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Schlappekicker Geschichte und Ziele

Entstanden ist die Schlappekicker-Aktion in ihrer heutigen Form im Jahr 1951. Damals wurden Sportler unterstützt, die in ihren Vereinen erfolgreich waren oder als Betreuer, Helfer oder Funktionäre wichtige Arbeit leisteten, aber nach dem, beziehungsweise durch den Zweiten Weltkrieg in Not geraten waren.

20.07.2010 20:58
Schlappekicker

Soziale Angebote im Sport fördern, Integrationsmaßnahmen im Vereinssport unterstützen, Modellprojekte im Schulsport mitgestalten, in Not geratenen Leistungssportlern beistehen: die Aufgaben der Schlappekicker-Aktion sind vielfältig. Seit mehr als 60 Jahren ist der von der Frankfurter Rundschau ins Leben gerufene Verein fest verankert innerhalb der großen Sportfamilie des Rhein-Main-Gebietes und hat mit den verschiedensten Initiativen unter anderem dazu beigetragen, den Focus der Öffentlichkeit auf die soziale Aufgabe des Sports zu lenken.

Unterstützung von Vereinen mit sozialem Engagement

So belohnt der Schlappekicker-Preis mit einem Fördergeld von 5000 Euro soziales Engagement im Verein. Die Auszeichnung wird seit 1998 jährlich an einen Verein vergeben, der sich in besonderer Weise für die sozialen Aspekte im Sport einsetzt und dadurch die Rolle des Vereins als sozialer Faktor im Stadtteil oder in der Gemeinde unterstreicht. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wird der Preisträger im Frankfurter Römer, inmitten der Sportprominenz des Rhein-Main-Gebietes, geehrt.

Weiterhin zeichnet der Schlappekicker jährlich fünf Gruppen oder Vereine aus, die vorbildlich im Behinderten- und Integrativen Sport arbeiten und bedenkt sie mit jeweils 2000 Euro. So wurde zum Beispiel das Bewegungsangebot "I-Punkt" der TSG Schönberg für Kinder mit und ohne Wahrnehmungsstörungen unterstützt. Dem Referat Integrationssport der Sportjugend Hessen half der Schlappekicker mit der Anschaffung von Rollstühlen für die Multiplikatorenschulung zum Aufbau integrativer Sportangebote.

Bei der Auswahl der Projekte legt die Schlappekicker-Aktion stets Wert auf die Vielfalt der Angebote: vom Rollstuhlsport über Fußball mit geistig Behinderten bis hin zu Tandemfahren mit Sehbehinderten: Die Bandbreite der Förderung kann sich sehen lassen.

Förderung des Schulsports

Das jüngste Projekt des Schlappekicker war die Unterstützung des "Frankfurter Bündnis für Familien", das unter Federführung des Kinderbüros der Stadt Frankfurt am Main einen Schulhof als Sport- und Freizeittreff für den Stadtteil umgebaut hat. Mit der Beteiligung an diesem Pilotprojekt kommt die Schlappekicker-Aktion ihrem auch in der Satzung festgeschriebenen Auftrag nach, nicht nur den Vereinssport, sondern auch den Schulsport zu fördern. Außerdem unterstreicht die Aktion mit dem Projekt erneut ihren Anspruch, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Hilfe für Sportler in Not

Ein weiteres Augenmerk des gemeinnützigen Vereins liegt darin, Sportlern, die in Not geraten sind oder nach Unfällen ihr Leben mit einer Behinderung meistern müssen, beizustehen. Helfen konnte die Aktion in den Jahrzehnten ihres Bestehens dabei schon Menschen aus den verschiedensten Sportarten: Vom Radsport über Fußball, Ringen bis hin zum Turnen zeigte sich der Schlappekicker als verlässlicher Partner.

Am längsten von allen Sportlern unterstützt die Aktion Christel Müller. Beim Training in der Turnschule Frankfurt verunglückte die Leistungssportlerin und mehrfache Hessenmeisterin im Jahr 1979 schwer und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Seit 1987 erhält sie von der Schlappekicker-Aktion einen regelmäßigen monatlichen Beitrag zu ihrem Lebensunterhalt.

