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2:2 gegen Schalke Nicht schön, aber aufregend

Die Eintracht verpasst gegen Schalke den Sieg nur um wenige Sekunden, tieftraurig ist aber keiner im Frankfurter Lager.

Lukas Hradecky und Marco Russ
Mit letztem Einsatz: Torwart Lukas Hradecky und Marco Russ verriegeln ihr Tor – bis zur letzten Sekunde. Foto: dpa

Mijat Gacinovic, der kleine Tempodribbler mit dem großen Herzen, ist bei Eintracht Frankfurt der härteste Kritiker - seiner selbst. Nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen war er schier untröstlich. „Immer kommt ein Fehler. Es wird nie besser“, klagte er da und wollte am liebsten im nächsten Erdloch verschwinden. Dass er zuletzt eine Denkpause auf der Bank bekommen hatte, empfand er „als verdient“. Auch Trainer Niko Kovac bescheinigt ihm, „minutenlang mit sich zu hadern“, viel zu sehr nachzudenken, er müsse ruhiger werden, schlechte Aktionen schneller abhaken. Am Samstag, nach dem glücklich-unglücklichen 2:2 (1:0) gegen den FC Schalke 04, sagte Gacinovic einen für seine Verhältnisse ungewöhnlichen Satz: „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden und mache weiter so.“

Tatsächlich war der 22 Jahre alte Serbe einer der ganz wenigen Aktivposten bei der Eintracht. Wie gewohnt spulte der schmächtige Mittelfeldspieler ein umfangreiches Pensum ab, er ackerte heroisch nach hinten, und bereitete beide Treffer vor: Vor dem 1:0 (2.) bediente er Schütze Luka Jovic perfekt, vor dem 2:0 (65.) durch den sehenswerten Hackentrick des Sebastien Haller startete er ein prima Solo, spielte zwei, drei Gegenspieler mit Tempo aus und legte perfekt auf. Endlich mal bewies Gacinovic Torgefahr, auch das war in der Vergangenheit oft bemängelt worden. Schon in Hamburg hatte er erstmals getroffen, dazu jetzt die Assists. „Das war sehr wichtig für mich“, sagte Gacinovic. Mittlerweile habe er die Worte seines Chefs beherzigt, „ich bin ruhiger geworden.“

Eintracht verzichtet auf spielerische Lösungen

Dass es dann doch trotz eines 2:0-Vorsprungs nicht zum Sieg gereicht hatte, war sicherlich ärgerlich, auch bitter, aber nahezu folgerichtig und wahrlich nicht unverdient. Unglücklich war, dass der Ausgleichstreffer in der allerletzten Sekunde der vierminütigen Nachspielzeit gefallen war, Naldo hatte überlegt ins Tor geschossen. Hätte Schiedsrichter Robert Kampka zehn Sekunden früher in seine Pfeife geblasen, die Eintracht wäre als Sieger vom Platz gegangen. Aber selbst Kovac sprach hinterher von „einem glücklichen Punkt“ und davon, dass „wir hier 2:2 spielen durften“. Eintracht-Vorstand Fredi Bobic hieb in die gleiche Kerbe: „Vom Spielverlauf geht das absolut in Ordnung.“ Und darüber gab es keine zwei Meinungen.

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