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Doping IOC und Wada sehen Abschreckungswirkung

Die Zahl der Dopingfälle ist in Peking weit niedriger als zuvor prognostiziert. DOSB-Chef Vesper warnt vor Klagen wegen Chancengleichheit.

25.08.2008 00:08

Wenige Fälle, viele Zweifel. Die Doping-Hochrechnung von IOC-Präsident Jacques Rogge ist nicht Realität geworden. "Wenn man die 14 positiven Tests von Sydney und die 28 von Athen heranzieht, hätte es mathematisch gesehen in Peking 30 bis 40 Fälle geben müssen. Es sind aber nur sechs", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gestern. "Wir haben weniger Fälle, weil der Abschreckungseffekt größer und es schwieriger geworden ist, zu dopen." Mit 5000 Tests wurde das engmaschigste Kontrollnetz der Olympiageschichte geknüpft.

Außerdem sind bereits 39 Betrüger vor den Peking-Spielen aus dem Verkehr gezogen worden. "Wir haben die internationalen Verbände angehalten, vor den Spielen verstärkt zu kontrollieren", berichtete Rogge. Fündig wurden die Fahnder vor allem bei den Gewichthebern in Griechenland und Bulgarien (je 11 Fälle) sowie bei Russlands Leichtathleten (7). In Peking erwischte das IOC in dem Schützen Kim Jong-Su (Nordkorea), er hatte Silber (Freie Pistole) und Bronze (Luftpistole) geholt, und der Siebenkämpferin Ludmilla Blonska (Ukraine/Silber) zwei Medaillengewinner.

John Fahey, Präsident der Welt-Antidopingagentur (Wada), sieht die Kämpfer gegen Leistungsmissbrauch mehr und mehr auf Augenhöhe mit den Betrügern: "In den vergangenen vier Jahren haben wir einen signifikanten Sprung nach vorn gemacht." Der österreichische Dopingexperte Hans Holthaus will festgestellt haben, dass "ein gewisses Umdenken" stattgefunden hat: "Ich bin überzeugt, dass eine neue Generation von Sportlern heranwächst, und dass die Generation, die systematisch gedopt hat, ausstirbt."

Die Flut von 43 Weltrekorden in Peking mit Leistungen, wie sie Jamaikas Sprinter Usain Bolt und US-Schwimmer Michael Phelps erbrachten, gaben auch Anlass zu Zweifeln. Der deutsche Chef de Mission, Michael Vesper, warnte davor, über fehlende Chancengleichheit zu klagen, weil es in Deutschland ein gut funktionierendes Kontrollsystem gebe. "Wir sind wahrlich nicht die einzigen, die das Thema ernst nehmen." dpa

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