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Schlappekicker Dickes Lob für Einsatz gegen Pfunde

Elke Tschirschnitz aus Wiesbaden nimmt Schlappekicker-Preis der FR entgegen.

Verleihung des Schlappekickerpreises 2008, Bild 1 von 2
FR-Sportchef Arnd Festerling überreicht Elke Tschirschnitz den Schlappekicker-Preis. Foto: Schick

Für Elke Tschirschnitz war früh klar, dass sich etwas ändern muss: "Seit 1999 sehe ich täglich, dass die Kinder sich immer weniger im Alltag bewegen, immer mehr Bewegungsauffälligkeiten auftreten und durch ein ungünstiges Ernährungsverhalten Übergewicht zum Teil schon im Kindergartenalter und vor allem im Grundschulalter die Folge ist."

Die Gäste, die sich anlässlich der Verleihung des mit 5000 Euro dotierten Schlappekicker-Preises der Frankfurter Rundschau an Elke Tschirschnitz vom Verein Förderung Psychomotorik Kindersport Wiesbaden (FIPS e.V.) im Römer eingefunden hatten, waren fasziniert, als sie hörten, mit welcher Hingabe die Preisträgerin von ihrer Arbeit mit Kindern sprach.

Als Heilpädagogin und Kinderkrankenschwester liegt der 34-Jährigen die Förderung gerade der so genannten unsportlichen Kinder besonders am Herzen. So entwickelte sie Anfang 2006 in Eigeninitiative das Programm "Spaß im Übermaß", das auf Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren zugeschnitten ist. Seit August 2007 arbeitet FIPS zusätzlich mit der Albert-Schweitzer-Schule zusammen, einer Förderschule für Kinder, die eine Regelschule nicht besuchen können. Dort bietet FIPS ein spezielles Programm für Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren an, die aus sozial schwachen Familien stammen. "Mein Ziel ist, dass die Kinder Spaß und Freude am Sport entwickeln, dass sie gerne kommen, sich wohl fühlen in der Gruppe, sich als erfolgreich erleben", sagte Tschirschnitz.

Nicht zu vergessen ist dabei, dass die Verbesserung des motorischen Leistungsvermögens natürlich auch andere positive Aspekte nach sich zieht. Das Selbstbewusstsein wird größer, die Sach- und Sozialkompetenz wird gestärkt, die Eigenaktivität und die Motivation werden gefördert. Doch ein Kurs besteht nicht nur aus einem 60-minütigen Sportteil, sondern auch aus einer 30-minütigen Ernährungsschule. Gesundes Essen schmeckt halt oft nicht, doch bei "Spaß im Übermaß" lernen die Kinder im spielerischen Umgang, wie sie durch bewusstes Essen und Trinken ihr Körpergewicht langfristig verändern können. "Uns ist bewusst, dass es schwierig für Familien ist, Lebensgewohnheiten zu ändern", sagte Tschirschnitz. Doch nur mit Hilfe der Eltern, so die 34-Jährige, sei es möglich, beide Bausteine, Bewegung und Ernährung, Schritt für Schritt in den Schul- und Familienalltag zu integrieren.

Arnd Festerling, der Vorsitzende der Schlappekicker-Aktion und Ressortleiter der FR-Sportredaktion, sprach in seiner Laudatio davon, dass ein neues Essverhalten, eine neue Einstellung zum Sport und eine veränderte Einstellung der ganzen Familie unabdingbar für ein gesundes Leben seien. Denn eins stimme bedenklich, so Festerling: "Heute sind 15 Prozent aller Kinder in Deutschland zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig, weitere sechs Prozent leiden an Fettleibigkeit." Gerade deshalb sei Elke Tschirschnitz ein hervorragendes Beispiel dafür, wie das ehrenamtliche Engagement im Sport dem Einzelnen genauso helfe wie der Gemeinschaft.

Stadtrat Volker Stein, der die Schlappekicker-Aktion als "echte Bürger-Initiative" bezeichnete, hob in seiner Rede vor allem den "Mut zum Risiko" hervor, mit dem die Preisträgerin ihr Konzept selbstständig entwickelt habe. Außer Volker Stein waren noch zahlreiche weitere Mitglieder des Magistrats und der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vor Ort. Vom aktuellen Vorstand des Schlappekickers waren neben Arnd Festerling auch Andreas Terstiege, der stellvertretende Schlappekicker-Vorsitzende und Unternehmenssprecher der FR, sowie Roland Frischkorn anwesend. Außerdem fanden sich die ehemaligen Vorstandsmitglieder Sylvia Schenk und Ulrike Spitz sowie der Schlappekicker-Ehrenvorsitzende Horst Schmidt ein. Zu den Gästen zählten ferner die ehemalige Weltklassefechterin Cornelia Hanisch, der frühere Geher Bernhard Nermerich sowie Ex-Eintracht-Spieler Dieter Stinka.

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