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Ironman Stadler im Streit Emotionale Dopingdiskussion

Im Fernsehstudio streitet der Ironman Stadler mit den Dopingsündern Jaksche und Hütthaler und vergisst wichtige Details.

Gelb statt grün: Normann Stadler im Trikot des Commerzbank Teams - sein vormaliger Sponsor Dresdner Kleinwort kam in grün daher. Foto: dpa

In kaum einer Sportart feiern deutsche Athleten solche Erfolge wie im Triathlon: Jan Frodeno ist in Peking Olympiasieger geworden, Timo Bracht hat in Frankfurt gerade die Ironman-Europameister gewonnen, Michael Göhner just am Sonntag im Langdistanz-Mekka Roth gesiegt. Dumm nur, dass sich auch in dieser zunehmend beliebteren Ausdauersportart wieder viel ums Thema Doping dreht.

Wie aufgeladen die Debatten ablaufen, diesen Beleg lieferte am Montagabend die Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks. Zu Gast: Normann Stadler, Hawaii-Sieger 2004 und 2006, der sich mit den umfassend geständigen Dopingsündern Jörg Jaksche (Radsport) und Lisa Hütthaler (Triathlon) auseinandersetzte. Besser: erbittert stritt.

Denn der 36-Jährige, als impulsiv bekannt, fuhr aus der Haut, als die 25-jährige Österreicherin betonte, bei ihr hätten fünf Faktoren "das Bild vom Sport geprägt: Training, Ernährung, Regeneration, Umfeld und Doping." Dazu Stadler: "Ich bin sprachlos. Ich bin anders aufgewachsen, ich bin charakterstark." Die Verallgemeinerung sei eine Katastrophe für den Triathlon, "ich bin nicht einmal angesprochen worden und auf die Idee gekommen, mir eine Spritze in den Po zu jagen."

Letzteres mag beim Mannheimer ja stimmen, doch sehr wohl ist auch an Stadler mindestens ein Angebot herangetragen worden, mal Unerlaubtes zu probieren. Stadler machte ja selbst in einer Pressemitteilung seines Dresdner Kleinwort Triathlon-Teams (heute Commerzbank) öffentlich, dass ihn 2006 beim Waldvierteler Eisenmann der österreichische Dopingarzt Andreas Zoubek angesprochen habe. "Ich war völlig entsetzt. Der Wortlaut ließ nur den Rückschluss zu, dass es um Dopingmittel geht", ließ sich Stadler am 19. November vergangenen Jahres zitieren.

Eklat wegen Team Telekom

Der prominente Antidoping-Vorkämpfer, der Hütthaler in der Sendung empfahl, sie hätte getreu seines Leitmotivs in ihrem Alter "mehr arbeiten und mehr trainieren" sollen, bewies noch in einer anderen wichtigen Causa ein schlechtes Erinnerungsvermögen. Als nämlich Jaksche ihm seine Zusammenarbeit mit den Freiburger Dopingärzten Lothar Heinrich und Andreas Schmid vorhielt, kam es fast zum Eklat, und Stadler entgegnete aufgebracht: "Meine Trainingspläne hat 15 Jahre lang mein Vater für mich geschrieben. ... Bei Heinrich waren Tausende von Athleten. ... Ich kenne niemand vom Team Telekom." Auch da tun sich Erinnerungslücken auf: Mit den einst gefeierten Radstars in Magenta bestritt Stadler auf Mallorca manch gemeinsame Trainingsfahrt.

Der weltweit wohl am besten entlohnte Profitriathlet wies darauf hin, dass er als "gläserner" Athlet ständig für Dopingkontrollen zur Verfügung stehe und permanent überwacht werde. Sowohl Hütthaler und Jaksche könne er nicht verzeihen und nicht gut heißen, dass sie heute für Präventionsmaßnahmen an Schulen und Universitäten gehen würden. Stadler im Fernsehstudio: "Es ist ein Unding, ihnen diese Plattform zu geben." Beifall erntete er für diesen Wortbeitrag nicht.

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