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"Dribbelkönig" Stefan Blöcher wird 50 Ein Hockeystar macht Karriere beim Golf

Das "hessische Schlappmaul" aus Wiesbaden war in den 80ern einer der besten Hockeyspieler der Welt. Heute ist Stefan Blöcher wieder nahe an der Weltklasse - allerdings im Golf.

24.02.2010 12:02
Stefan Blöcher wird 50 Jahre alt. Foto: dpa

Hamburg. Der Mann ist ein Phänomen. Er tummelt sich in der Welt der Sportprominenz, ist fest etabliert in der luxuriösen Freizeitwelt der deutschen Mallorca-Szene. Dabei war Stefan Blöcher "nur" ein Hockeyspieler. Aber er war der Beste der Welt in den 80er Jahren. Am Donnerstag feiert Blöcher seinen 50. Geburtstag.

Sein Name Blöcher fällt heute noch Sportinteressierten ein, wenn sie einen Hockeyspieler nennen sollen. Der große Blonde fiel mit seinen Dribblings und Schüssen ebenso auf wie mit seinen schnoddrigen Interviews - ein "hessisches Schlappmaul" aus Wiesbaden, der wegen seiner Fähigkeit zum zugespitzen Spruch auch heute ab und an noch Kolumnen in Zeitungen schreibt.

"Er ist ein begnadeter Hockeyspieler, der seine Cleverness auf dem Spielfeld auch außerhalb zu seinem Vorteil eingesetzt hat", sagt Männer-Bundestrainer Markus Weise, "Er hat eine perfekte Eigenvermarktung betrieben zu einer Zeit, als es das in unserem Sport noch nicht gab. Dem Hockey hat das sicher gut getan."

259 Länderspiele hat Blöcher zwischen 1978 und 1991 absolviert, ein ganz großer Titel aber blieb ihm verwehrt. Nur 1978 konnte er als Jungspund in Hannover die Europameisterschaft gewinnen, für Weltmeisterschaften und Olympiagold hat es nicht gereicht. "Wenn man sich dreimal nur mit dem zweiten Platz zufriedengeben muss, das tut schon weh", sagt er.

Dabei sorgte Blöcher im olympischen Halbfinale von Seoul 1988 für eine der spektakulärsten Szenen, die im Fernsehen immer wieder in Zeitlupe abgespielt wurden. Mit 200 Kilometer pro Stunde traf ihn im Spiel gegen Holland eine hart geschlagene Strafecke an der Schläfe. Reines Glück, dass es "nur" eine schwere Gehirnerschütterung wurde. Im Finale verlor Deutschland dann ohne Blöcher gegen den krassen Außenseiter Großbritannien.

Seit zehn Jahren ist Blöcher Geschäftsführer eines Golfplatzes in Camp de Mar auf Mallorca, mit seiner Marketingfirma ist er Sport- und Golfberater für einen Kreuzfahrtkonzern, er berät einen Golfplatz in Kitzbühel, organisiert Turniere, entwickelte eine Sportbrillen-Kollektion, arbeitet für eine Hotelkette. Alles in allem: "Ein Traumjob." Das war nicht immer so. Nach Ende der Hockeylaufbahn heuerte er bei einem Kunstrasenhersteller an, der ging pleite. Blöcher war arbeitslos und begann Golf zu lernen. Heute hat er Handicap vier - fast Weltklasse. Wie einst im Hockey. (sid)

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