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Die «Ewige Taschi» Keller tritt ab: Moment ist richtig

Rekord-Nationalspielerin, Goldmedaillen-Gewinnerin, und zuletzt auch noch deutsche Fahnenträgerin: Hockey-Ass Natascha Keller hat in ihrem Sport nahezu alles erreicht und sich das Olympia-Highlight für ihren Abtritt von der internationalen Bühne ausgesucht.

07.08.2012 12:26
Natascha Keller legt nach den Olympischen Spielen den Schläger beiseite. Foto: Christian Charisius

Zwar blieb ihr Herzenswunsch vom krönenden Abschluss mit einem erneuten Medaillengewinn bei ihren fünften Olympischen Spielen seit Atlanta 1996 unerfüllt, doch die «Ewige Taschi» ist ganz sicher, dass sie genau das Richtige tut. «Ich wusste noch nie, dass der Moment so richtig ist wie jetzt», sagte die Berlinerin.

«Niemand muss sich fragen 'Wann hört die denn endlich auf?'» Und «die Schweinearbeit im Training» habe nach dem Jahreshöhepunkt ein Ende, sagte sie. Ihr letztes von dann sagenhaften 425 Länderspielen findet am Mittwoch in der Londoner Riverbank-Arena statt.

Dass es gegen Südkorea nur um Platz sieben geht, stinkt der auch im reifen Alter von 35 Jahren immer noch ehrgeizigen Stürmerin zwar gewaltig. Doch da es in der Olympia-Metropole nicht nur für die DHB-Auswahl, sondern auch für deren erfahrenste Akteurin alles andere als nach Maß gelaufen ist, möchte sie sich und ihren Teamkolleginnen wenigstens noch einen standesgemäßen Abschied verschaffen.

«Mit einem Sieg» sagte Natascha Keller, die der erfolgreichsten Hockey-Familie der Welt entstammt. Opa Erwin gewann 1936 die olympische Silbermedaille, Vater Carsten führte Deutschland 1972 zu Gold. Und auch Nataschas Halbbrüder Andreas wurde nach zweimal Silber (1984/88) dann 1992 in Barcelona Olympiasieger. 2004 in Athen war Natascha selbst mit Gold an der Reihe, und vier Jahre später konnte auch ihr kleiner Bruder Florian diesen Coup perfekt machen. Zudem wurde Natascha 1999 zur Welthockey-Spielerin des Jahres gewählt.

Dass ihr ein schönerer Ausklang in London versagt blieb und der Abschied aus dem ohne «Taschi» kaum vorstellbaren Nationalteam doch nicht so leicht fällt, war ihr nach Verpassen des Medaillenkampfes deutlich anzumerken. Als die Europameisterin von 2007 gefragt wurde, wie ihre Gefühlslage sei, wo nun nur noch ein einziges Länderspiel anstehe, kamen bei ihr doch kurz ein paar Tränen zum Vorschein.

Doch sie fing sich schnell wieder. Und will nach den Tagen von London darüber nachdenken, ob sie ihrem Verein Berliner HC als Aktive weiterhin zur Verfügung stehen will. «Ob ich weiter für den BHC spiele, ist noch offen. Vielleicht mache ich auch eine Pause.» (dpa)

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