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Olympia Sotschi Maria Höfl-Riesch Fahnenträgerin

Die Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch wird am Freitag bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Sotschi die deutsche Fahne tragen. Sie ist damit die zweite Alpine, der diese Ehre zuteil wird.

06.02.2014 12:15
Von Karin Bühler
Trägt die Flagge: Maria Höfl-Riesch Foto: dpa

Vieles hatte schon vorher darauf hingedeutet, dass es am Donnerstag in Krasnaja Poljana keine Überraschung mehr geben würde, als es um die Verkündung des deutschen Fahnenträgers ging: Ja, Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch wird bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele an diesem Freitag in Sotschi dem deutschen Team mit der Flagge voranmarschieren. „Das ist eine riesengroße Ehre für mich. Ich bin sehr, sehr stolz darauf“, sagte sie. „Da geht ein ganz großer Traum in Erfüllung. Es ist einfach unglaublich, vorne weg marschieren zu dürfen. “

Nach Slalom-Olympiasiegerin Hilde Gerg, die vor zwölf Jahren in Salt Lake City die Fahne trug, ist die 29 Jahre alte Sportlerin aus Garmisch-Partenkirchen die zweite Alpin-Skifahrerin, die für diese Aufgabe ausgewählt wurde.

Sie war schon seit einiger Zeit als Kandidatin gehandelt worden. Neben der Biathletin Andrea Henkel und der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich mit der Wahl insofern selbst einen Gefallen getan, als dass es an der großen, blonden Frau aus Garmisch-Partenkirchen, die ohnehin ganz gerne im Mittelpunkt steht, wenig auszusetzen gibt.

Sie hat olympische Erfolge vorzuweisen: zwei Goldmedaillen bei ihren ersten Spielen 2010 in Vancouver. Die in Sotschi werden ihre letzten sein – und da sie gleich in fünf Disziplinen startet, hat sie auch fünf Möglichkeiten, weitere Medaillen folgen zu lassen. Zudem hat es Maria Höfl-Riesch in ihrer Karriere bisher geschafft, ihr Image immer schön sauber zu halten. Ihre Aussagen wirken zwar oft ziemlich glatt gebügelt, aber eben auch immer politisch korrekt.

Seitdem sich ihr Mann, Marcus Höfl, der auch als Manager von Franz Beckenbauer tätig ist, sich um die Belange der alpinen Allrounderin kümmert, ist sie nicht nur zu einer bekannten Werbeikone aufgestiegen, sie ist auch sportpolitisch bestens vernetzt. Der Draht zu IOC-Chef Thomas Bach ist bestens. Ebenso der zu Alfons Hörmann, dem neuen DOSB-Präsidenten, der zuvor ja dem Deutschen Skiverband vorstand, für den Höfl-Riesch jahrelang Medaillen eingesammelt hat. Und im Team ist Höfl-Riesch auch allgemein akzeptiert.

Eine Voraussetzung, die Claudia Pechstein, 41, nicht wirklich zu erfüllen vermochte, obwohl sie mit fünf Olympiasiegen Deutschlands erfolgreichste Einzel-Sportlerin bei Olympischen Spielen ist. Denn sie hat sich nun schon über Jahre hinweg eher als einsame Streiterin denn als kollegiale Mitstreiterin etabliert.

Auf die Doppel-Olympiasiegerin von Salt Lake City Andrea Henkel hätte die Stellenbeschreibung: „erfolgreich, vorbildlich, im gesamten Team akzeptiert“ des DOSB zwar auch zugetroffen, aber erstens ist sie keine Sportlerin, die allzu gern im Rampenlicht steht. Und zweitens hatte sie sich schon am Donnerstagmorgen mit einer Nachricht auf ihrem Facebook-Account als Kandidatin abgemeldet, weil sie den Zeitaufwand scheue, vom olympischen Dorf der Biathleten in den Bergen zu dem am weitesten entfernten Punkt der Spiele im Tal zu kommen. Die 35 Jahre alte Biathletin tritt am Sonntag zu ihrem ersten Wettkampf an. Sie entscheide sich lieber „im Sinne der Wettkämpfe, für die ich vier Jahre lang trainiert habe“. (dpa)

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