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Afrika Cup Der große Tag des Aristide Bancé

Überraschung beim Afrika-Cup: Augsburgs Stürmer Aristide Bancé trifft gegen Favorit Ghana zum 1:1 und beim Elfmeterschießen und bringt Burkina Faso ins Finale des Turniers. Dort treffen die Burkiner auf Nigeria.

08.02.2013 17:09
Er schreit die Freude raus, der Frust ist vergessen.

Aristide Bancé brüllte seine Freude über den nächsten Coup von Außenseiter Burkina Faso mit weit aufgerissenen Augen in die Fernsehkameras. „Wir haben es geschafft, wir stehen im Finale“, schrie der groß gewachsene Stürmer mit der Zöpfchen-Frisur nach dem 3:2-Sieg seines Teams im Elfmeterschießen gegen den Favoriten Ghana im Halbfinale des Afrika Cups. Bancé, einst bei Mainz 05 und derzeit bei Fußball-Bundesligist FC Augsburg meist nur zweite Wahl, hatte mit dem Ausgleichstor in der regulären Spielzeit (60. Minute) und seinem lässig verwandelten Elfmeter bei der Entscheidung vom Punkt entscheidenden Anteil am erstmaligen Finaleinzug des 92. der Weltrangliste.

Mit einer Energieleistung, großem Kampfgeist und spielerischer Klasse warfen die Burkiner die überheblich und uninspiriert wirkenden „Black Stars“ verdientermaßen aus dem Wettbewerb. „Es gibt immer Überraschungen“, sagte Burkina Fasos Trainer Paul Put nach der Partie im südafrikanischen Nelspruit. „Vielleicht sind wir dieses Mal an der Reihe. Ich bin sehr glücklich, dass wir ins Finale eingezogen sind.“ Kapitän Charles Kabore lobte den Belgier: „Als wir ins Turnier gestartet sind, hat unser Trainer als einziger an uns geglaubt.“

Selbst durch krasse Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Jdidi Slim ließ sich Burkina Faso nicht aus dem Konzept bringen. Der Tunesier sprach Ghana zu Unrecht einen Strafstoß zu, den Mubarak Wakaso zum 1:0 (13.) nutzte. Zudem erkannte er ein reguläres Tor Burkina Fasos nicht an, verweigerte der Mannschaft einen Elfmeter und zeigte dem bereits verwarnten Jonathan Pitroipa in dieser Situation wegen einer angeblichen Schwalbe auch noch Gelb-Rot (117.). „Der beste Mann auf dem Platz war der Referee“, spottete Put mit beißender Ironie.

Nigeria souverän

Der im Turnierverlauf stark auftrumpfende Pitroipa kauerte während des Elfmeterschießens wie ein Häufchen Elend im Stadiontunnel und hielt sich verzweifelt die Hände vor die Augen. Der früher beim SC Freiburg und dem Hamburger SV tätige Mittelfeldmann muss nun bei der historischen Endspielteilnahme des kleinen Landes am Sonntag in Johannesburg zuschauen. Kabore forderte den Afrikanischen Verband CAF auf, die Sperre aufzuheben.

Die Ghanaer konnten ihr Ausscheiden dagegen kaum fassen. „Es gibt keine Entschuldigungen. Ich denke, die Besseren haben gewonnen“, räumte Kapitän Asamoah Gyan ein. „Wir sind tief traurig.“ Der viermalige Afrika-Meister enttäuschte. Der ehemalige Innenverteidiger der TSG 1899 Hoffenheim, Isaac Vorsah, trug mit seinem verschossenen Elfmeter zum Debakel der Ghanaer bei.

Nigeria stoppte im zweiten Halbfinale erwartungsgemäß den Vormarsch Malis. Elderson Echiejile (25.), Brown Ideye (30.), Emmanuel Emenike (44.) und Ahmed Musa (60.) erzielten beim souveränen 4:1 (3:0) im verregneten Durban die Tore für die „Super Eagles“. Cheick Diarra (75.) glückte der Ehrentreffer für Mali. „Es ist schade, aber sie waren besser als wir“, sagte Seydou Keita, der Mittelfeldstar des vom Bürgerkrieg gezeichneten Landes.

Der zweimalige Afrika-Champion Nigeria ist auch im Finale Favorit. Trainer Stephen Keshi hofft, das Titel-Triple perfekt machen zu können: „Das wäre die Krönung.“ Beim vorerst letzten Sieg 1994 hatte Keshi die Super-Adler noch als Kapitän angeführt. (dpa)

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