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Ausverkaufte Lanxess-Arena in Köln 11.000 sehen "Ultimate Fighting"

Am Ende des ersten offiziellen "Ultimate Fighting"-Abends in Deutschland ist der Ringboden in der Kölner Lanxess-Arena mit Blutflecken übersät. Rund 11.000 Fans aus ganz Europa sorgen für eine nahezu ausverkaufte Halle.

15.06.2009 10:06
Ultimate Fighting Championship
Leichtgewicht Dennis Silver aus den USA jubelt über seinen Sieg. Foto: dpa

Köln (ddp). Am Ende des ersten offiziellen "Ultimate Fighting"-Abends in Deutschland ist der Ringboden in der Kölner Lanxess-Arena mit Blutflecken übersät. Rund 11 000 Fans der umstrittenen Extrem-Kampfsportart aus ganz Europa haben am Samstag für eine nahezu ausverkaufte Halle gesorgt.

Glaubt man ihren Reaktionen, sind zumindest sie bei den zwölf angesetzten Kämpfen der in den USA sehr populären Veranstaltung auf ihre Kosten gekommen. Bis zu 285 Euro haben sie für eine Karte bezahlt.

Bei den Auseinandersetzungen Mann gegen Mann mit nahezu bloßen Fäusten floss gleich mehrfach Blut, besonders viel im zweiten Kampf, als der Niederländer Stefan Struve eine klaffende Wunde an der Stirn hatte. Davon recht unbeeindruckt davon konnte er seinen Gegner mit einem Würgegriff zur Aufgabe zwingen - das Publikum war begeistert.

Die amerikanische "Ultimate Fighting Championship" (UFC) beschreibt ihren Kampfsport als hoch entwickelte Mischung unterschiedlicher Disziplinen wie Karate, Jiu-Jitsu, Ringen und Kickboxen. Doch was das Kölner Publikum geboten bekam, ließ weitgehend technische Finesse vermissen.

Vieles erinnerte an eine Schulhof-Prügelei mit wenig koordinierten Schlägen und ungelenkten Tritten. Auch gab es reichlich die von den Kritikern scharf gerügten kurzen Hiebe gegen den Kopf, auch wenn der Gegner bereits wehrlos am Boden lag. Jeder dieser Hiebe wurde von den Zuschauern mit einem Raunen quittiert.

Wesentlich häufiger wurde ebenso innig wie dilettantisch miteinander gerungen. Das war dem Publikum oft nicht spektakulär genug. Wenn sich die Kämpfer in dem umzäunten Oktagon aus Sicht der Zuschauer zu lustlos rauften, gab es gellende Pfiffe. Mit der Veranstaltung will die UFC den Siegeszug des Unternehmens auch nach Europa fortsetzen. Deshalb hielten die Organisatoren auch in Köln alle Zügel in der Hand. Der Abend war bis ins Detail durchgeplant.

Die Rechnung der UFC könnte aufgehen, denn aus ganz Deutschland und vielen Nachbarländern waren die Fans in die Arena gekommen. Überwiegend handelte es sich um Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren mit kahlrasierten Schädeln und großflächigen Tätowierungen. Auch einige Vertreter der rheinischen Türsteher-Szene ließen sich den Abend nicht entgehen.

Zahlreich vertreten waren auch US-Soldaten. Bis aus Kroatien waren Zuschauer angereist, um ihr Idol Mirko Cro Cop zu sehen. Und der Schwergewichtler enttäuschte sie nicht. Ein mehr versehentlicher Fingertupfer ins Auge machte seinen Kontrahenten kampfunfähig - und die Arena jubelte.

Die Vorbehalte der Kritiker wurden an diesem Abend sicher nicht ausgeräumt. Sie werden "Ultimate Fighting" weiter als hemmungslosen Gewaltexzess ansehen. Vertreter des Ordnungsamts kontrollierten vor der Arena das freiwillige Jugendverbot, das die Veranstalter auf Druck des Kölner Stadtrats eingeführt hatten.

Fans wie der 21-jährige Mirko aus Bochum sind hingegen begeistert: "Das ist Adrenalin pur, nicht so durchgestylt wie zum Beispiel Boxen im Fernsehen. Da geht es ja nur noch um die Show. 'Ultimate Fighting' ist einfach authentischer." Freundin Meike stimmt zu: "Eigentlich will ich ja immer die Augen zumachen, aber dann ist es so toll, da gucke ich dann doch wieder hin."

Das Management der UFC saß am Ende des Kampfabends jedenfalls mit zufriedenen Mienen am Drahtkäfig, in dem die Kämpfer gegeneinander antraten. Der Probelauf Köln scheint geglückt, wahrscheinlich wird es demnächst noch mehr "Ultimate Fighting" live in Deutschland geben.

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