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Bundesliga Freiburg - Dortmund Dortmund jubelt, Streich wittert Verschwörung

Nach einem mäßigen Bundesliga-Spiel feiert Borussia Dortmund einen knappen Auswärtssieg gegen den SC Freiburg. BVB-Kapitän Sebastian Kehl sorgt mit einem Sonntagsschuss für die Entscheidung. Freiburgs Trainer Christian Streich wittert eine Verschwörung gegen seine Mannschaft.

09.03.2014 17:32
Kevin Großkreutz (l.) und Nuri Sahin (r.) gratulieren Sebastian Kehl zu seinem Siegtreffer. Foto: AFP

Dank eines skurrilen Kunstschusses von Sebastian Kehl hat Borussia Dortmund seinen Höhenflug fortgesetzt. Der Fußball-Vizemeister feierte mit dem 1:0 (0:0) am Sonntag beim SC Freiburg seinen fünften Sieg in den vergangenen sechs Bundesligaspielen und untermauerte im Kampf um die Champions-League-Qualifikation seine Position als erster Verfolger des übermächtigen FC Bayern München. Die Breisgauer hingegen verpassten in ihrer 500. Bundesligapartie den 100. Heimerfolg und schweben als Vorletzter weiter in akuter Abstiegsgefahr.

Ex-Nationalspieler Kehl sorgte vor 24 000 Zuschauern in der 58. Minute mit einer Bogenlampe über den etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Freiburger Torhüter Oliver Baumann für die Entscheidung. Für den BVB war es der achte Sieg gegen Freiburg in Serie, SCF-Coach Christian Streich wartet noch immer auf seinen ersten Punktgewinn gegen die Westfalen.

Leicht getrübt wurde der siebte Dortmunder Auswärtssieg der Saison von der fünften Gelben Karte für Henrikh Mchitarjan. Der Armenier fehlt Trainer Jürgen Klopp damit am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Schieber erstmals in der Startformation

Die Dortmunder mussten im Breisgau auf Torjäger Robert Lewandowski (Bänderdehnung im Knie) und Marco Reus (muskuläre Probleme) verzichten. Klopp setzte im Sturmzentrum daher auf Julian Schieber, der erstmals in dieser Saison in der Startformation stand. Bei den Gastgebern feierte der Österreicher Philipp Zulechner ebenfalls sein Debüt in der Anfangsformation.

Schieber, der letztmals am 4. Mai 2013 beim 1:1 gegen Bayern München von Beginn an das BVB-Trikot getragen hatte, konnte Lewandowski aber nicht gleichwertig ersetzen. Der 25-Jährige wirkte zwar bemüht, konnte sich aber kaum in Szene setzen. Da sich auch der Rest der Dortmunder Offensivabteilung sehr schwer tat, kamen die Gäste im ersten Durchgang zu keiner nennenswerten Gelegenheit. Lediglich ein Freistoß von Nuri Sahin (6. Minute) sorgte für ein wenig Gefahr.

Die Freiburger hielten von Beginn an gut dagegen und machten die Räume im Mittelfeld geschickt eng. Gegen Ende des ersten Durchgangs wurden die Gastgeber in ihrem 250. Bundesliga-Heimspiel sogar etwas mutiger. In der 43. Minute ließ Zulechner vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw zunächst Nationalspieler Mats Hummels stehen, ehe er vom zweiten Dortmunder Innenverteidiger Sokratis von den Beinen geholt wurde.

Ginter bleibt blass

Der Grieche hatte dabei Glück, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann ihm nur die Gelbe Karte zeigte. Da Zulechner ansonsten frei auf das Gäste-Tor zugelaufen wäre, hätte sich Sokratis auch über Rot nicht beklagen können. Der Neuzugang von Werder Bremen hatte bereits kurz zuvor im Mittelpunkt gestanden, als ihm im Strafraum der Ball an den Arm geschossen wurde. Gagelmann verzichtete in dieser Szene trotz der Freiburger Proteste aber zurecht auf einen Elfmeterpfiff.

Nach dem Seitenwechsel kam der Champions-League-Finalist der Vorsaison etwas druckvoller aus der Kabine. In der 49. Minute wurde Schieber von Marcel Schmelzer schön freigespielt, verzog aber um ein paar Meter. Fünf Minuten später kam der Lewandowski-Ersatz nach einer Kombination über Pierre-Emerick Aubameyang und Mchitarjan im Strafraum einen Schritt zu spät. Nach dem Treffer von Kehl zogen sich die Dortmunder zurück und verwalteten das Ergebnis. Dem SC Freiburg fehlten die Mittel, um zumindest noch einen Punkt zu retten. Auch Matthias Ginter blieb vier Tage nach seinem Nationalelf-Debüt blass.

Nach dem Tiefschlag gegen Borussia Dortmund witterte Christian Streich eine Verschwörung und schloss sogar persönliche Konsequenzen nicht aus. Der Trainer sah sich und den SC Freiburg beim 0:1 (0:0) am Sonntag zum wiederholten Male von den Bundesliga- Referees benachteiligt und wollte sich diesmal nicht mehr zurückhalten. «Wenn einige Herren persönliche Probleme mit mir haben, müssen sie mir das sagen», zürnte Streich. Irgendwann habe er «keine Lust mehr, das mit anschauen zu müssen. Wenn es mit mir zu tun hat, sollen sie es sagen, dann muss es jemand anderes machen.»

Sokratis hätte sich nicht über Rot beklagen können

Vor allem eine Szene brachte den leidenschaftlichen Fußballlehrer, der sich in der letzten Zeit mit Schelte an Schiedsrichtern zurückgehalten hatte, auf die Palme. In der 43. Minute ließ Philipp Zulechner zunächst Nationalspieler Mats Hummels stehen, ehe er vom zweiten Dortmunder Innenverteidiger Sokratis von den Beinen geholt wurde. Der Grieche hatte dabei Glück, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann ihm nur die Gelbe Karte zeigte. Da Zulechner ansonsten frei auf das Gäste-Tor zugelaufen wäre, hätte sich Sokratis auch über Rot nicht beklagen können. «Was wir in dieser Saison alles erleben müssen», meinte Streich, Coach der abstiegsbedrohten Breisgauer, zu der umstrittenen Szene. «Vielleicht liegt es an mir, dass wir so behandelt werden, wie wir behandelt werden.»

Und Streich legte nach. «Das ist katastrophal, was da passiert», echauffierte er sich über die lange Liste angeblicher Fehlentscheidungen in jüngster Zeit gegen sein Team. «Ich kann mir nur erklären, dass es eine persönliche Geschichte ist, anders ist das nicht mehr erklärbar», meinte er. Es gehe einfach nicht, dass seine Mannschaft alle paar Wochen «dermaßen bestraft» werde. (dpa)


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