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Olympia Klein, aber fein

Die Olypmischen Spiele in Sotschi sollen ein riesiges Spektakel werde. Aber eine Gewährleistung für die besten Spiele ist das noch nicht. Ein Kommentar.

Die Olympischen Ringe am Flughafen in Sotschi Foto: dpa

Es gibt noch immer eine ganze Reihe von Athleten, Journalisten und auch Funktionären, die die Frage nach den besten Olympischen (Winter)-Spielen ohne groß nachzudenken mit Lillehammer beantworten. Vor 20 Jahren hat die Kleinstadt rund 130 Kilometer nördlich von Oslo Bilderbuchspiele ausgerichtet. 16 Tage lang war es klirrend kalt und es schien die Sonne von einem stahlblauen Himmel. Das mit dem Wetter war Glück, für die wahre Begeisterung sorgten aber die Zuschauer.

Hunderttausende pilgerten zum Skilanglauf, Zehntausende gingen, ohne zu murren, über einen zugefrorenen See zu den alpinen Skirennen.

Zu viel Gigantismus bei Olympia

Bis vor kurzem hätte eine erneute Bewerbung der kaum mehr als 20 000 Einwohner zählenden Stadt nur Hohn und Spott geerntet. Ein „Dorf“ als Gastgeber, das passt nicht mehr in den olympischen Gigantismus. Für das größte sommerliche Sportfest der Welt haben die Herren der Ringe schon die Vorgabe ausgegeben, dass nur Großstädte geeignet sind, das neue Motto „Größer! Teurer! Gigantischer!“ zu stemmen. Zu den Tatsachen der „ursprünglichen“ Spiele von 1994 gehört auch, dass sich die Norweger weigerten, eigens für die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees ein Fünf-Sterne-Hotel in die Berge zu setzen.

Nachdem die bayerischen Bürger die hiesigen Olympia-Befürworter kürzlich kräftig abgewatscht haben, scheint sich bei einigen Funktionären langsam ein Umdenken durchzusetzen. Nach Gian-Franco Kasper, dem einflussreichen Präsidenten des Internationalen Skiverbandes, hat nun auch Alfons Hörmann, der neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, eine Rückkehr zu mehr Ursprünglichkeit angemahnt.

Ob solche Rufe aber oben im Olymp erhört werden, erscheint zweifelhaft. Denn schließlich hat der neue IOC-Präsident Thomas Bach als Protegé seines Vor-Vorgängers Juan-Antonio Samaranch im Gleichschritt mit dem Spanier die olympische Bewegung zu einem milliardenschweren Konzern umgebaut und an eben solche Global Player verkauft.

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