Doch nicht nur das. Gehört doch zur Philosophie der Schlappekicker-Aktion, Sportler in Not nicht nur mit finanziellen Mitteln zu unterstützen, sondern sie auch in alle Veranstaltungen des Schlappekicker einzubinden und ihren Alltag mit den verschiedensten Aktionen abwechslungsreich zu gestalten. Regelmäßig organisiert der Verein für Christel Müller Ausflüge oder lädt sie in Musicals, beziehungsweise Konzerte ein. Bei Veranstaltungen des Schlappekicker wie der Preisverleihung im Römer ist Christel Müller selbstverständlich auch als Gast dabei.

Geholfen wurde beispielsweise auch Rüdiger Böhm, einem Jugendtrainer des SV Darmstadt 98, der bei einem Verkehrsunfall beide Beine verlor und von der Krankenkasse nur die Pflichtbeiträge erhielt. Ihm half der Schlappekicker mit einem Zuschuss zum behindertengerechten Umbau seiner Wohnung, sowie bei der Anschaffung von Sportprothesen. Dadurch wurde gewährleistet, dass Rüdiger Böhm sein Sportstudium weiterführen und abschließen konnte.

Eine unbürokratische Soforthilfe gab es für den jungen Turner Johannes Hablik, der bei einem Sportunfall vor wenigen Jahren schwer verunglückte, vom Hals abwärts gelähmt ist und von der Aktion zunächst 2500 Euro erhielt. Zudem erhält Hablik, der von staatlicher Stelle nur eine Grundsicherung bekommt, eine regelmäßige monatliche Förderung und Unterstützung bei der Anschaffung therapeutischer Geräte.

Mehr als 60 Jahre gemeinnützige Arbeit

Entstanden ist die Schlappekicker-Aktion in ihrer heutigen Form im Jahr 1951. Damals wurden Sportler unterstützt, die in ihren Vereinen erfolgreich waren oder als Betreuer, Helfer oder Funktionäre wichtige Arbeit leisteten, aber nach dem, beziehungsweise durch den Zweiten Weltkrieg in Not geraten waren.

Zunächst wurden vornehmlich ältere und bedürftige Menschen bei der jährlichen Schlappekicker-Weihnachtsfeier mit Geschenken und Spenden bedacht, außerdem ein Zuschuss zu Heizkosten ausgezahlt, zudem gemeinsame Ausflüge und Theaterabende veranstaltet.

Gerade die Weihnachtsfeier, die ein buntes Programm und Gaststars wie zuletzt Franz Beckenbauer und Michael Skibbe bot, erwies sich als ein willkommenes Treffen der Sportfamilie des Rhein-Main-Gebietes. So kamen Vertreter aus dem Fußball von Eintracht Frankfurt oder Kickers Offenbach, aus dem Radsport, der Leichtathletik, Hockey oder dem Turnen zusammen. Die Veranstaltungen des Schlappekicker, früher die Weihnachtsfeier, jetzt die Preisverleihung im Römer, waren und sind für die Sportfamilie der Region immer willkommene Gelegenheit, um die soziale Verantwortung des Sports deutlich zu machen und das Anliegen des Schlappekicker zu unterstützen.

Dementsprechend prominente Schirmherren konnte der gemeinnützige Verein deshalb für sich gewinnen: Aktuell ist der langjährige Profi von Eintracht Frankfurt, Karlheinz Körbel, Schirmherr der Schlappekicker-Aktion - zuvor hatte über viele Jahre der mittlerweile verstorbene Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Fritz Walter, diese Funktion inne.

Die aktuellen und ehemaligen Sportlerinnen und Sportler geben aber nicht nur ihren Namen für den Schlappekicker her - sie helfen auch durch eigene Spenden und die Teilnahme an Sammelaktionen das Geld für die Arbeit zusammen zu bekommen. So konnten insgesamt über 1,5 Millionen Euro seit dem Bestehen der Aktion aufgebracht werden.

Vorsitzende des Vereins ist Katja Sturm. Die Mitglieder setzen sich aus Personen der unterschiedlichsten Bereiche des Sports zusammen. So stand die ehemalige Vorsitzende Ulrike Spitz als Juniorin im Kader der Ski-Langlauf-Nationalmannschaft, Sylvia Schenk war einst Spitzenleichtathletin und unter anderem Sportdezernentin der Stadt Frankfurt.

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