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Anti-Doping-Agentur Unzutreffende Kritik am Meldesystem

Die Nada ist verwundert über die Rüge von Datenschützer Schaar. Die Kontrolle von Athleten sei keine Überwachung, sondern Voraussetzung für unangekündigte Dopingtests.

05.03.2009 15:03
Im Fokus: Datenschützer Peter Schaars Kritik am Dopin-Kontroll-Meldesystem sei unangebracht, sagt die Nada. Foto: rtr

Die Kritik des Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar, am weltweite Dopingkontroll-Meldesystem "sind inhaltlich unzutreffend", sagte der Nada-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert am Donnerstag, "und zum jetzigen Zeitpunkt völlig unangebracht." Die endgültige Klärung der Rechtsfrage durch die Artikel-29-Datenschutzgruppe der Europäischen Kommission, die die Vereinbarkeit des Online-Meldesystems ADAMS der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) mit dem EU-Recht prüft, stehe noch aus und werde bis Anfang Mai vorgelegt.

Wie die Nada mitteilte, müsse ein Athlet entgegen der Behauptung Schaars seinen Aufenthaltsort nicht 14 Tage im voraus lückenlos melden. Athleten müssten vorab lediglich den Rahmen des ihnen Bekannten, mit einer täglichen Adresse und den regelmäßigen Aktivitäten, angeben. Die Daten könnten und sollen jederzeit geändert und aktualisiert werden. Zugriff auf die Daten hätten ausschließlich die Personen, die unmittelbar mit der Kontrollplanung beschäftigt sind, also die zuständigen Mitarbeiter der Nada und des für den Athleten zuständigen internationalen Verbands.

Diese Personen unterliegen nach Nada-Angaben einer strengen Verschwiegenheitspflicht. "Der Vorschlag von Herrn Schaar, dass der Athlet den Kontrolleuren vor Ort seine Daten auf einer Chipkarte zeigt, verkennt den Sinn der im Voraus anzugebenden Aufenthaltsinformationen", erklärte Baumert. Denn die Daten würden nicht dazu verwendet, den Athleten zu überwachen, sondern dienten einer intelligenten Kontrollplanung und seien die Grundvoraussetzung unangekündigter Dopingkontrollen.

Von insgesamt 8500 Testpool-Athleten in Deutschland seien lediglich 1720 verpflichtet, Aufenthaltsangaben zu machen. Und nur rund 530 Spitzenathleten der Sportarten der höchsten Risikogruppe sowie die in internationalen Testpools registrierten Athleten unterlägen der Ein-Stunden-Regel.

"Ob der Datenschutz im Meldesystem ADAMS ausreicht oder noch verbessert werden kann, wird derzeit kritisch diskutiert", erklärte Nada-Vorstandsmitglied Martin Nolte. Die Artikel-29-Datenschutzgruppe der EU-Kommission wolle bis Anfang Mai einen Bericht vorlegen. "Ich rate dringend dazu, ihre Empfehlungen abzuwarten und sie dann gemeinsam mit allen Beteiligten sorgfältig auszuwerten", so Nolte.

Um die Irritationen auszuräumen, hat die Nada dem Bundesbeauftragten für Datenschutz ein Gespräch gemeinsam mit der WADA angeboten. (dpa)

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