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Bundesliga Fernsehgeld Mehr für alle

Die Klubs der Zweiten Liga sollen zu nächste Saison nur noch 20 Prozent an TV-Geld erhalten. Tatsächlich sind es 36 Millionen Euro mehr. Und das ist gut so. Ein Kommentar.

13.11.2012 10:03
Jan Christian Müller
Auch dank Pay-TV-Anbieter Sky bekommen beide Bundesligen ab der nächsten Saison 630 Millionen Euro - pro Spielzeit Foto: dpa

Die Klubs der Zweiten Liga sollen zu nächste Saison nur noch 20 Prozent an TV-Geld erhalten. Tatsächlich sind es 36 Millionen Euro mehr. Und das ist gut so. Ein Kommentar.

Bei der großen Bundesliga-Vollversammlung am 12. Dezember in Frankfurt sollen sich die 36 Klubvertreter der beiden Fußball-Bundesligen darauf einigen, wie sie die vielen, vielen hundert Millionen mehr, die sie von kommender Saison an vom Fernsehen bekommen, an die Vereine verteilen. Eine vierköpfige Kommission brütet derzeit darüber, wie die Rekordsumme von fast 630 Millionen Euro pro Saison halbwegs brüderlich aufgeteilt werden kann, ohne dass hinterher allzu viele beleidigt sind. Bisher gab es rund 430 Millionen Euro aus dem vor allem von Pay-TV Anbieter Sky gespeisten Topf.

Nun ist durchgesickert, dass die zweite Liga statt bislang 21 nur noch 20 Prozent der Gesamtsumme erhalten soll, was sich erst mal vielleicht unfair anhört, in Wahrheit aber noch immer einer gigantischen Quersubventionierung durch die Flaggschiffe der ersten Liga gleichkommt. Denn 20 Prozent von 630 Millionen sind 126 Millionen Euro, bislang gab es knapp 90 Millionen für Liga zwei, in der ungleich mehr Vereine als in der Bundesliga dennoch knapp bei Kasse sind.

Kein Grund zur Klage

Ein Prozent weniger sind also tatsächlich 36 Millionen Euro mehr, was durchschnittlich exakt zwei Millionen Euro Plus in die Kasse eines jeden Zweitligisten schwemmt. Die zweite deutsche Fußball-Bundesliga kassiert damit im Vergleich etwa mit den Topligen im Basketball, Handball oder Eishockey bei weitem am meisten Fernsehgeld.

Es gibt also keinen Grund zur Klage, denn der tatsächliche Wert der TV-Rechte für die zweite Liga liegt aus seriöser Expertensicht deutlich unterhalb von 126 Millionen Euro. Dennoch ist es richtig und gut, dass im deutschen Profifußball eine soziale Marktwirtschaft herrscht, der sich längst auch der zuvor jahrelang gegen den Sozialpakt ankämpfende FC Bayern München mit Überzeugung gefügt hat.

Starker Unterbau

Die Abstände zwischen erstem Platz in Liga eins (bislang knapp 30 Millionen Euro TV-Gelder, ab nächster Saison 45 Millionen) und letztem in Liga zwei (vier, bald sechs) sind auch so noch groß genug und werden durch die Erhöhung der TV-Gelder noch größer, vor allem vor dem Hintergrund, dass zusätzliche 70 Millionen Euro aus der TV-Auslandsvermarktung fast komplett an der zweiten Liga vorbeigehen und ein Klub wie Bayern München zudem insgesamt rund 60 Millionen Euro in der Champions League erlöst.

Für die Unterstützung der zweiten Liga spricht auch, dass sie als Ausbildungsklasse fürs Oberhaus dient. Sie sorgt mit ihrem starken Unterbau dafür, dass der deutsche Fußball über ein solides Fundament verfügt, um inzwischen auch wieder in Europa ganz oben mitzuhalten. Der Solidargedanke hat daran seinen gebührenden Anteil.

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