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Adi Hütter „Nur ein Plan A ist zu wenig.“

Der neue Eintracht-Trainer Adi Hütter will einiges, aber gewiss nicht alles verändern.

Trainingsauftakt Eintracht Frankfurt
Stehen ihm gut, die neuen Kleider: Adi Hütter, erstmals im Zeichen des Adlers. Foto: Heiko Rhode

Irgendwann hob Adi Hütter beide Hände in die Höhe, so, als wolle er die weiße Fahne hissen und sich ergeben. Doch eigentlich war es eine Geste, die genau das Gegenteil ausdrücken sollte, eine Geste des Angriffs, der Attacke. Der neue Eintracht-Trainer schob die Handinnenfläche nämlich zweimal engagiert nach vorne, die Untermalung erfolgte mit den Worten: „Grundsätzlich“, hob er an, und die Hände waren weiter im Vorwärtsgang, „grundsätzlich soll unsere Ausrichtung offensiv sein.“ Und dann folgte die kleine Einschränkung auf den Fuß: „Aber mit einer guten Rückversicherung.“ Die Hände lagen da schon wieder ganz friedlich auf dem Tisch. 

Adi Hütter, 48, zuletzt sehr erfolgreich in Bern an der Seitenlinie, hat sich am Mittwoch erstmals mit dem Adler auf der Brust in der Öffentlichkeit gezeigt, erst beim rund zweistündigen Auftakttraining an der Wintersporthalle, eine gute halbe Stunde später im Bauch der Arena, als er die Fragen der Presse beantwortete, so, wie er es schon bei seinem Antrittsbesuch vor einigen Wochen gemacht hatte, freundlich, souverän, professionell. 

Adi Hütter, der das schwere Erbe des zu Bayern München abgewanderten Niko Kovac antreten wird, war, wie er sagte, ganz angetan von dem Empfang, der den Frankfurter Spielern und dem neuen Trainerteam von rund 1000 Fans bereitet wurde. „Das hat mir imponiert und zeigt, dass dieser Traditionsverein lebt und Emotionen hat.“ Wie viele Menschen die Eintracht bewegt und berührt, das ist spätestens seit dem beinahe schon epochalen Pokalsieg und dem anschließenden Triumphmarsch durch die Stadt bekannt. 

Adi Hütter bevorzugt das Aktive

Der Österreicher, das wurde recht schnell deutlich, wird in den kommenden Wochen auch ein Suchender sein, der die Mitte, die rechte Balance finden will. Das ist gar nicht so leicht. Denn klar ist, dass Adi Hütter ein Trainer ist, der das offene Visier liebt, der das Aktive dem Passiven vorzieht. Als er zu seinen persönlichen Erkenntnissen der WM in Russland befragt wurde, bedeutete er: „Was mir gefehlt hat, war das Gegenpressing.“ Viele Teams hätten sich schnell in ihre Grundordnung begeben, „um wieder gut organisiert zu sein“. 

Es ist nicht so, dass er das verteufeln würde, mitnichten, doch es ist halt nicht so ganz sein Ansatz. Er sprach auffällig oft von Pressing und Gegenpressing. Das wolle und werde er seiner Mannschaft einbimsen, wie das geht, das weiß er, das hat er bei all seinen Stationen recht zügig geschafft. „Das geht nur über knallhartes Training, das muss man bedingungslos und nicht nur so ein bisschen trainieren.“ 

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