilen längst im Urlaub, wie Alex Meier übrigens auch, und sie sind mit den Planungen für die kommende Saison beschäftigt. Eine Saison ohne die alte Nummer 14, dem dadurch eventuell auch ein unwürdiges Ende als Mann für einige Minuten in ein paar wenigen Spielen erspart bleibt. Eine Rolle, die er sowieso nicht verdient hätte.

Sich für Alex Meier stark zu machen, könnte sich trotzdem lohnen. Es dürfte sich sicher noch eine Säule in der U-Bahn Station am Willy-Brandt-Platz finden, auf der sich das Bild des Fußballgottes prima machen würde. Alex Meier ist in den letzten knapp anderthalb Jahrzehnten nicht nur zur Säule, sondern auch zur Legende geworden.

Ein Platz neben Grabowski, Hölzenbein, Nickel und Körbel steht dem Langen aus Buchholz in der Nordheide allemal zu. Viel mehr, als ein Gnadenbrot auf dem Spielfeld. Dafür lohnt es sich zu demonstrieren. Auch gerne mit einem Marsch vom Willy-Brandt-Platz zur Konstablerwache, an einem Samstag, dann, wenn in der Stadt was los ist. Eine Zusammenkunft  an einem Sonntagabend in der Sommerpause draußen im Stadtwald dürfte dagegen eher Symbolik unter Ausschluss großer Teile der Öffentlichkeit sein. Aber die Aktion schadet ganz sicher auch so niemanden. Auch Alex Meier nicht.

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