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Borussia Mönchengladbach Dante - der Stabilisator

Verteidiger Dante ist eine stille Stütze des Höhenflugs von Borussia Mönchengladbach geworden. Der Brasilianer hat die WM 2014 im Visier

Eigentlich ein unverzichtbarer Leistungsträger in Gladbach: Dante. Foto: imago

Verteidiger Dante ist eine stille Stütze des Höhenflugs von Borussia Mönchengladbach geworden. Der Brasilianer hat die WM 2014 im Visier

Wäre der Mönchengladbacher Fußballer Dante ein Stürmer, dann müsste man sich Sorgen machen. Es ist nämlich ruhig geworden um Dante, den Innenverteidiger, der in der vorigen Saison einer der spektakulärsten Zweikämpfer der Liga gewesen ist. Mittlerweile gibt es Sportschau-Zusammenfassungen, in denen Dante kein einziges mal namentlich genannt wird, und in seinem Fall ist das ein Symptom des Aufschwungs. „Als wir hinten offen standen, hat man die Innenverteidiger eben viel öfter gesehen“, sagt Dante, „jetzt organisiere ich mehr“.

Das ist gut für die Borussia, gut für Dante ist es aber nicht unbedingt.

Dante wollte den Wechsel

Denn es gibt diesen großen Traum von der WM 2014. Dante ist zwar nicht mehr der Jüngste, aber er möchte irgendwann für die Seleção spielen, am besten beim Turnier in der brasilianischen Heimat. „Vielleicht ist das schwer zu realisieren, ich muss einfach immer noch mehr an mir, an meiner Technik, meinem Antritt und meinem Stellungsspiel arbeiten“, sagt er, „auf jeden Fall bin ich auch mit 28 Jahren noch top motiviert, um es zu schaffen.“

Auch vor diesem Hintergrund hat er sich in der legendären Nacht des vollendeten Klassenerhaltes, kurz nachdem seine bemerkenswerte Haarpracht dem Rasierapparat der Mitspieler zum Opfer gefallen war, öffentlich verkündet, er wolle die Borussia verlassen. Mit dem Ziel, im Europapokal zu spielen, angeblich waren Klubs wie Bayern, Lyon, Sevilla und Valencia an Dantes Diensten interessiert. Doch der Gladbacher Sportdirektor Max Eberl hat schnell klar gestellt, dass er Avancen jeglicher Art ignorieren werde, Dantes Vertrag läuft bis 2014.

Der Brasilianer war nicht glücklich darüber, aber er ist klug genug, die Haltung des Klubs zu akzeptieren. „Ich glaube, das war eine groß angelegte Konzeptsache. Eberl und Lucien Favre sagten, es sei besser für das gesamte Team, wenn ich bleiben würde, und jetzt bin ich froh, dass ich meinen Vertrag hier verlängert habe“.

Mönchengladbachs Abwehr steht

Denn das kleine Borussen-Wunder der neuen Saison könnte ihn vielleicht doch dort enden, wo Dante unbedingt hin will: im Europapokal. Und in Mönchengladbach wissen sie genau, wie wichtig der Innenverteidiger auf dem Weg nach Europa ist. Auch wenn der Held des Erfolgsjahres Marco Reus heißt. Dabei wird schnell übersehen, dass nur die Bayern weniger Gegentreffer zugelassen als die Borussia.

Überhaupt haben die Gladbacher in 22 Partien seit Anfang März nur ein einziges Mal mehr als einen Gegentreffer kassiert. „Wir Innenverteidiger werden immer besser“, sagt Dante deshalb. Nur sieht es kaum noch jemand, weil die gegnerischen Stürmer sich nicht mehr ständig unbehelligt auf das Gladbacher Defensivzentrum zu bewegen.

Borussia Mönchengladbach ist ein stabiles Gebilde geworden, eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel, und es ist eine alte Regel, dass die auffälligsten Akteure aus Spitzenteams meist Offensivkräfte sind. Man kann das an Manuel Neuer beim FC Bayern erkennen, der sicher kein schlechterer Torhüter geworden ist. Doch seine Glanztaten sind seltener geworden.

Ähnliches gilt für Dante.

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