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Basketball Fiba droht nationalen Verbänden

Die Fiba will verhindern, dass sich weitere Klubs der Euroleague anschließen: Wer beim Eurocup startet, wird von Fiba-Wettbewerben ausgeschlossen. Die Bundesliga will sich davon nicht beeindrucken lassen.

23.03.2016 11:16
Von Timur Tinç
BBL-Präsident Alexander Reil sagt: „Diese Drohungen gibt es nicht erst seit gestern.“ Foto: imago/Pressefoto Baumann

Das Säbelrasseln um die Vorherrschaft im europäischen Basketball geht weiter. Nur wenige Stunden, nachdem die Fiba Europe am Montag ihr Konzept für eine Champions League vorgestellt hat, droht sie ihren Mitgliedsverbänden mit Ausschluss von Fiba-Wettbewerben, sollten Vereine aus diesen Ländern beim von der Euroleague organisierten Eurocup starten. Das teilte die Fiba via Pressemitteilung um 23.21 Uhr am späten Montagabend nach einer Sitzung mit.

Die Euroleague ist eine Privatorganisation, die die zwei höchsten europäischen Wettbewerbe, die Euroleague und den Eurocup organisiert. Mit der Champions League wollte die Fiba eigentlich die europäische Königsklasse als wichtigste Liga des Kontinents ablösen. Das wird ihr jedoch kaum gelingen, da die europäischen Topklubs mit sogenannten A-Lizenzen vertraglich an die Euroleague gebunden sind. Nun will die Fiba verhindern, dass sich weitere Klubs der Euroleague und damit dem Eurocup anschließen.

„Diese Drohungen gibt es nicht erst seit gestern“, sagt Alexander Reil, Präsident der Basketball-Bundesliga (BBL) der FR. Spannend wäre es, wenn mehrere Nationen sich der Euroleague anschließen würden. „Will die Fiba dann diese Nationen von der WM aussperren?“, fragt Reil . Die BBL werden sich von diesen Drohungen genauso wenig beeinflussen lassen, wie von der Euroleague. Die hatte der BBL einen Startplatz für ihre höchste Spielklasse zugesichert, aber nur, wenn vier weitere Klubs im Eurocup teilnehmen, aber nicht in der Champions League.

„Wir haben uns als BBL ganz gut verhalten“, sagt Reil. Am Donnerstag treffen sich die Klubs, um über das weitere Vorgehen zu beraten. „Ich finde es wichtig, dass wir der nationalen Liga eine hohe Bedeutung zumessen“, sagt Reil. Die BBL müsse der Fiba und der Euroleague mit dem notwendigen Selbstbewusstsein gegenübertreten. In welche Richtung es geht, steht noch nicht fest. Es wird aber eine gemeinsame Position geben, mit der man in die Gespräche mit Fiba und Euroleague geht.

Präferiert wird dem Vernehmen nach ein Modell, indem ein Klub an der Euroleague teilnimmt und der Rest an den Fiba-Wettbewerben und eventuell am Eurocup. Der könnte für die Euroleague noch zur Verhandlungsmasse werden, da nicht klar ist, wer in diesem Wettbewerb spielen soll. Ohnehin ist die höchste Spielklasse für die Privatorganisation Euroleague das entscheidende, weil lukrativste. Bis zu einer endgültigen Entscheidung werden beide Seiten noch ordentlich mit den Säbeln rasseln.

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