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Antidoping-Gesetz Der Sport mauert

Die Politik neigt zu einem Antidoping-Gesetz, das der Deutsche Olympische Sportbund unbedingt verhindern will. Denn Sportrecht und Strafrecht könnten nicht nebeneinander funktionieren, so das Argument.

13.06.2013 17:00
Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Foto: dapd

Man könnte meinen, es tut sich was im Antidoping-Kampf. Immer mehr Justizminister der Bundesländer verlangen die Verankerung von Doping im Strafrecht, auch Innenminister Hans-Peter Friedrich hält dies mittlerweile für „durchaus sinnvoll“. Die 5. Weltsportministerkonferenz rief unlängst in Berlin dazu auf, „die Einführung von strafrechtlichen Sanktionen zur unmittelbaren Abschreckung gegen Manipulationen von Sportwettbewerben und Doping im Sport zu prüfen“ – und forderte ausdrücklich auch Ermittlungen in Bezug auf Sportler.

Insider bleiben kritisch. „Es sieht in der Tat danach aus, als dass sich gerade etwas in Richtung Antidoping-Gesetz bewegt, wobei ich nicht weiß, wie seriös die Debatte ist“, sagt Ines Geipel, Vorsitzende des Dopingopfer-Hilfe-Vereins (DOH). „Das ist mir gerade etwas zu viel Politgetöse. Der Braten stinkt.“ Viele der Politiker, die derzeit auf ein Antidoping-Gesetz Einfluss nehmen wollten, „dulden den Status quo seit sehr langer Zeit. Wir wissen seit den 60er-Jahren von der Dopingproblematik. Passiert ist wenig“, sagt Geipel.

Wenig gesetzliche Handhabe

Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), eint nichts mit Geipel. „Die Antidoping-Gesetzgebung hat der Bundestag gerade erst verschärft und die Instrumente verbessert, damit die Hintermänner und das ganze Dopingumfeld noch stärker vom Staat ins Visier genommen werden können“, sagt Vesper.

Jene Verschärfung geht vielen nicht weit genug, vor allem, weil kaum dopende Leistungssportler erwischt werden. Fritz Sörgel, Leiter des Instituts für biomedizinische und pharmazeutische Forschung in Heroldsberg, berichtet über eine Dopingfortbildung, die er Staatsanwälten gegeben hat: „Die wollen alle was machen. Die stehen Gewehr bei Fuß, sagen aber, dass sie zu wenig gesetzliche Handhabe haben.“

Vesper negiert das. Er folgt strikt dem Weg des DOSB und vertritt die Meinung, dass Sportrecht und Strafrecht nebeneinander nicht funktionieren können. Er glaubt, dass eine Zweijahressperre allemal wirksamer ist als ein Rechtsstreit, in dem die Unschuldsvermutung und nicht die Beweislastumkehr gilt. (sid)

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