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DFB-Pokal Kommentar Finger weg vom DFB-Pokal

Den Champions-League-Teilnehmern die ersten Spiele ersparen? Die allererste Runde nicht mehr am Wochenende spielen lassen? Hände weg von diesem Unfug. Der DFB-Pokal soll so bleiben, wie er ist.

16.04.2014 07:55
Den DFB-Pokal will Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer unbedingt wieder gewinnen. Foto: dpa

Eigentlich müssten diese Beispiele deutscher Pokalgeschichte Mut machen. Erinnert sich noch einer an den 23. September 1978? Oder den 17. August 1991? Es war eine Epoche, in der der FC Bayern im Olympiastadion spielte, aber nicht automatisch 70.000 Zuschauer zu den Fußballspielen dort strömten. An diesen beiden Daten erlitten schon damals prominent besetzte Münchner Mannschaften vor fast leeren Rängen ihre bittersten Heimpleiten im DFB-Pokal.

Mit einem 4:5 gegen den VfL Osnabrück, der es 1978 tatsächlich schaffte, einem Ensemble mit Sepp Maier, Paul Breitner, Gerd Müller und Karl-Heinz Rummenigge die Lederhosen auszuziehen. Und einem 2:4 nach Verlängerung gegen den FC Homburg, dem es 1991 gelang, einem Trupp um Markus Babbel, Stefan Effenberg oder Thomas Strunz ein Bein zu stellen. Kurz darauf verlor übrigens ein gewisser Jupp Heynckes seinen Trainerjob.

Es braucht also nicht den Heimvorteil des Zweitligisten, um die Sensation bei den Bayern zu vollbringen. Natürlich wäre es reizvoller, wenn der 1. FC Kaiserslautern heute im Halbfinale daheim auf dem Betzenberg antreten dürfte. Über diese Regelung darf vertiefend diskutiert werden, doch alle anderen Reformbestrebungen um den Pokal sollten bitte unterbleiben.

Den Champions-League-Teilnehmern die ersten Runden ersparen? Ist schon einmal erfolglos versucht worden und lässt die Liga noch mehr in zwei Teile driften. Die allererste Runde nicht mehr am Wochenende spielen lassen? Hände weg von diesem Unfug. Gerade das ist doch der Reiz, dass eifrige Amateure und ambitionierte Drittligisten diese Bühne dann im Sommer für sich haben. Wenn Profivereine dann noch nicht im Saft stehen, ist das bitteschön deren Schuld. Lieber eine Woche vor dem Bundesliga-Start eine volle Pokal-Ladung als noch einen überflüssigen Dingsdadumm-Cup.

Bleibt noch die Frage, ob das Finale in Berlin wirklich eine ganze Woche im Terminkalender zur besten Jahreszeit blockieren muss. Auch da spricht vieles für die Tradition. Lieber sollte der DFB verhindern, dass sich überflüssige Wettbewerbe wie Klubweltmeisterschaften und Nations League ausweiten, als sein Pokal-Endspiel unter die Woche zu verschieben. Gerade dann, wenn sich eine namhafte Konstellation ergibt, steht diese Paarung als nationaler Saisonabschluss gut da. Und die Bayern nehmen ihn ja nach wie vor ernst. Heute gegen Kaiserslautern wollen die Münchner zum 25. Mal ins Endspiel kommen. Ausrutscher wie Osnabrück und Homburg sind nämlich bei denen die große Ausnahme.

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