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Andreas Müller und Marco Kurz Hoffenheim feuert Trainer

Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Hoffenheim trennt sich vom seinem Cheftrainer Kurz und von Manager Andreas Müller. Ein Nachfolger für den Trainer steht bereits fest.

02.04.2013 09:58
Jan Christian Müller
Das war's: Hoffenheim trennt sich von seinem Cheftrainer Marco Kurz. Foto: Bongarts/Getty Images

Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat sich am Dienstagmorgen sowohl vom Sportlichen Leiter Andreas Müller als auch vom Cheftrainer Marco Kurz getrennt. Beide wurden in aller Früh zu einem Gespräch ins Trainingszentrum Zuzenhausen bestellt und von ihren Aufgaben entbunden.

Am Mittag um 14 Uhr wird der neue Chefcoach Markus Gisdol bei einer Pressekonferenz vorgestellt, ehe er das erste Training des Tabellen-Vorletzten leitet. Müller war erst im September eingestellt worden und hatte kurz vor Weihnachten Kurz verpflichtet. Beide werden aus ihren noch bis 2014 laufenden Verträgen freigestellt.

Mit Markus Gisdol holt sich 1899 Hoffenheim jenen Mann zurück, den die Kraichgauer bereits 2009 auf Betreiben des damaligen Cheftrainers Ralf Rangnick für die U23-Mannchaft vom SSV Ulm verpflichteten. Gisdol, der als ausgeprägter Förderer des Nachwuchses und Verfechter eines aggressiven Offensivfußballs gilt, gelang prompt der Aufstieg in die Regionalliga. Zudem baute er seinen Fußballlehrerschein als Drittbester seines Lehrgangs, ehe es Rangnick gelang, ihn gegen den Willen des damaligen 1899-Managers Ernst Tanner aus Hoffenheim als Co-Trainer zu Schalke 04 zu locken.

Auch nach Rangnicks gesundheitsbedingten Rückzug blieb Gisdol unter Huub Stevens Assistenzcoach bei den Königsblauen. Als Stevens zunehmend in die Kritik geriet (wir berichteten), galt Gisdol einige Tage lang gar als Favorit auf die Nachfolge, musste dann aber im vergangenen Dezember mit dem Noederländer gehen und war seitdem ohne Job.

Taktik-Experte

Zwischenzeitlich verhandelte der 43-Jährige mit der Spielvereinigung Greuther Fürth, dürfte zu jenem Zeitpunkt vor ein paar Wochen aber bereits vom Interesse seine ehemaligen Arbeitgebers aus Hoffenheim gewusst haben. Ironie der Geschichte: Frank Kramer wechselte stattdessen von der Hoffenheimer U 23 nach Fürth. Kramer hatte seinerseits im vergangenen Dezember für zwei Spiele als Interimscoach der Hoffenheimer Profis fungiert, ehe er durch Marco Kurz ersetzt wurde.

Markus Gisdol gilt als Experte für Taktikfragen, bei Trainingseinheiten des FC Schalke 04 trat er an der Seite von Stevens mit dem Selbstvertrauen eines Chefcoaches auf. Beobachter glaubten seinerzeit, dass Gisdol erheblich mitentscheidend für die lange erstaunlich erfolgreiche Phase unter Stevens gewesen sei. Frühes Pressing und schnelles Umschalten gehören zum bevorzugten Repertoire des gebürtigen Geislingers, der zur schwäbischen Trainerschule von Ralf Rangnick und dessen Mentor Helmut Groß gehört.

Einen neuen Sportdirektor mit den Befugnissen von Andreas Müller haben die Hoffenheimer am Dienstag nicht präsentiert. Stattdessen bekommt der Sportliche Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Alexander Rosen künftig mehr Befugnisse. Der bald 34-Jährige absolvierte zur Jahrtausendwende acht Spiele für Eintracht Frankfurt, konnte sich bei den Hessen aber nicht nachhaltig durchsetzen. Später arbeitete der gebürtige Augsburger beim norwegischen Zweitligisten Follo FK auch als Assistent der Geschäftsführung und erwarb sich so neben seinem Studium zum Sportfachwirt auch praktische Kenntnisse im Sportmanagement.

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